Der Bindestrich ist ein nützlicher Helfer bei der Spracharbeit. Er erleichtert die Übersicht beim Lesen, wenn er die Bausteine langer Wortverbindungen sichtbar macht, und er hilft im Eifer des Schreibens, Kompliziertes zwar nicht elegant, dafür aber effektiv zu gigantischen Ein-Wort-Verbindungen zusammenzumontieren.

Doch er kann noch mehr! Das wird einem manchmal erst bewusst, wenn er fehlt, wie auf diesem Schild, das ich vor unserer örtlichen Metzgerei fotografiert habe.
Das “hausgemachte Blut” beunruhigte mich, und ich wechselte sicherheitshalber die Strassenseite.
Der Bindestrich hat die Fähigkeit, unsere Sprache sparsamer und damit leichter zu machen. Bei Aufzählungen, die denselben sprachlichen Baustein enthalten, kann der Bindestrich diesen ersetzen. (In dieser Funktion wird er auch Ergänzungsstrich genannt.) Meine Sprechwerkzeuge danken es ihm darum, wenn sie auf dem Markt nicht “Regenmäntel, Wintermäntel, Strickmäntel, Steppmäntel und Bademäntel!” anpreisen müssen (oder müssten, wenn ich Mantelmarktfahrer wäre). Stattdessen übernimmt der Bindestrich die Funktion eines Platzhalters für den bei allen identischen und erst am Schluss genannten 2. Wortbaustein Mantel.
Regen-, Winter-, Strick-, Stepp- und Bademäntel! Weiterlesen:
