Interview mit Paul Auster (MP3)

In irgendeiner Ecke des Internets bin ich auf dieses faszinierende Interview mit Paul Auster gestossen (englisch, 57 Min., aus der Podcastreihe 92nd Street Y). Der amerikanische Autor spricht ausführlich über die handwerklichen Aspekte seiner Arbeit (mit Füllfederhalter und Schreibmaschine), über seine Leben als Schriftsteller und den Weg dahin. Bestechend klar, offen, sympathisch, packend und witzig. Einfach inspirierend.

Und unerhört gut.

Rebellische Sprachgestaltung

Diesen Frühling sass ich mit zwei Freunden in unserem Garten bei einem Bier. Der Mangel an Gesprächsstoff brachte uns auf eine lustige Idee: Wir diskutierten, wie wir die Dinge nennen könnten, die uns umgaben.

Natürlich, eigentlich gibt es ja für alles bereits eine Bezeichnung. Aber warum sollte uns das daran hindern, Alternativen zu diskutieren? Und was sollte uns daran hindern, diese Alternativen auch zu verwenden, wenn sie uns gefielen und vor allem witziger waren als die ursprünglichen Wörter?

Inzwischen sprechen wir eine Sprache, die hier kaum mehr jemand versteht. Aber wir drei verstehen uns prächtig.

Nun gut, wahr ist diese Geschichte nicht. Jedenfalls beinahe nicht. Als ich mich im Sommer für den Blogartikel “Sprache als Vereinbarung” gedanklich frisch machte, stiess ich in einem Buchkapitel über die Funktion sprachlicher Zeichen jedoch auf einen bezaubernden Bericht. Er wird in Meyers Konversationslexikon von 1889 unter “Sprache und Sprachwissenschaft” geschildert: Weiterlesen:

Orte, an denen man Bücher zu Ende liest (3)

Hornby im ZugEs musst ja wieder einmal soweit kommen. Den grössten Teil meiner Lesearbeit leiste ich unterwegs, und das bedeutet, dass ein grosser Teil dieses grössten Teiles beim Zugfahren geschieht. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder einmal ein Buch im Zug zu Ende las. Es war About a Boy von Nick Hornby. Letzte Woche.

Nun habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zum Lesen im Zug. Einerseits gibt es kaum etwas Entspannenderes. Bei einer längeren Zugfahrt ein gutes Buch zu lesen, ist für mich wie Ferien. Andererseits sind die wenigsten meiner Zugfahrten länger. Als ich About a Boy zu Ende las, war ich unterwegs von Zürich nach Thalwil. Das sind 9 Minuten. Von Abschalten kann unter diesen Bedingungen keine Rede sein, denn im Hinterkopf sitzt konstant der Gedanke ans Aussteigen. Das nervt; vor allem in der letzten Phase der Lektüre, wenn ich mich – wie den Lesern dieser Rubrik inzwischen klar sein dürfte – von nichts und niemandem stören lassen will. Der Autor hat an den letzten Abschnitten und Sätzen seiner Geschichte sicherlich besonders sorgfältig gearbeitet, und so habe ich das Gefühl, ihm gerade hier meine besonders ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen zu müssen. Weiterlesen:

Restaurantlektüre

Beispielbild: keinerlei Ähnlichkeit

Da fragt man sich natürlich, in welcher Beziehung das Bild in der Speisekarte zum wirklichen Produkt steht. Viel mehr als Präsentation und enthaltene Zutaten lassen sich ja nicht abbilden. Oder habe ich da etwas verpasst?

Überhaupt wurde mein Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Zürcher Speisekarten in letzter Zeit etwas erschüttert:

Thunfisch aus der Schweiz