SarcMark: eine sagenhafte Idee!

sarcmarkMissverständnisse gehören zur Kommunikation wie die übergekochte Milch in die Küche. Es kommt einfach vor. Manchmal haben solche Verdrehungen damit zu tun, dass einer besonders originell sein will und nicht sagt, was er meint, sondern das Gegenteil davon. So zum Beispiel:

Vielen Dank, dass du mir das Dossier “Kundenzufriedenheit” herübergeschoben hast. Da ich chronisch zu wenig Arbeit habe, macht mich diese zusätzliche Herausforderung richtig glücklich.

Wenn der Empfänger dieser Nachricht den Biss nicht spürt, freut er sich womöglich aufrichtig mit seinem Kollegen und legt bereits die nächsten Dossiers in die Pipeline, um dessen Euphorie noch zu steigern.

Aus dieser grossen Not heraus wurde das SarcMark entwickelt. Es ist ein unansehnlicher Kringel mit einem Punkt in der Mitte und soll dazu dienen, sarkastische Äusserungen in E-Mails unmissverständlich als sarkastisch zu kennzeichnen.

Echt?

Genau das habe ich mich auch gefragt. Und jetzt muss ich anfügen: ja, ganz echt.

Bestimmt ist das die blödeste Idee, die mir in diesem (immerhin noch jungen) Jahr über den Weg geraten ist. Wozu, bitte schön, soll denn so etwas gut sein?

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“Man” sagt nicht, was ich meine.

In einem E-Mail hat Ändu mir eine Frage gestellt, die ich hier gerne aufnehme:

Wenn ich sage: „Me muess luege, dass eim keini Fähler passiere“, dann ist das zwar korrektes Berndeutsch, doch will ich das schriftlich festhalten, kommt es mir sehr „undeutsch“ vor, wenn ich schreibe „man muss schauen, dass einem keine Fehler passieren“. Wie weit kann diese Redensart ins Schriftdeutsche übertragen werden? Gibt es sie da überhaupt, oder ist diese Satzzusammenstellung nur in der gesprochenen Sprache anwendbar? Was gibt es für Möglichkeiten, diese Formulierung zu vermeiden? In meinem Beispiel wäre es ja möglich zu schreiben „Man muss schauen, dass man keine Fehler macht“, oder „…keine Fehler zu machen“; aber manchmal ist es nicht ganz so einfach.

Ich lasse da zunächst einmal mein Sprachgefühl antworten: “Man muss schauen” wird sicher verstanden, ist aber ebenso sicher kein besonders gediegenes Deutsch. Eine elegantere Variante wäre: “Man sollte darauf achten, keine Fehler zu machen.”* Doch was heisst bei einem solchen Satz schon “elegant”? Da stimmt nämlich noch anderes nicht. Ändu schreibt weiter:

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Zahlen, die einschlagen

Unsere ältere Tochter (4 Jahre) stand gestern das erste Mal auf den Skiern. Im Garten zwar, aber immerhin. Beim Mittagessen kamen wir auf die Skischule zu sprechen. Ich vermutete, dass Skischule etwa 2 Stunden Programm pro Tag bedeutet. Unsere Tochter darauf: “Wie lange ist zwei Stunden?”

Zahlen, die einschlagenMein erster Impuls für eine Antwort war: “Das ist wie zwei Mittagspausen hintereinander.” Das schien mir dann aber doch zu abstrakt. Meine Frau war gewandter: “Das ist so lange, wie wir brauchen, um zu Nona und Eni (meine Eltern im Bündnerland) zu fahren. – Oder so lange, wie ich brauche, wenn ich mit euch einkaufen gehe.” Dann schaute sie mich an und meinte: “Eigentlich krass.”

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“Sprachzauber”

Alles Gute für 2010! Ich hoffe, das Jahr hat rundum gut angefangen.

Ich bin gerade noch zu einem kurzen Neujahrsaufenthalt in den schönen Bündner Bergen. Beim Lesen des Tages-Anzeigers vom 30. 12. 09 bin ich auf einen Beitrag in der Rubrik “Leser fragen” gestossen, der mich unterhalten und angeregt hat. Er findet daher auch hier seinen Platz.

In “Leser fragen” beantwortet der Psychoanalytiker Peter Schneider wöchentlich “Fragen zur Philosophie und Psychoanalyse des Alltagslebens”. Und ausgerechnet, wenn ich einmal den Tagi durchblättere, geht’s auch um Sprachliches:

Warum nennt man einen erfolgreichen, eingebürgerten Schweizer “Secondo” und einen sozial auffälligen, eingebürgerten Schweizer “Schweizer mit Migrationshintergrund”? F. K.

Liebe Frau K.
Weil es im richtigen Leben leider nicht so zu- und hergeht wie in Western, wo man die Guten und die Bösen ganz ohne jedweden Sprachzauber und schon von weitem einfach an der Farbe ihrer Hüte unterscheiden kann.