Bildsprache in der Physiotherapie

Die Lage des Iliosakralgelenks im Becken.Bei mir klemmt’s.

Zur Zeit macht mir mein Iliosakralgelenk – kurz “ISG” – das Leben etwas schwer. Deshalb gehe ich zweimal in der Woche zur Physiotherapie.

Wenn man “Gelenk” hört, hat man ja so seine Vorstellungen und Bilder. Ich sehe dann zuerst Pfannen und Kugeln und Gelenkflächen, auf denen es im besten Fall widerstandslos dreht und rutscht.

Doch mit dem ISG, das im Becken Kreuz- und Darmbein verbindet, verhält es sich etwas anders. Das ISG ist ein besonderes Gelenk.

Was für eines denn?

Während Physiotherapeutin Martina letzte Woche mein ISG bearbeitete, erklärte sie mir Folgendes:

“Du kannst dir das vorstellen wie eine dieser dreidimensionalen Relief-Landkarten.”

Ich dachte an die Geokarte von Suchard, in der unter dem Schweizer Relief Schokolade steckt, und wusste sofort, was sie meinte. (Detailliertere Aufnahmen von Reliefkarten sind hier zu finden.)

Erste Anregung für den Einsatz bildhafter Sprache: Weiterlesen:

Wie man eine starke Bildsprache entwickelt.

Mit diesem Artikel nehme ich den Faden auf, den ich vor rund 2 Wochen hier niedergelegt habe.

Starke BildspracheWir erinnern uns: Die Geschäftsleitung eines fiktiven Reinigungsunternehmens hat in die Anschaffung einer neuen Staubsaugerflotte des Modells “Sucker V-21″ (mit Pollen- und Milbenfilter und kosmischer Saugleistung) investiert. Im Jahresbericht will sie ihre mutige Orientierung nach vorn unterstreichen. Die gewählte Formulierung lässt aber keine so recht dynamische Stimmung aufkommen.

Was könnte die Geschäftsleitung besser machen?

Zum Beispiel eine konsequente Bildsprache. Das statische Bild des Grundsteins und das dynamische des Weges passen nicht zusammen. Und wenn die Geschäftsleitung Dynamik kommunizieren will, dann sollte sie sich für durchgängig dynamische Sprachbilder entscheiden. Das könnte dann heissen:

Die Geschäftsleitung ist überzeugt, mit dieser Entscheidung den Weg zur Nummer 1 unter den Schweizer Reinigungsunternehmen eingeschlagen zu haben.

Die Änderung ist minimal, die Wirkung jedoch beträchtlich: Anstatt einen Grundstein zu legen, wird nun einfach ein Weg eingeschlagen. Das hat Richtung. Das zeigt Bewegung.

Natürlich wäre auch die andere Variante denkbar: Weiterlesen:

Wie man eine kraftlose Bildsprache entwickelt.

Eine grosse, klaffende, rot-schwarze Wunde, aus der binnen Sekunden das Leben herausgesickert sein musste.

Was stimmt an dieser Beschreibung (aus dem Hörbuch “Die Anstalt” von John Katzenbach) nicht? – Dasselbe wie an diesem Bild:

Rauchverbot in GrünEin grünes Verbotsschild? Das geht doch nicht! Der (man würde denken offensichtliche) Widerspruch zwischen Grün und Durchgestrichen sabotiert die Wirkung des Schildes, welches statt Gehorsam eher Verwirrung stiften dürfte. (Man könnte sich zum Beispiel fragen, ob es vielleicht darum geht, dass Nichtrauchen erlaubt ist?) Das Resultat: Die Nachricht kommt nur über Umwege ans Ziel. Wen wundert es da, dass mit dem roten Aufkleber die Unsicherheit beseitigt werden musste, damit auch jeder versteht: Es ist tatsächlich ein Verbot!

Auch der eingangs zitierte Text enthält einen solchen inneren Widerspruch, der die Wirkung der an sich drastischen Beschreibung bremst. Weiterlesen: