SwissDRG schön einfach

Den Kern meiner Arbeit sehe ich darin, Dinge verständlich zu machen. Darum ist es mir immer eine besondere Freude, Komplexes (oder vermeintlich Komplexes) zu verdichten, zu vereinfachen und in der Kommunikation leichter transportierbar zu machen.

Eben habe ich mich vor diesem Hintergrund dem neuen Spitalabrechnungs- und -finanzierungsmodell SwissDRG gewidmet. Dieses System ist in der Schweiz seit Anfang 2012 in Kraft und sorgt derzeit für einigen Gesprächsstoff. Für das GZO Spital Wetzikon habe ich zum Thema eine doppelseitige Illustration fabriziert, die im aktuellen Jahresbericht (hier als PDF herunterzuladen) erscheint. Meine zeichnende Hand hat’s sogar aufs Cover geschafft. Bei Models ist das der ganz grosse Durchbruch.

Das Anliegen ist schnell auf den Punkt gebracht: Wir erklären, wie SwissDRG funktioniert.

Zusätzlich haben wir diese visuelle Erklärung nun noch als Pencast umgesetzt. (Eine für mich tolle Zusammenarbeit mit Matthias Loeffel von Camotion.) Hier das Ergebnis, das mich – bei aller gebotenen Bescheidenheit – begeistert. Mich fasziniert es, Dinge im Entstehen zu beobachten, und exakt diese Faszination spricht das Format Pencast an.

Und hier noch ein Blick hinter die Kulissen.

Ausflug ins Theater

Theo macht Theater. Flyer zu Peter Wilds Bünhenprogramm.

Wenn diese Bretter wirklich die Welt bedeuten, dann ist es langsam an der Zeit, dass sie uns jemand erklärt.

Keiner wäre dafür geeigneter als Theo Riemann, bietet er in seinen Vorträgen doch weit mehr als nur trockene „Theorie – Mann!“

Ich hatte das übermässig umfangreiche Vergnügen in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit Peter Wild an seinem neuen Bühnenprogramm zu arbeiten und Theo einige Wörter und Sätze (mindestens halbe) in den Mund zu legen. (Mein erster Ausflug ins Theater – als Texter.)

Das Ergebnis präsentiert sich als Mischung aus Comedy, Pantomime, Parodie und Poesie und unter dem beinahe monumentalen Titel:

Theo macht Theater. Eine Raserei durch die Geschichte des Schauspiels.

Nächste Woche feiern wir Premiere. Grund genug, hier einen kleinen Werbeblock zu schalten und alle Leserinnen und Leser herzlich einzuladen, am 7. oder 8. März (Donnerstag und Freitag) den Theaterexperten Theo Riemann in Wädenswil am Zürichsee persönlich kennenzulernen.

Und persönlich wird es. Denn auch wenn Theos Expertise in Sachen abendländisches Schauspiel natürlich im Zentrum steht, dringt da doch immer wieder etwas Hinter- oder gar Untergründiges durch. Wie war das mit dem überfahrenen Familienkater der Riemanns? Oder Theos Streifzügen mit seinen Jugendfreunden und dem Sinalco? Und dann die Frauen …

Regie hat der international renommierte spanische Pantomime Carlos Martínez geführt.

Hier gibt’sTickets zur Premiere vom 7. März und zur Vorstellung vom 8. März.

Und weitere Informationen auf dem Flyer hier:

Theo macht Theater. Flyer zu Peter Wilds Bünhenprogramm.

 

 

 

 

 

Als Experte nahbar bleiben

"Ja" steht für gute Voraussetzungen. ABER wenn dazu AUCH noch die richtigen Entscheidungen kommen, ist das Ergebnis noch besser.

Lernen kann man überall etwas. Aber es gibt Situationen, in denen man etwas lernen sollte. Zum Beispiel Weiterbildungen. In einer solchen sass ich vor zwei Wochen – und lernte viel. Da war einerseits der überaus anregende Inhalt zum Thema „Wirkungsvoll unterrichten“. Daneben aber hatte ich auch die Gelegenheit, den Dozenten zu beobachten und mir einige Gedanken zu einer Frage zu machen, die mich seit einiger Zeit beschäftigt:

Wie gelingt es einem Redner, sich als Experte zu positionieren und gleichzeitig Nähe zum Publikum aufzubauen (anstelle der üblichen Experten-Distanz)?

Vor vielen Jahren hat ein Mentor mir den Satz auf den Weg gegeben (das klingt jetzt dramatischer, als es war, aber immerhin: Der Satz ist mir geblieben):

Brillanz schafft Distanz.

Und da ist etwas dran. Wer als Redner in erster Linie durch eine grossartige Performance beeindrucken will, wird sich von der Chance auf eine Begegnung mit dem Publikum und der Wirkung, die sich daraus ergibt, verabschieden müssen.

Umso schöner war es für mich, im Rahmen dieser Weiterbildung beobachten zu können: Weiterlesen:

Lernbereit leben: eine Übung

Ganz im Jetzt sein. Und dann alle Sinne in diesen Moment rufen.Etwas über drei Wochen ist es her, seit ich hier einen lernbereiten Lebensstil anpries. Gerade rechtzeitig, um sich die Sache zum Neujahrsvorsatz zu machen. Nun ist dieses neue Jahr bereits wieder einige Wochen alt und der eine oder andere Vorsatz vielleicht schon im Begriff, zu verblassen. Deshalb folgt heute eine ganz praktische Anregung zum Einüben des lernbereiten Lebens.

Die Idee ist gar nicht von mir. Ich habe sie aus einem Buch von Klaus Douglass, Glück ist jetzt (Seite 97). Doch wahrscheinlich ist die Idee auch nicht von ihm. Sie ist so naheliegend und einfach, sie ist wohl von irgendwem oder allen.

Die Übung hilft mir, mich ganz in den Moment zu holen, mit allen Sinnen das Jetzt wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung ist Voraussetzung zum Lernen. Denn wenn ich nicht sehe, höre, rieche, spüre oder schmecke, was um mich herum ist oder geschieht, dann gibt’s auch nichts zu lernen.

Was also ist zu tun? Weiterlesen:

“Fond” oder “Fonds”?

Der Fond und der Fonds, Mehrzahl in beiden Fällen: die Fonds. Der Horror für Deutsch Lernende.

Mit den kulinarisch erschöpften Wochen nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen kommt wieder die Zeit, in der vermehrt auch ungeübte Köche den Schritt an den Herd wagen. Auch deswegen könnte es angemessen sein, den Unterschied zwischen Fond und Fonds zu diskutieren.

Dass dies überhaupt nötig ist, liegt vor allem an der Aussprache. Nicht, dass sie besonders schwierig wäre. Der zwischen A und O liegende, nasale Selbstlaut ist uns inzwischen bestens vertraut, zum Beispiel dank vormals fremdländischen Vornamen wie dem französischen Jean. Das Problem besteht vielmer darin, dass beide Wörter genau gleich ausgesprochen werden. (Man spricht in einem solchen Fall von Homophonen, also gleichlautenden Wörtern.) Dass beide zudem männlich sind, es also in jedem Fall “der Fooo” (schön näseln!) heisst, macht’s auch nicht leichter.

Denn natürlich bedeuten Fond und Fonds nicht dasselbe. Ja, sie sind noch nicht einmal in den gleichen Sphären unseres Lebens beheimatet.

Mit Fond ohne S wird meist ein Bratensaft bezeichnet, der als Grundlage für Saucen dient. Es gibt Kalbsfond, Fischfond, Gemüsefond, Rindsfond und weitere Fonds – eigentlich aus allem Tierischen, das beim Erhitzen Saft abgibt.

“Weitere Fonds”? – Ja, ganz schön fies: Die Mehrzahl der Saucenbasis Fond heisst Fonds – und hat mit dem Fonds doch gar nichts zu tun. Weiterlesen:

Satzbau: zusammen statt entzweit

Deutsch ist eine schwierige Sprache. Nicht nur für Menschen, die es als Fremdsprache lernen müssen, sondern auch für uns Muttersprachler (sofern man Schweizer überhaupt zu diesen zählen darf, darüber wird gestritten, aber nicht hier und heute).

Anstelle verschachtelter Satzkonstruktionen lieber alles schön der Reihe nach.

Zum Missgriff verführt

Deutsch ist unter anderem auch deshalb schwierig, weil es uns zu Unarten verführt, die wir eigentlich vermeiden sollten. Es ist wie beim Bäcker, wenn ich ein Vollkornbrot kaufen möchte und mich dafür vor den Crèmeschnitten anstellen muss.

Welche Unarten sind das? Zum Beispiel endlos scheinende Aneinanderreihungen von Substantiven (Hauptwörtern), die unsere Alltagssprache zum aufgeblähten Behördenjargon machen. (Doch auch darum geht es heute nicht.) Oder dann die “Möglichkeit”, zusammengehörende Satzbauteile auseinanderzureissen und damit das Lesen oder Zuhören zur Tortur zu machen.

Darum geht es heute.

Kaum verheiratet – schon entzweit

Vor zwei Wochen erschien in der NZZ am Sonntag ein Quiz über banale Ereignisse des letzten Jahres. Die erste Frage:

Wo haben sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die Ärztin Priscilla Chan, die im Mai, einen Tag nach dem Börsengang des sozialen Netzwerks, geheiratet haben, kennengelernt?

Furchtbar! Diese an sich simple Frage ist satzbauerisch (oder auch „syntaktisch“) schrecklich umständlich aufgegleist. Wir haben einen Hauptsatz: Weiterlesen: