Praxisbeispiel Manipulation: Gewehre und S-Bahnen

Letzten Freitag habe ich wieder einmal kurz in die Arena geschaut. Etwa eine halbe Stunde habe ich es ausgehalten. Aber es ist ja Teil des Konzeptes, dass die Zuschauer sich nerven, deshalb schauen sie ja zu. Diskutiert wurde über die Initiative gegen Waffengewalt. Und was mich am meisten erschreckte, war das Niveau, auf dem diskutiert wurde: Argumentationen, die in sich nicht schlüssig waren, Gegenargumente, die nicht aufgenommen wurden, weil man darauf offenbar nichts zu erwidern hatte (und deshalb einfach das Thema wechselte), Vergleiche, die mehr als nur hinkten. Es war zum Heulen.

Und dann blätterte ich am Sonntag den Thalwiler Anzeiger vom letzten Donnerstag durch. Auch hier war die Initiative Thema. Berichtet wurde über ein Podiumsgespräch, an dem zwei Befürworter und zwei Gegner sich einen Schlagabtausch lieferten. Eingeladen hatte der Bezirksschützenverband Horgen.

Gewehre und S-Bahnen

Der Zeitungsartikel gibt Einblick in den Verlauf der Diskussion, die offenbar von den Gegnern der Initiative dominiert wurde. Doch womit? Zum Beispiel hiermit: Weiterlesen:

Der Anfang vom Ende der Unsicherheit

Genug gejammert!

In 4 Beiträgen (hier, hier, hier und hier) habe ich über die letzten Wochen das Elend unsicherer Redner beklagt. Damit ist jetzt Schluss. (Ein Elend, übrigens, das den Redner genauso plagt wie sein Publikum.) Ab sofort geht es um sichere Redner oder besser: darum, wie aus unsicheren sichere Redner werden.

Sicherheit durch gute Vorbereitung

Ein grosser Anteil der Unsicherheit wird durch mangelhafte Vorbereitung verursacht. Das kann bedeuten, dass ein Redner sich nicht oder nicht ausreichend vorbereitet hat. Oder es kann bedeuten, dass er sich falsch vorbereitet hat. Vor meinen gefürchteten Geschichtsreferaten am Gymnasium lernte ich jeweils den Wortlaut meiner Vorträge auswendig. Ich erhoffte mir davon grössere Sicherheit in einer Situation, die ich als sehr bedrohlich empfand. Und auch heute noch finde ich diese Erwartung durchaus nachvollziehbar. Sie ist jedoch trügerisch. Ein auswendig gelernter Text bringt keine Sicherheit.

Sinnvolle Vorbereitung jedoch bringt sie durchaus. Das Gefühl ist aus Prüfungen bekannt: Es fühlt sich einfach gut an, in eine Prüfungssituation zu treten und zu wissen: Ich habe mich gut vorbereitet. Ich bin bereit. – Dasselbe Ziel muss auch die Vorbereitung einer Rede verfolgen. Weiterlesen:

Selbstsabotage durch körperliche Unarten

Wenn wir doch nur körperlose Daseinsformen wären! Eine Art intelligenter Wolken, deren Gegenwart sich einfach durch eine leicht Trübung in der Luft andeutet. Das Leben wäre so viel einfacher. Vor allem das Leben als Redner.

Denn ganz egal, wie sehr wir uns bemühen und unsere Sprache trainieren und an unseren Argumentationsstrategien feilen und unsere Stimme kräftigen, bis sie klingt wie die von Barack Obama: Unser Körper verrät uns doch. An ihm zeigen sich Friedfertigkeit und Aggressionen, Freude und Bedrückung, Sicherheit und Verunsicherung.

Unser Körper ist wie die Nase von Pinocchio, nur noch viel mächtiger: Erstens vermag er viel mehr Nuancen auszudrücken als nur Lüge oder Wahrheit, und zweitens hat er viel mehr Möglichkeiten dazu, als nur länger zu werden oder nicht. So viele Möglichkeiten, dass einige von ihnen dem Redner selbst verborgen bleiben und vom Publikum nur unbewusst aufgenommen werden. Aber aufgenommen werden sie.

Der Stand

Ich finde, am Stand zeigt sich am deutlichsten, wie sicher oder unsicher ein Redner sich fühlt. Der unsichere Redner zeigt sich in verschiedenen Typen: Weiterlesen: