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	<title>verständlich&#187; Literatur</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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		<title>Wer liest, wird ein besserer Mensch</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2012 07:31:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die NZZ am Sonntag (25. März 2012, Seite 76) berichtet Interessantes über das Lesen. Kurz zusammengefasst: Wer liest, wird ein besserer Mensch. Dass der Artikel keine Quellenangabe enthält, ist eine sträfliche Unterlassung. Ich ergänze sie mit meiner eigenen Bequemlichkeit und verzichte auf eine Recherche. Stattdessen habe ich den Artikel abgetippt: Dies ist nicht das Zeitalter, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/NZZaS-2012-03-26.jpg"><img class="size-medium wp-image-2713 alignright" title="Titelseite NZZ am Sonntag vom 26. März 2012" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/NZZaS-2012-03-26-204x300.jpg" alt="Titelseite NZZ am Sonntag vom 26. März 2012" width="204" height="300" /></a>Die <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/nzzas" target="_blank">NZZ am Sonntag</a> (25. März 2012, Seite 76) berichtet Interessantes über das Lesen. Kurz zusammengefasst:</p>
<p><strong>Wer liest, wird ein besserer Mensch.</strong></p>
<p>Dass der Artikel keine Quellenangabe enthält, ist eine sträfliche Unterlassung. Ich ergänze sie mit meiner eigenen Bequemlichkeit und verzichte auf eine Recherche. Stattdessen habe ich den Artikel abgetippt:</p>
<blockquote><p>Dies ist nicht das Zeitalter, in dem man noch grosse Romane liest. Wem sollten seitenlange erfundene Dialoge oder – noch anstrengender! – detaillierte Beschreibungen heute nützen? Nun, der Beweglichkeit des Gehirns vielleicht. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Wörter wie Lavendel, Zimt oder Harz beim Lesen die gleichen Gehirnaktivitäten in Gang setzten wie die entsprechenden Gerüche. Ebenso aktivieren Bewegungsverben die gleichen Regionen wie die Bewegungen selbst: Wenn der Stürmer auf dem Papier mit Vollrist abzieht, zuckt es den Leser im Fuss. Ist die Sprache anschaulich, unterscheidet das Gehirn also nicht zwischen Leseerfahrung und realem Erleben. Romane bieten zudem den Vorteil, dass sie die Realität nicht nur simulieren, sondern überhöhen. Sie lassen Leser Gefühlsbewegungen nachvollziehen die ihre Erfahrungswelten transzendieren. Als Folge davon – das hat ein Psychologe der York University in Kanada gezeigt – können Menschen, die Romane lesen, sich im realen Sozialleben besser in andere einfühlen und deren Gefühle und Handlungsmotive besser nachvollziehen. Und dies nicht nur, weil sie entsprechend veranlagt sind – der Vorsprung vergrössert sich mit jedem weiteren gelesenen Buch.</p></blockquote>
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		<title>Sunset Park von Paul Auster: Was bleibt, ist die Leere.</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 05:09:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Leselust]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Auster]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Regel kauft und liest man Bücher wegen der Wörter, die in ihnen stehen, die auf ihren Seiten abgedruckt sind. Was auf diesen Seiten weiss geblieben ist, wird hingegen kaum beachtet. Ich erwarte auch nichts von diesen freien, weissen Orten. Sie leisten keinen Beitrag an die Geschichte. Umso stärker ist mir der Schluss von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Paul-Auster-Sunset-Park-last-words-web.jpg"><img class="size-medium wp-image-2119 alignleft" title="Paul Austers &quot;Sunset Park&quot;: die letzte Seite" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Paul-Auster-Sunset-Park-last-words-web-226x300.jpg" alt="Die letzte Seite von Paul Austers Roman &quot;Sunset Park&quot;" width="226" height="300" /></a><strong>In der Regel kauft und liest man Bücher wegen der Wörter,</strong> die in ihnen stehen, die auf ihren Seiten abgedruckt sind. Was auf diesen Seiten weiss geblieben ist, wird hingegen kaum beachtet. Ich erwarte auch nichts von diesen freien, weissen Orten. Sie leisten keinen Beitrag an die Geschichte.</p>
<p>Umso stärker ist mir der Schluss von Paul Austers aktuellem Roman <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0571258816/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0571258816">Sunset Park</a></em> unter die Haut gefahren. Die Kraft ergab sich aus dem <strong>Zusammenspiel der letzten Wörter mit dem freigebliebenen Papier</strong> auf der letzten Seite.</p>
<p><strong>Spoilerwarnung:</strong> Da ich über den Schluss dieses Romanes schreibe, werde ich nicht darum herumkommen, zu verraten, wie die Geschichte ausgeht. Wer trotzdem weiterliest, nehme dies in Kauf und verzichte auch darauf, das nebenstehende Foto genauer zu betrachten.</p>
<p><span id="more-2117"></span>Zunächst: Das Buch hat mich nicht umgehauen. Irgendwie hat es mich nicht in dem Masse eingenommen, wie ich es sonst von Auster gewöhnt bin. Aber der Schluss – <strong>der Schluss hat mich dann für alles entschädigt</strong>. Und dass dieser Schluss eine solche Wirkung entfalten konnte, nachdem die vorangehenden 300 Seiten mich einigermassen kalt gelassen hatten, unterstreicht seine Kraft noch mehr.</p>
<h3>Ein Mann auf der Flucht</h3>
<p><strong>Der Roman folgt der Geschichte des jungen Miles Heller</strong>, der nach einem dramatischen Unfall, bei dem er den Tod seines Stiefbruders verschuldet, aus seiner Lebensumgebung ausbricht und alles hinter sich lässt, um an einem neuen Ort ganz neu anzufangen. Tatsächlich findet er in der Beziehung zu einer Frau eine neue Perspektive. Gezwungen, sich für einige Monate von seiner grossen Liebe zu trennen, lebt er in der Hoffnung, nach der Trennung mit ihr ein gemeinsames Leben aufzubauen. Diese Hoffnung bewegt ihn auch dazu, sich den alten Wunden zu stellen und neu den Kontakt mit seinen Eltern aufzunehmen, die er vor Jahren ohne Angabe eines Grundes verlassen hat.</p>
<p>Soweit so gut. Doch dann, 10 Seiten vor dem Schluss, passiert wieder einmal <strong>einer dieser unerwarteten, blöden, alles vernichtenden Zwischenfälle, für die ich Austers Arbeit so liebe, weil sie ist wie das Leben.</strong> Und dann geht ganz schnell ganz viel kaputt.</p>
<h3>Am Ende die Leere</h3>
<p>Der Roman lässt uns zurück mit einem Bild von Miles Heller, der in einem Taxi unterwegs ist zu seinem Vater, der ihm in der neuen bedrohlichen Situation seine Hilfe angeboten hat. Doch dieses Angebot steht nicht im Vordergrund. Dort steht stattdessen <strong>der komplette Verlust aller Hoffnung</strong>. Der letzte Satz von <em>Sunset Park</em> zieht sich über beinahe eineinhalb Seiten, ein Gedankenschwall, der nicht abreissen will und dem ich mich nicht entziehen kann. Und am Schluss steht das (Übersetzung durch mich. Aus mir unbekannten Gründen ist das Buch noch nicht auf Deutsch erschienen):</p>
<blockquote><p>… and he wonders if it is worth hoping for a future when there is no future, and from now on, he tells himself, he will stop hoping for anything and live only for now, this moment, this passing moment, the now that is here and then not here, the now that is gone forever.</p>
<p>… und er fragt sich, ob es sich lohnt, auf eine Zukunft zu hoffen, wenn es doch keine Zukunft gibt, und von jetzt an, so sagt er sich selbst, wird er nichts mehr hoffen und nur noch für den Moment leben, diesen Augenblick, diesen vergänglichen Augenblick, das Jetzt, das hier ist und dann fort, das Jetzt, das für immer vergangen ist.</p></blockquote>
<p>Und dann sind drei Viertel der Seite leer (siehe Abbildung).</p>
<p>Wow.</p>
<p><strong>Diese Leere verbündet sich mit den letzten Wörtern, dem letzten Gedanken der Geschichte</strong></p>
<blockquote><p>the now that is gone forever</p>
<p>das Jetzt, das für immer vergangen ist</p></blockquote>
<p><strong>zu einem Schlag in die Magengrube.</strong> So jedenfalls fühlte ich mich. Vielleicht ein bisschen wie Miles Heller, der Protagonist: schwer getroffen, alleingelassen, orientierungslos, plötzlich vor dem Nichts stehend.</p>
<p>Schmerzhaft.</p>
<p><strong>Auch so kann Literatur sein. Auch das vermag Sprache.</strong></p>
<p>Wer keine Bücher liest, verpasst so einiges.</p>
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		<title>Dickens zum Anfassen (fast jedenfalls)</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 15:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Manuskript]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Engländer Charles Dickens (1812 &#8211; 1870) gehört zu den bedeutendsten Autoren der Literaturgeschichte. Sein wohl populärster Roman &#8220;Oliver Twist&#8221; wie auch viele andere seiner Geschichten sind nicht zuletzt dank regelmässiger Verarbeitungen für Kino und Fernsehen nach wie vor präsent. Und Weihnachten ist immer auch ein bisschen Dickens-Zeit, weil auf vielen Fernsehkanälen eine der zahlreichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Engländer Charles Dickens (1812 &#8211; 1870) gehört zu den bedeutendsten Autoren der Literaturgeschichte. Sein wohl populärster Roman &#8220;Oliver Twist&#8221; wie auch viele andere seiner Geschichten sind nicht zuletzt dank regelmässiger Verarbeitungen für Kino und Fernsehen nach wie vor präsent. Und Weihnachten ist immer auch ein bisschen Dickens-Zeit, weil auf vielen Fernsehkanälen eine der zahlreichen Verfilmungen seiner berühmten Erzählung <em>A Christmas Carol</em> (deutsch <em>Eine Weihnachtsgeschichte </em>oder auch <em>Weihnachtslied</em>) ausgestrahlt wird.</p>
<p><em>A Christmas Carol </em>erzählt die Geschichte des griesgrämigen und verbitterten Ebenezer Scrooge. (Diese Schöpfung von Dickens wurde so berühmt, dass ihr Name es in den englischen Wortschatz und ins Wörterbuch schaffte als allgemeine Bezeichnung für einen bitteren bösartigen Zeitgenossen.) Scrooge hasst Weihnachten und lässt das seine Umwelt gerne und deutlich spüren. Dann aber wird er in der Nacht von drei Geistern heimgesucht, die ihm lebensverändernde Einblicke gewähren: in eine vergangene, die gegenwärtige und eine  zukünftige Weihnacht. Diese erschütternde Erfahrung läutert Scrooge quasi vom Saulus zum Paulus.</p>
<p>Als Dickens diese Geschichte 1843 schrieb, tat er dies mit der Feder und von Hand. Schreibmaschinen gab es noch nicht und Computer erst recht nicht. So entstand ein einziges Manuskript von <em>A Christmas Carol, </em>das heute in der Morgan Library in Manhattan aufbewahrt und jährlich um Weihnachten herum ausgestellt wird. Dann ist jeweils eine Seite zu sehen. Nun aber hat die New York Times das ganze Manuskript <a href="http://documents.nytimes.com/looking-over-the-shoulder-of-charles-dickens-the-man-who-wrote-of-a-christmas-carol#p=1">elektronisch zugänglich gemacht</a> und gewährt damit einen faszinierenden Einblick in die Entstehungsgeschichte dieser &#8211; Geschichte.</p>
<p><a rel="http://documents.nytimes.com/looking-over-the-shoulder-of-charles-dickens-the-man-who-wrote-of-a-christmas-carol#p=1" href="http://documents.nytimes.com/looking-over-the-shoulder-of-charles-dickens-the-man-who-wrote-of-a-christmas-carol#p=1" target="_blank"><img class="alignnone size-large wp-image-908" title="a christmas carol manuscript nyt" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/greenshot_2009-12-24_000005-1024x640.jpg" alt="" width="1024" height="640" /></a><span id="more-902"></span>Dickens hatte es mit der der Publikation ziemlich eilig. Erstens ist eine Weihnachtsgeschichte im Frühling schwer zu vermarkten und zweitens brauchte er dringend Geld. Seine Eile zeigt sich in einem Manuskript, das nicht ins Reine geschrieben wurde und daher reich an Korrekturen und Änderungen. Es gewährt deshalb einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise dieses grossen Autors. Die Herausgeber haben einige Stellen des Manuskriptes kommentiert und weisen den Leser so auf speziell aufschlussreiche Passagen hin. So ist gleich auf der ersten Seite zu erfahren, dass Dickens eine Stelle strich, in der er sich negativ über die intellektuellen Fähigkeiten des Prinzen Hamlet äusserte. Offenbar erschien es ihm bei der Überarbeitung doch nicht angemessen, sich über eine so populäre Figur Shakespeares lustig zu machen.</p>
<p>In einer Zeit, in der kaum noch von Hand geschrieben wird, ist der Blick in ein 69-seitiges Manuskript befremdend und anziehend zugleich. Die präzise und regelmässige Handschrift, die Korrekturen als Zeugnisse eines kreativen Prozesses und schliesslich der erzählerische Reichtum &#8211; ich kann mich daran kaum sattsehen.</p>
<p>Den Volltext von <em>A Christmas Carol</em> gibt es <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=432&amp;kapitel=1#gb_found">hier</a> auf Deutsch und <a href="http://en.wikisource.org/wiki/A_Christmas_Carol">hier</a> oder <a href="http://www.open-bks.com/library/classics/dickens_charles_carol/carol-cover.html">hier</a> auf Englisch. Auch verschiedene Hörbuchversionen (in unterschiedlicher Qualität) sind via Google leicht zu finden.</p>
<p>Frohe und gesegnete Weihnachtstage!</p>
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