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	<title>verständlich&#187; Rhetorik</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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		<title>Hörtipp: Denken mit Powerpoint</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 08:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Powerpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer der Podcasts, die ich mir regelmässig anhören, ist &#8220;Aula&#8221; von SWR2. Besonders spitze ich die Ohren immer dann, wenn es um Kommunikation geht. Gestern hörte ich eine sehr anregende Sendung zum Thema &#8220;Powerpoint&#8221;. Kurz gesagt: Der Referent (Schriftsteller Burkhard Spinnen) kann Powerpoint wenig abgewinnen. Und es gelingt ihm, seine Skepsis nachvollziehbar und deutlich zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="clear: both;">Einer der Podcasts, die ich mir regelmässig anhören, ist &#8220;<a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/aula/-/id=1718548/1pll841/index.html" target="_blank">Aula</a>&#8221; von SWR2. Besonders spitze ich die Ohren immer dann, wenn es um Kommunikation geht. Gestern hörte ich eine sehr anregende <a title="Denken mit Powerpoint" href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/wissen-2-0-denken-mit-powerpoint/-/id=660374/nid=660374/did=7530958/1epa28j/index.html" target="_blank">Sendung</a> zum Thema &#8220;Powerpoint&#8221;.</p>
<p style="clear: both;"><img class="alignleft" style="display: inline; margin: 0pt 10px 10px 0pt;" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Picture_1-thumb1.png" alt="" width="263" height="95" align="left" />Kurz gesagt: Der Referent (Schriftsteller Burkhard Spinnen) kann Powerpoint wenig abgewinnen. Und es gelingt ihm, seine Skepsis nachvollziehbar und deutlich zu begründen und auf 3 Thesen zuzuspitzen.</p>
<p style="clear: both;">Nur einen Gedanken will ich kurz aufgreifen: <strong>Powerpoint verbannt den Redner aus seiner Rede</strong>. Anstatt einer Referentin oder einem Referenten zuzusehen und zuzuhören, betrachtet das Vortragspublikum heute eine kommentierte Diashow. Die Kraft der Rede bleibt auf der Strecke, keine Spur mehr von Begegnung zwischen Redner und Zuhörer.</p>
<p style="clear: both;">Schade nur, dass die Sendung eine eigentliche &#8220;Vorlesung&#8221; ist, die mit lebendigem Sprechen wenig zu tun hat. Besonders durch die ersten 5 oder 10 Minuten muss man sich etwas durchkämpfen, obwohl der Verfasser sich sogar bemüht, sein Thema mit einer Geschichte einzuführen. Doch es lohnt sich, dranzubleiben.</p>
<p style="clear: both;">Die <strong>Podcasts von SWR2</strong> sind übrigens ohnehin mal ein kurzes oder auch langes Reinhören wert. Das Angebot ist sehr umfassend und erstreckt sich in viele Themengebiete. Eine Übersicht gibt es <a title="SWR2 zum Nachhören" href="http://www.swr.de/swr2/service/audio-on-demand/-/id=661264/1cx2cby/index.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Was bringt Rhetorik eigentlich? Antworten 6 bis 9</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 07:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorikk]]></category>

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		<description><![CDATA[Dann mal weiter. (Und wer sich jetzt fragt: &#8220;weiter woher?&#8221;, der nehme doch hier noch einen Anlauf ins Thema.) Rhetorik löst den Theorie-Praxis-Krampf Manchmal wird heftig über den scheinbaren Gegensatz von Theorie und Praxis gestritten. Als liesse sich das eine durch das andere aushebeln. Doch Theorie ohne Praxis oder Praxis ohne Theorie ist wie Schach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dann mal weiter. (Und wer sich jetzt fragt: &#8220;weiter woher?&#8221;, der nehme doch <a href="http://verstaendlich.ch/2011/04/12/was-bringt-rhetorik-eigentlich-antworten-1-bis-5/">hier</a> noch einen Anlauf ins Thema.)</p>
<h3><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/wozu-rhetorik-6-bis-9-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2021" title="wozu rhetorik 6 bis 9 web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/wozu-rhetorik-6-bis-9-web-300x225.jpg" alt="Wozu Rhetorik? Antworten 6 bis 9" width="300" height="225" /></a>Rhetorik löst den Theorie-Praxis-Krampf</h3>
<p>Manchmal wird heftig über den <strong>scheinbaren Gegensatz von Theorie und  Praxis</strong> gestritten. Als liesse sich das eine durch das andere aushebeln.  Doch Theorie ohne Praxis oder Praxis ohne Theorie ist wie Schach auf den  schwarzen Feldern allein (oder auf den weissen, je nach Vorliebe). Die  Rhetorik löst diesen Krampf, da sie aus der Praxis entstand (die  Menschen haben geredet, bevor sie sich Gedanken über dieses Reden  gemacht haben), diese Praxis dann aber theoretisch reflektierte,  die Reflexion wieder zur Praxis führte, die wiederum theoretisch&#8230; Und so geht das auch heute noch.</p>
<h3>Rhetorik fördert die Disziplin</h3>
<p>Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir sagen konnte: &#8220;Das geht dann schon irgendwie. Da improvisiere ich. Dazu fällt mir schon spontan ein Argument oder ein bildhafter Vergleich ein.&#8221; <strong>Wer rhetorisch arbeitet, muss seriös arbeiten</strong>, sich also gründlich vorbereiten. Die rhetorischen Werkzeuge unterstützen mich dabei, indem sie mir helfen, <strong>die investierte Zeit optimal zu nützen</strong>. Wer rhetorisch vorgeht, der weiss, was er in seinen Vorbereitungen zu tun hat und weshalb er es tut.</p>
<h3>Rhetorik ist eine Charakterschule</h3>
<p><span id="more-2003"></span>Wer Disziplin lernt und übt, stärkt seinen Charakter. Die Rhetorik jedoch verlangt noch mehr vom Redner, indem sie ihm immer wieder den Spiegel vorhält und fragt: &#8220;<strong>Bist das wirklich Du?</strong>&#8221; Schon seit 2&#8217;400 Jahren kennt die Rhetorik das Ideal des sittlich-moralischen und gebildeten Redners. Wer weiss, wie er zu reden hat, um zu überzeugen, der soll das gefälligst <strong>in einer aufrichtigen und authentischen Art</strong> tun und ehrlich bleiben.</p>
<h3>Rhetorik ist mentale Selbstverteidigung</h3>
<p>Eine der schmerzhaftesten Verkürzungen im modernen Verständnis der Rhetorik ist wohl die Meinung, dass wir es hier mit einer Einbahnstrasse zu tun haben. Doch <strong>Rhetorik funktioniert in zwei Richtungen</strong>, und in ihren Anfängen war das auch sonnenklar. Wer weiss, wie er zu reden und zu argumentieren hat, der ist auch fähig, das Reden und Argumentieren anderer zu durchschauen. Das ist, wie wenn der Uhrmacher für den Batteriewechsel den Deckel meiner Uhr aufspringen lässt und mein Blick all die tickenden und schwirrenden und pendelnden Rädchen und Winkelchen erfasst.</p>
<p>Und zusammenfassend:</p>
<h3>Rhetorik ist eine Denkschule</h3>
<p>Sie fordert und fördert</p>
<ul>
<li>das kreative Denken,</li>
<li>das strukturierte (und strukturierende) Denken,</li>
<li>das kritische Denken.</li>
</ul>
<p>Und wer entweder keine Zeit oder keine Lust oder weder noch  hat, sich mit schweren Büchern ein umfassenderes Verständnis von  Rhetorik anzueignen, kann dasselbe Ziel in leicht verdaubaren Happen  erreichen. Zum Beispiel durch die Lektüre dieses Blogs. Die in der  Kategorie <a href="http://verstaendlich.ch/category/rhetorik/">Rhetorik</a> veröffentlichten Artikel können ein guter Einstieg sein. Und wer gar nichts mehr verpassen will, kann <a href="http://verstaendlich.ch/feed/" target="_blank">hier</a> den RSS-Feed abonnieren oder sich neue Artikel <a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=verstaendlich&amp;loc=de_DE" target="_blank">per E-Mail</a> zuschicken lassen.</p>
<p>Auf bald!</p>
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		<title>Was bringt Rhetorik eigentlich? Antworten 1 bis 5</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 06:35:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Argumentation]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer heute &#8220;Rhetorik&#8221; hört, denkt zunächst einmal an populäre Ratgeber im Taschenbuchformat. Daran ist auch nichts falsch, denn solche Bücher bieten in der Regel viele hilfreiche Impulse für das Reden vor Publikum. Und doch: Sich auf das zu beschränken, was in den Ratgebern zu finden ist, und das für &#8220;Rhetorik&#8221; zu halten, ist in etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/wozu-rhetorik-1-bis-5-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2009" title="Wozu Rhetorik? Antworten 1 bis 5" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/wozu-rhetorik-1-bis-5-web-300x225.jpg" alt="Wozu Rhetorik? Antworten 1 bis 5" width="300" height="225" /></a>Wer heute &#8220;Rhetorik&#8221; hört, denkt zunächst einmal an <strong>populäre Ratgeber im Taschenbuchformat</strong>. Daran ist auch nichts falsch, denn solche Bücher bieten in der Regel viele hilfreiche Impulse für das Reden vor Publikum. Und doch: Sich auf das zu beschränken, was in den Ratgebern zu finden ist, und das für &#8220;Rhetorik&#8221; zu halten, ist in etwas dasselbe wie in der  Mikrowelle eine Dose Ravioli aufzuwärmen und dann zu meinen, man können  kochen. Diese Klasse von Büchern verschleiert den Blick auf den <strong>Reichtum der Rhetorik</strong>, der sich dem bietet, der etwas genauer hinschaut.</p>
<p>Die Rhetorik ist eine 2&#8217;500 Jahre alte Kunst und Wissenschaft. So lange schon machen Menschen sich systematisch Gedanken über ihr Reden, versuchen, Prinzipien zu formulieren, wenden diese an, denken über Erfolge und Misserfolge nach, passen die Prinzipien an, reden weiter, denken wieder darüber nach&#8230; Der rhetorische Zyklus ist eine <strong>Theorie-Praxis-Spirale, die den, der sich auf sie einlässt, kontinuierlich voranschraubt</strong>.</p>
<p>Doch wohin?</p>
<p><span id="more-1996"></span>Eine kurze <strong>Reihe von Erträgen</strong>, die sich derjenigen und demjenigen erschliessen, der sich auf die Rhetorik einlässt und dabei <strong>über den engen Gartenzaun der Ratgeberliteratur blickt oder sogar springt</strong>:</p>
<h3>Rhetorik ist eine Kommunikationsschule</h3>
<p>Natürlich: Wer reden lernt und übt, kann danach <strong>besser reden</strong>. Doch zur Kommunikation gehört mehr. Da ein wahrhaft rhetorisches Vorgehen uns zwingt, beim Vorbereiten und Reden immer wieder vom Hörer her zu denken, macht die Rhetorik uns auch <strong>zu besseren Zuhörern</strong>.</p>
<h3>Rhetorik ist eine Argumentationsschule</h3>
<p>Sie lehrt den Aufbau von Argumentationen und hilft uns zu verstehen, wie ein Argument funktioniert. Das wiederum macht es einem Redner möglich, seine Argumentation nicht nur vom Bauch, sondern auch vom Kopf her zu durchschauen, Argumente abzuwägen, seine eigene Überzeugung zu prüfen (und allenfalls zu korrigieren) und dann selbst<strong> transparent, fair und gewinnend dafür einzustehen</strong>.</p>
<h3>Rhetorik fördert die Kreativität</h3>
<p>Wer rhetorisch arbeitet, <strong>braucht Ideen</strong>. Ideen für den Stoff der Rede, Ideen für einen fulminanten Auftakt, Ideen für einen packenden Schluss, Ideen für den Auftritt, Ideen für eine lebendige Bildsprache, Ideen für eingängige Formulierungen, Ideen für passende und überzeugende Argumente, Ideen, Ideen, Ideen&#8230;</p>
<h3>Rhetorik fördert das lebenslage Lernen</h3>
<p>Da sie von uns verlangt, zu <strong>wissen, wovon wir reden</strong>, zwingt die Rhetorik uns zur Auseinandersetzung mit unseren Redethemen. So lange, bis ein Redethema <em>mein Thema</em> geworden ist.</p>
<h3>Rhetorik ist eine Analyseschule</h3>
<p>Eine solide Vorbereitung verlangt, ein grosse Menge von Informationen zu <strong>überblicken</strong>, innere Zusammenhänge zu <strong>erkennen</strong> und Strukturen zu <strong>entwickeln</strong>. Das schult das analytische Auge. Gleichzeitig ermutigt uns die Rhetorik, das eigene Reden und auch das der anderen immer wieder zu <strong>reflektieren</strong>, <strong>Schlüsse zu ziehen</strong> und uns <strong>weiterzuentwickeln</strong>.</p>
<p>Mehr Gründe dafür, weshalb es sich lohnt, sich mit Rhetorik zu beschäftigen und ihre Werkzeuge auch einzusetzen, in einigen Tagen.</p>
<p>Übrigens: Wer entweder keine Zeit oder keine Lust oder weder noch hat, sich mit schweren Büchern so hauruck ein breiteres Verständnis von Rhetorik anzueignen, kann dasselbe Ziel in leicht verdaubaren Happen erreichen. Zum Beispiel durch die Lektüre dieses Blogs. Die in der Kategorie <a href="http://verstaendlich.ch/category/rhetorik/">Rhetorik</a> veröffentlichten Artikel können ein guter Einstieg sein. Und wer gar nichts mehr verpassen will, kann <a href="http://verstaendlich.ch/feed/" target="_blank">hier</a> den RSS-Feed abonnieren oder sich neue Artikel <a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=verstaendlich&amp;loc=de_DE" target="_blank">per E-Mail</a> zuschicken lassen.</p>
<p>Auf bald!</p>
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		<title>Der Anfang vom Ende der Unsicherheit</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2011/01/14/der-anfang-vom-ende-der-unsicherheit/</link>
		<comments>http://verstaendlich.ch/2011/01/14/der-anfang-vom-ende-der-unsicherheit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 08:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[frei reden]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsabotage]]></category>
		<category><![CDATA[Unsicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Genug gejammert! In 4 Beiträgen (hier, hier, hier und hier) habe ich über die letzten Wochen das Elend unsicherer Redner beklagt. Damit ist jetzt Schluss. (Ein Elend, übrigens, das den Redner genauso plagt wie sein Publikum.) Ab sofort geht es um sichere Redner oder besser: darum, wie aus unsicheren sichere Redner werden. Sicherheit durch gute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Genug gejammert!</p>
<p>In 4 Beiträgen (<a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/16/warum-redner-sich-selbst-sabotieren-und-wie/">hier</a>, <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">hier</a>, <a href="http://verstaendlich.ch/2010/12/22/selbstsabotage-durch-sprachliche-unarten/">hier</a> und <a href="http://verstaendlich.ch/2011/01/07/selbstsabotage-durch-korperliche-unarten/">hier</a>) habe ich über die letzten Wochen <strong>das Elend unsicherer Redner</strong> beklagt. Damit ist jetzt Schluss. (Ein Elend, übrigens, das den Redner genauso plagt wie sein Publikum.) Ab sofort geht es um sichere Redner oder besser: darum, <strong>wie aus unsicheren sichere Redner werden.</strong></p>
<h3 id="sicherheitdurchgutevorbereitung">Sicherheit durch gute Vorbereitung</h3>
<p>Ein grosser Anteil der Unsicherheit wird durch mangelhafte  Vorbereitung verursacht. Das kann bedeuten, dass ein Redner sich <strong>nicht  oder nicht ausreichend vorbereitet</strong> hat. Oder es kann bedeuten, dass er  sich <strong>falsch vorbereitet</strong> hat. Vor meinen gefürchteten Geschichtsreferaten  am <a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sicherer-redner-web.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1813" title="Sicherer Redner" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sicherer-redner-web-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Gymnasium lernte ich jeweils den Wortlaut meiner Vorträge auswendig.  Ich erhoffte mir davon grössere Sicherheit in einer Situation, die ich  als sehr bedrohlich empfand. Und auch heute noch finde ich diese  Erwartung durchaus nachvollziehbar. Sie ist jedoch trügerisch. Ein  auswendig gelernter Text bringt keine Sicherheit.</p>
<p>Sinnvolle Vorbereitung jedoch bringt sie durchaus. Das Gefühl ist aus  Prüfungen bekannt: Es fühlt sich einfach gut an, in eine  Prüfungssituation zu treten und zu wissen: Ich habe mich gut  vorbereitet. Ich bin bereit. – Dasselbe Ziel muss auch die Vorbereitung  einer Rede verfolgen.<span id="more-1809"></span></p>
<p>Eine gute, wirkungsvolle Vorbereitungsarbeit ist nicht auf einigen  Zeilen zu beschreiben. Sie ist eigentlich eines meiner grossen Themen  auf diesem Blog. Wer sich näher dafür interessiert, ist herzlich  eingeladen, im <a href="http://verstaendlich.ch/archiv/">Archiv</a> herumzustöbern, speziell in den Kategorien <a href="http://verstaendlich.ch/category/rhetorik/"> Rhetorik</a> und <a href="http://verstaendlich.ch/category/roter-faden/">Roter Faden</a>.</p>
<h3 id="sicherheitdurchsicheresauftreten">Sicherheit durch sicheres Auftreten</h3>
<p>In den letzten Artikeln dieser Reihe habe ich mich damit beschäftigt,  wie die Unsicherheit eines Redners erkennbar wird. Dabei ging es mir  nicht darum, Munition zu verteilen, um unsichere Menschen gezielter  kritisieren zu können oder sich selbst unter stärkeren Druck zu setzen.</p>
<p>Ich bin vielmehr überzeugt, dass <strong>diese Ausdrucksformen der Unsicherheit für uns sinnvolle und wirksame Ansatzpunkte bieten, um sicherer zu werden. </strong></p>
<p>Zum Beispiel in der Sprache. Man darf sich die grundsätzliche Frage  stellen: <strong>Wenn ich meine Sprache als sichere Sprache gestalte, werde ich  dann auch sicherer?</strong> Und ich würde antworten: <strong>Ja.</strong> Es lohnt sich daher,  die eigene Sprache etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, am besten  anhand einer Audio-Aufnahme. Sind da Unsicherheitsmerkmale vorhanden?  Weichmacher? Aufgeblähte Floskeln? Unnötige Fremdwörter, die  beeindrucken sollen? Sätze, die mit Fremdwörtern überfrachtet und  beinahe unverständlich sind? – Dort kann ich dann ansetzen und zum  Beispiel zunächst daran arbeiten, <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">Imponierphrasen</a> zu eliminieren.</p>
<p>Und die goldene Regel des Wachstums: <strong>Immer nur eine Sache aufs Mal anpacken!</strong></p>
<p>Wie bei der gesprochenen Sprache geht es <strong>auch bei der Körpersprache</strong>: Ich  beobachte mich selbst, ich ziehe meine Schlüsse, ich verändere eine  Sache. Habe ich die Tendenz, nervös herumzutänzeln? Dann zwinge ich  mich, mindestens in den ersten fünf Minuten, an der Stelle stehen zu  bleiben. Wie angeschraubt? – Warum nicht? Nur so kann ich Neues  ausprobieren und etwas lernen und mich weiterentwickeln.</p>
<p>Äusseres zu verändern ist der erste Schritt dazu, Inneres zu verändern.</p>
<p>Und nicht vergessen: <strong>Immer nur eine Sache aufs Mal anpacken!</strong></p>
<h3 id="sicherheitdurchdieliebezumpublikum">Sicherheit durch die Liebe zum Publikum</h3>
<p>Darüber, wie ich meine Redeangst überwand, habe ich hier schon  geschrieben. Einer der Schlüssel zum unbelasteten Reden bestand für mich  darin, dass ich lernte, <strong>meine Zuhörer nicht als Gegner, sondern als Partner zu sehen.</strong> Das nimmt der Unsicherheit den Saft.</p>
<p>Wer Seine Zuhörer als Gegner sieht, gegen die es anzureden und die es  gegen ihren Willen zu überzeugen gilt, setzt sich unter enormen Druck.  Und viele Redner wird dieser Druck unsicher machen. Wenn meine Zuhörer  jedoch meine Freunde sind, gibt es für mich keinen Grund mehr, mich  unsicher zu fühlen. Die Redesituation hat sich radikal verändert.</p>
<h3 id="sicherheitdurchechtheit">Sicherheit durch Echtheit</h3>
<p>Bei allem Lernen und Trainieren und Feilen geht es nie darum,  Personen oder Techniken zu kopieren. Es geht nicht darum, dass ich mir  eine wirkungsvolle Gestik antrainiere, die nicht zu mir passt; oder eine  Sprache, die ich im Alltag nie verwenden würde.</p>
<p><strong>Ich bin ich. Und ich bleibe ich.</strong> Wenn ich aber eingeschüchtert auf der  Bühne stehe und nicht mehr weiss, wie mir innerlich geschieht, weil  sämtliche Körperfunktionen zu versagen drohen, dann bin ich nicht mehr  ich.</p>
<p>Deshalb ist es mir wichtig, sicher auftreten zu können. Es ist mir  wichtig, in der Begegnung mit dem Publikum entspannt zu sein und  beweglich (innerlich und äusserlich), bereit zu sein, etwas zu geben und  etwas zu bekommen. Dann kann ich auch auf Einschüchterungswerkzeuge wie  die <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">Imponiersprache</a> verzichten. Statt mich mit solchen Techniken in  Sicherheit zu wiegen und dabei Distanz zum Publikum zu erzeugen, kann  ich Nähe zulassen und diese Nähe auch mit einer nahen Sprache  unterstützen.</p>
<p>Und das Wissen, dass ich ich sein darf, dass niemand von mir verlangt,  mein Publikum zu blenden und eine Show abzuziehen, dieses Wissen  entspannt mich noch mehr. Es macht mich noch sicherer.</p>
<p>Das ist für mich Dialog in der Rede. <strong>Das ist freies Reden.</strong></p>
<p>Dorthin entwickle ich mich, indem ich Folgendes tue: <strong>Immer nur eine Sache aufs Mal anpacken!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Selbstsabotage durch körperliche Unarten</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2011/01/07/selbstsabotage-durch-korperliche-unarten/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Jan 2011 07:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsabotage]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn wir doch nur körperlose Daseinsformen wären! Eine Art intelligenter Wolken, deren Gegenwart sich einfach durch eine leicht Trübung in der Luft andeutet. Das Leben wäre so viel einfacher. Vor allem das Leben als Redner. Denn ganz egal, wie sehr wir uns bemühen und unsere Sprache trainieren und an unseren Argumentationsstrategien feilen und unsere Stimme [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir doch nur körperlose Daseinsformen wären! Eine Art intelligenter Wolken, deren Gegenwart sich einfach durch eine leicht Trübung in der Luft andeutet. Das Leben wäre so viel einfacher. Vor allem das Leben als Redner.</p>
<p>Denn ganz egal, wie sehr wir uns bemühen und unsere Sprache trainieren und an unseren Argumentationsstrategien feilen und unsere Stimme kräftigen, bis sie klingt wie die von Barack Obama: <strong>Unser Körper verrät uns doch.</strong> An ihm zeigen sich Friedfertigkeit und Aggressionen, Freude und Bedrückung, Sicherheit und Verunsicherung.</p>
<p>Unser Körper ist <strong>wie die Nase von Pinocchio, nur noch viel mächtiger</strong>: Erstens vermag er viel mehr Nuancen auszudrücken als nur Lüge oder Wahrheit, und zweitens hat er viel mehr Möglichkeiten dazu, als nur länger zu werden oder nicht. So viele Möglichkeiten, dass einige von ihnen dem Redner selbst verborgen bleiben und vom Publikum nur unbewusst aufgenommen werden. Aber aufgenommen werden sie.</p>
<h3 id="derstand">Der Stand</h3>
<p>Ich finde, am Stand <strong>zeigt sich am deutlichsten, wie sicher oder unsicher ein Redner sich fühlt.</strong> Der unsichere Redner zeigt sich in verschiedenen Typen:<span id="more-1799"></span></p>
<ul>
<li><strong>Der Seemann</strong>: Seine Füsse stehen zwar fest am Boden, sein Körpergewicht aber verschiebt er im Sekundentakt schwankend von links nach rechts nach links nach rechts…</li>
<li><strong>Der Tänzer</strong>: Seine Füsse sind ständig irgendwie in Bewegung, während er selbst sich nicht von der Stelle bewegt.</li>
<li><strong>Der Storch</strong>: Er balanciert sein Gewicht auf einem Fuss, während der andere in irgendeiner Position mehr oder weniger funktionslos (er trägt ja nichts) und auch etwas unmotiviert herumsteht (zum Beispiel unterhalb eines angewinkelten Knies in <a href="https://everydaydrinking.files.wordpress.com/2009/09/james-bond-logo-poster-c100534671.jpg?w=360&amp;h=508" target="_blank">James-Bond-Manier</a>* nur mit den Zehen den Boden berührend).</li>
<li>Und dann noch das bei unsicheren Rednerinnen verbreitete <strong>Phänomen der verschränkten Beine</strong>. Ich habe das bei Männern noch nie gesehen, beobachte es bei Frauen aber regelmässig: Dort wo der rechte Fuss stehen sollte, steht der linke und umgekehrt. Das Ergebnis ist ein X mit Kreuzung bei den Knien. (Der Grund, weshalb Männer das nicht machen, liegt wahrscheinlich einfach daran, dass sie es aufgrund ihrer verminderten Beweglichkeit nicht hinbekommen.)<a href="https://everydaydrinking.files.wordpress.com/2009/09/james-bond-logo-poster-c100534671.jpg?w=360&amp;h=508"></a></li>
</ul>
<p>Diese Positionen haben alle eines gemeinsam: <strong>Sie sind instabil. Und auf einem instabilen Fundament kommt einfach kein Gefühl von Sicherheit auf.</strong></p>
<p>In Rhetorik-Kursen gebe ich darum immer zwei Empfehlungen dafür ab, wie ich mich als Redner vor mein Publikum stellen möchte:</p>
<ul>
<li>stabil (auf beiden Füssen)</li>
<li>aufrecht (mit geradem Rücken und aufgerichtetem Kopf)</li>
</ul>
<p>Und das ist auch das erste, was ich tue, wenn ich vor Publikum spreche: <strong>Ich stelle mich stabil und aufrecht hin. Erst dann mache ich den Mund auf.</strong></p>
<h3 id="diehnde">Die Hände</h3>
<p>Arme und Hände können uns ebenfalls einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen. Sie verraten die Unsicherheit des Redners meist dadurch, dass sie sich <strong>in irgendeiner Form winden oder verstecken.</strong> Vielleicht findet die eine Hand an der anderen auch einen Ring, mit dem sie spielen kann, um sich die Zeit bis zum Ende der Rede zu vertreiben.</p>
<p>All dies wirkt unsicher und abwesend. Der Redner scheint dann einfach nicht ganz da zu sein. Dabei braucht es gar nicht viel: Die <strong>ruhig auf Bauchhöhe positionierten Hände, die sich leicht berühren,</strong> sind schon ein guter Ansatzpunkt, um eine ruhige und sichere Körpersprache zu trainieren.</p>
<p><strong>Und die Hosentasche?</strong> – Sie ist dann ein Problem, wenn sie als Versteck dient; und dann, wenn sie – wie der Ring am Finger – der Hand Spielzeug (zum Beispiel einen Schlüsselbund) anbietet. Ab und zu aber ganz natürlich eine Hand in die Hosentasche zu stecken kann Entspannung kommunizieren und damit die Botschaft: „Ich fühle mich wohl bei Euch.“</p>
<h3 id="bewegungaufderbhne">Bewegung auf der Bühne</h3>
<p>Die frei gehaltene Rede bietet die grossartige Chance, sich ohne Bindung an ein Rednerpult frei bewegen zu können. Ein Redner, der wie angeschraubt an einer Stelle stehen bleibt, vermittelt wenig Dynamik und wird es wahrscheinlich schwer haben, sein Publikum über längere Zeit aufmerksam zu halten. Die Bewegungsfreiheit kann <strong>für einen unsicheren Redner aber zur Überforderung werden.</strong> Und dann kommt das Herumtigern. <strong>Dann kommen die hektischen Bühnenspaziergänge, die innere Unruhe verraten.</strong></p>
<p>Seitwärts. Vor und zurück. Einfach bewegen.</p>
<p>„Bloss nicht stehenbleiben“, scheint ein solcher Redner sich zu denken. Dabei liesse die Bewegung auf der Bühne sich als wirkungsvolles Kommunikationsmittel einsetzen, um die Botschaft zu verstärken und zu versenken. Dafür aber muss sie kontrolliert sein.</p>
<h3 id="berdenkrperzumehrsicherheit">Über den Körper zu mehr Sicherheit</h3>
<p>Der Körper ist verräterischer als die Nase von Pinocchio. Doch das hat auch sein Gutes: Unser Körper bietet uns auch <strong>einen einfachen Zugang, im Auftreten sicherer zu werden.</strong> Wo ich mir sprachliche Unarten abgewöhne und so eine „sicherere“ Sprache gewinne, wird das sich auch auf mein Gefühl von Sicherheit auswirken. Der Körper aber bietet meiner Meinung nach den <strong>schnellsten und wirksamsten Zugang zur inneren Zentrale</strong>. Ein sicherer Stand zum Beispiel erzeugt augenblicklich ein Gefühl grösserer Sicherheit – beim Redner wie auch beim Publikum. Der sichere Stand ist deshalb noch längst nicht in mein natürliches Repertoire integriert, aber wenn ich ihn einmal erlebt habe, werde ich ihn gerne und regelmässig einsetzen, um ein sicherer Redner zu werden.</p>
<p>Doch heute geht es mir noch nicht um Lösungsansätze. Die folgen im letzten Artikel dieser Reihe.</p>
<p>* Natürlich sieht das bei James Bond irgendwie cool und locker aus. Aber James Bond hat auch eine Lizenz zum Töten und daher viel weniger Probleme, sein Publikum wach zu halten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Selbstsabotage durch sprachliche Unarten</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/12/22/selbstsabotage-durch-sprachliche-unarten/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 06:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsabotage]]></category>
		<category><![CDATA[verbale Watte]]></category>
		<category><![CDATA[Weichmacher]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn die Unsicherheit des Redners seine Botschaft durchrauscht wie ein Störsender das Radioprogramm, dann kann sich das in ganz verschiedenen Formen zeigen. Zum Beispiel an nervigem bis ablöschendem Imponiergehabe. Oder an anderen sprachlichen Unarten, die sich einschleichen und von denen der Redner sich unbewusst Stabilität erhofft. Selbstversicherung Das kann er zum Beispiel machen, indem er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn <strong>die Unsicherheit des Redners seine Botschaft durchrauscht</strong> wie  ein Störsender das Radioprogramm, dann kann sich das in ganz  verschiedenen Formen zeigen. Zum Beispiel an nervigem bis ablöschendem <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">Imponiergehabe</a>. Oder  an anderen sprachlichen Unarten, die sich einschleichen und von denen  der Redner sich unbewusst Stabilität erhofft.</p>
<h3 id="selbstversicherung">Selbstversicherung</h3>
<p>Das kann er zum Beispiel machen, indem er sich gelegentlich (oder  häufig) seiner selbst versichert und zwischen seinen Sätzen immer wieder  einmal ein „Genau“ platziert. Dieses „Genau“ leistet <strong>keinen Beitrag an  den Inhalt oder das Kommunikationsgeschehen, sondern ist ein reiner  Selbstzuspruch.</strong> Wie wenn sich einer selbst auf die Schulter klopft (was –  nebenbei gesagt – manchmal richtig gut tun kann). Mit einem solchen  „Genau“ sagt der Redner zu sich selbst:</p>
<blockquote><p>Genau, ich hab alles unter Kontrolle.</p>
<p>Genau, so hatte ich mir das gedacht.</p>
<p>Genau, ich bin noch voll auf Kurs.</p></blockquote>
<p>Die böse Stiefmutter von Schneewittchen sagte wahrscheinlich auch  „genau“, nachdem sie sich von ihrem Zauberspiegel einmal mehr hatte  bestätigen lassen, dass sie weit und breit die Schönste war. <em><span id="more-1787"></span>Genau.</em> – Und damit war sie sich wieder für eine kurze Zeit sicher, die  Situation im Griff zu haben.</p>
<p>Auch „gut“, kann als Selbstversicherungen dienen. Natürlich meine ich  nicht das vollkommen angemessene und natürliche „Gut, dann wenden wir  uns dem nächsten Punkt zu“, sondern das isolierte und vor allem häufig  wiederkehrende „Gut“, das sich prominent zwischen zwei Pausen platziert  und dabei vom Redner doch nicht bemerkt wird:</p>
<blockquote><p>… und da Ergebnis ist eine Tasse Kaffee, die dem professionellen  Standard entspricht.</p>
<p>[Pause]</p>
<p>Gut.</p>
<p>[Pause]</p>
<p>Doch nicht nur das Brühen des Kaffees, sondern auch das Aufschäumen der  Milch will gelernt sein. Folgendes ist zu beachten…</p></blockquote>
<p>Ob ein „Genau“ oder ein „Gut“ der unbewussten Selbstversicherung dienen  sollen, ist meist daran zu erkennen, dass sie fast gedankenverloren  daherkommen und der Redner sie eben nicht an das Publikum wendet,  sondern an sich selbst.</p>
<h3 id="blhsprache">Blähsprache</h3>
<p>Eine weitere Unart ist die gespreizte, aufgeblähte Sprache. Hier  befinden wir uns im Grenzgebiet zum <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">Imponiergehabe</a>.  Ich habe unter diesem Stichwort bereits auf den einschüchternden  Gebrauch von Fremdwörtern und Fachausdrücken hingewiesen. Auch die  Konstruktion unhandlicher sprachlicher Gebilde mit vielen Substantiven  (Hauptwörtern) gehört in diese Kategorie. Und leider leistet die  deutsche Sprache hier wirksame Beihilfe zur sprachlichen Verunstaltung.</p>
<blockquote><p>Beim Brühen des Kaffees ist auf die Frische des Wassers zu achten,  welches zum Einsatz kommt. Bei mangelnder Frische ist ist mit einer  Beeinträchtigung des Brühergebnisses zu rechnen, die sich zum Beispiel  in einer gewissen Schalheit zeigt.</p></blockquote>
<p>Ich weiss nicht, wie <strong>die hauptwortlastige Sprache zu ihrem Ruf gekommen  ist, gescheit zu tönen.</strong> Ich finde sie einfach nur sperrig und leblos.  Viel schöner und gewinnender und einprägsamer wäre doch:</p>
<blockquote><p>Wenn Sie Kaffee brühen, achten Sie unbedingt auf frisches Wasser!</p></blockquote>
<h3 id="verbalewatte">Verbale Watte</h3>
<p>Die verbreitetste sprachliche Unart bei unsicheren Rednern sind aber  wohl die Weichmacher. Sie helfen, <strong>den Inhalt in Watte zu hüllen, damit  er sicher niemandem wehtut.</strong> Denn genau darum geht es dem unsicheren  Redner ja: Einfach nicht anecken. Ein unsicherer Redner ist nicht mutig.</p>
<p>Logisch eigentlich, <strong>dass einer, der sich seiner Sache nicht sicher ist,  diese Sache auch unsicher formuliert.</strong> Und genau diesen Zweck erfüllen  die Weichmacher. Sie heissen <em>eigentlich, vielleicht, ein bisschen, so, wahrscheinlich, einigermassen, gewissermassen, könnte, würde, möchte</em> und so ähnlich, und sie dämpfen alles ab, was da Ecken und Kanten hat.</p>
<blockquote><p>Sie wissen wahrscheinlich schon Einiges über die Zubereitung von  Kaffee. Ich möchte heute ein bisschen zeigen, wie wir das bei uns so  machen.</p></blockquote>
<p>Solch weiche Aussagen tun zwar wirklich nicht weh, was an sich ja schön  ist, leider bewirken sie aber auch sonst herzlich wenig. Ich jedenfalls  habe überhaupt keine Lust darauf, mir von einem, der sich selbst  offenbar nicht einmal für einen Experten hält, „ein bisschen“ etwas über Kaffee oder sonst irgendein Thema erklären zu lassen. (Mehr über verbale Watte gibt es in diesem <a href="http://verstaendlich.ch/2010/03/26/wer-sagt-was-er-meint-wird-verstanden/">Artikel</a>.)</p>
<h3>Gute Besserung!</h3>
<p>Diese Unarten (im Schweizerdeutschen gibt es den schönen Begriff <em> Mödeli</em>) schleichen sich ein. Besonders anfällig dafür ist,  wer spontan und frei redet, eine an sich ja sehr lobenswerte Sache. Aber  auch wer sich detailliert vorbereitet, ist nicht gegen diese Unarten  gefeit. Denn schon in der Vorbereitung lassen sich Weichmacher und  Blähsprache einbauen. Wer sich diese Art zu reden einmal angewöhnt hat,  wird sich auch in der Vorbereitung im stillen Kämmerlein so ausdrücken.</p>
<p>Deshalb kann <strong>ein erster Ansatz zur Besserung</strong> schon dort beginnen: In  der Kontrolle der Vorbereitungsnotizen oder des Redemanuskriptes.  Besonders heilsam und gewinnbringend aber ist das Abhören einer  Audioaufnahme des eigenen Redens. Hier bleibt keine Unart unentdeckt.  Das kann im ersten Moment vielleicht erschüttern. Aber der Gewinn ist  maximal.</p>
<p>Doch all dies bleibt Kosmetik, wenn ich als Redner nicht <strong>gleichzeitig  daran arbeite, mich in der Begegnung mit dem Publikum sicherer zu  fühlen</strong>. Dazu demnächst mehr, nachdem ich im dritten Teil dieser kleinen  Reihe (nächste Woche) noch über Selbstsabotatge durch Körpersprache  schreiben werde.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Selbstsabotage durch Imponiergehabe</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 15:02:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Imponiertechniken]]></category>
		<category><![CDATA[Schulz von Thun]]></category>

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		<description><![CDATA[Niemand fühlt sich gerne unsicher. Und wer sich so fühlt, möchte das ändern. Dafür gibt es verschiedene Strategien, wie ich letzte Woche notiert habe. Eine ist, was Schulz von Thun in seinem Klassiker Miteinander reden: Band 1, Störungen und Klärungen „Imponiertechniken“ nennt (S. 107). Meine sehr verehrten Damen und Herren, möglicherweise haben Sie schon eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand  fühlt sich gerne unsicher. Und wer sich so fühlt, möchte das ändern.</p>
<p>Dafür gibt es verschiedene Strategien, wie ich <a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/16/warum-redner-sich-selbst-sabotieren-und-wie/">letzte Woche</a> notiert habe. Eine ist, was Schulz von Thun in seinem Klassiker <a href="https://www.amazon.de/gp/product/3499174898?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3499174898" target="_blank"><em>Miteinander reden: Band 1, Störungen und Klärungen</em></a> <strong>„Imponiertechniken“</strong> nennt (S. 107).</p>
<blockquote><p>Meine sehr verehrten Damen und Herren, möglicherweise haben Sie schon eines meiner Bücher zum Thema gelesen.</p></blockquote>
<p>Gut, das geht ja jetzt noch. Wenn er Bücher zum Thema geschrieben hat, kann das für sein Referat ja relevant sein.</p>
<blockquote><p>Vieles darin schien Ihnen womöglich schwer zugänglich. Machen Sie sich deswegen keine Gedanken, ich schreibe natürlich in der Regel für ein Expertenpublikum.</p></blockquote>
<p>Mir wird schon etwas unwohl.<span id="more-1760"></span></p>
<blockquote><p>Ich darf Ihnen aber versichern, dass ich heute Abend alles daran setzen werde, mich in einer Art und Weise auszudrücken, dass auch Sie mir werden folgen können.</p></blockquote>
<p>Auf Wiedersehen! – Ich habe mich verabschiedet (mindestens innerlich, lieber aber auch äusserlich).</p>
<p>Die Imponiersprache kann ganz verschiedene Formen annehmen. Sie verfolgt aber immer dasselbe Ziel: <strong>Ich stelle mich als Redner in das bestmögliche Licht, damit auch die in der letzten Reihe erkennen, wie hell ich bin.</strong></p>
<p>Das Raffinierte daran ist, dass Imponierphrasen oft eher beiläufig platziert werden. Damit arbeitet der Redner dann so nebenher am glanzvollen Selbstbild. Ein Beispiel von Schulz von Thun:</p>
<blockquote><p>Auf den Intelligenzquotienten kann man nicht viel geben. Meiner liegt angeblich bei 131, aber ich stell mich oftmals ziemlich dämlich an.</p></blockquote>
<p>Diese Beiläufigkeit ist nicht überraschend. Denn schliesslich will der Redner ja eine <strong>Unsicherheit kompensieren, die ihm nicht bewusst ist</strong>. Da rutschen solche Phrasen dann einfach heraus. Der Redner ist nicht mehr Herr seiner selbst. Jedenfalls nicht seiner Sprechwerkzeuge.</p>
<p>Im Folgenden <strong>einige Varianten</strong> der Imponiersprache (ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit):</p>
<ul>
<li>Hinweise auf <strong>Bücher</strong>, die ich gelesen habe (am liebsten unterstützt durch einen Bücherstapel auf dem Tisch)</li>
<li>Hinweise auf <strong>berühmte Menschen</strong>, die ich kenne</li>
<li><strong>Abwertende Beurteilung</strong> von Experten</li>
<li>Hinweise auf <strong>Ausbildungen oder berufliche Positionen</strong> („Viele bestehen darauf, mit ‚Doktor‘ angesprochen zu werden. Ich sehe das ganz locker.“)</li>
<li><strong>Abwertung</strong> anderer oder ihrer Leistung</li>
<li><strong>Abwertung des Publikums</strong> („Wenn Sie dieses Buch einmal gelesen und verstanden haben…“ – Habe ich wirklich so in einem Referat gehört und selbstverständlich sofort notiert. Ehrenwort!)</li>
<li>Und besonders beliebt: <strong>komplizierte Sprache</strong>, z. B. durch unnötige Fremdwörter oder lange Schachtelsätze (Sie kann beim Zuhörer die Reaktion auslösen: „Ich verstehe zwar kein Wort, aber es klingt enorm gescheit. Der Mann muss ein wahrer Experte sein.“</li>
</ul>
<p>Wer die Imponiersprache meiden, sich aber trotzdem als Experte positionieren will (und welcher Redner will das nicht?), steht also in einem gehörigen Spannungsfeld. Wie ich darin überlebe, habe ich mir gerade als Idee für einen weiteren Blogpost notiert.</p>
<p>Welchen <strong>Effekt</strong> hat solches Imponiergehabe? – Diese Frage kann jeder selbst beantworten, der sich überlegt, welche Reaktion die Beispielsätze oben bei ihm auslösen.</p>
<p>Zwei Dinge sind zu lernen:</p>
<p>Erstens (das unwichtigere Ding): Wer ein Radar für die Techniken der Imponiersprache hat, <strong>kann diese leicht erkennen</strong>. Zu beeindrucken ist so jemand dann kaum mehr. Eher im Gegenteil.</p>
<p>Zweitens (das wichtigere Ding): Wer ein Radar für die Techniken der Imponiersprache hat, kann sie <strong>bei sich selbst schon im Ansatz erkennen und abwürgen</strong>.</p>
<p>Es gibt andere, viel gesündere Wege, die eigene Unsicherheit zu besiegen und dabei erst noch die Nähe zum Publikum zu fördern. (Meine Anregungen dazu folgen als Abschluss dieser Artikelreihe, wahrscheinlich so um Weihnachten herum.) Denn <strong>die Imponiersprache erzeugt ja genau das Gegenteil: Distanz.</strong> Und wenn ein Redner aus seiner Unsicherheit heraus Distanz zum Publikum schafft (wahrscheinlich, weil er sich vor den Zuhörern fürchtet), dann haben alle verloren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum Redner sich selbst sabotieren. Und wie.</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/11/16/warum-redner-sich-selbst-sabotieren-und-wie/</link>
		<comments>http://verstaendlich.ch/2010/11/16/warum-redner-sich-selbst-sabotieren-und-wie/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 08:06:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Körpersprache]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsabotage]]></category>
		<category><![CDATA[Unsicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer vor Publikum spricht, ist angespannt. Hoffentlich. Wäre das nicht der Fall, müsste man auf Gleichgültigkeit schliessen, und die ist eine Beleidigung des Publikums. Die Anspannung des Redners hat mit Unsicherheit zu tun. Und jede Redesituation bringt ein gewisses Mass an Unsicherheiten mit sich. Ganz egal, wie gut ich mich vorbereitet habe, kann ich beispielsweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer vor Publikum spricht, ist angespannt. Hoffentlich. </strong>Wäre das nicht der Fall, müsste man auf Gleichgültigkeit schliessen, und die ist eine Beleidigung des Publikums.</p>
<p><strong>Die Anspannung des Redners hat mit Unsicherheit zu tun. </strong>Und jede Redesituation bringt ein gewisses Mass an Unsicherheiten mit sich. Ganz egal, wie gut ich mich vorbereitet habe, kann ich beispielsweise mein Publikum nur begrenzt einschätzen und darum auch nicht vorhersagen, wie es auf mich reagiert. Das verlangt Flexibilität, Reaktionsvermögen, Freiheit – und erzeugt Unsicherheit. Doch <strong>genau diese Unsicherheit ist es ja, die den Spass an der Sache ausmacht</strong>. Und diese Unsicherheit ist es auch, von der ich hier nicht rede.*</p>
<p>Es gibt <strong>eine andere Unsicherheit</strong>, die sich ebenfalls in der Anspannung des Redners äussert, die ich jedoch als <strong>belastend und daher ungesund</strong> bezeichnen würde.</p>
<p><span id="more-1731"></span>Erstens, weil sie dem Redner <strong>Bauchweh</strong> bereitet (oder andere unangenehme Symptome hervorruft).</p>
<p>Zweitens, weil sie sich während der Rede in unpassender und schädlicher Weise Ausdruck verschaffen kann, und den Redner dazu bringt, <strong>sich selbst zu sabotieren</strong>.</p>
<p>Und kreativ wie der Mensch ist, treibt diese Unsicherheit ganz unterschiedliche hässliche Blüten:</p>
<ul>
<li>Zum Beispiel in einer <strong>Körpersprache</strong>, die dem Publikum entgegenschreit: &#8220;Ich habe Angst vor Euch!&#8221;</li>
<li>Oder in <strong>ungeschickten Formulierungen</strong>, mit denen der Redner seine Position als Experte unterstreichen möchte, weil er sich nicht sicher ist, ob das Publikum ihn als solchen akzeptieren will.</li>
<li>Oder mit <em>Ähs</em> und <em>Oders</em> und <em>Vielleichts</em> und ähnlichen <strong>verbalen Kurzschlüssen</strong>.</li>
</ul>
<p><strong>Diese unbewussten und deutlichen Signale sprechen dann oft lauter als der Inhalt der Rede</strong> und bestimmen so den Eindruck, den der Redner hinterlässt; und das, ohne dass dieser es kontrollieren könnte.</p>
<p>Für die nächsten Wochen plane ich darum, auf eine Reihe rednerischer Unarten einzugehen, deren Quelle in der Unsicherheit des Redners liegt. Und natürlich werden auch Vorschläge nicht fehlen, wie diese Unsicherheit beseitigt oder mindestens so bewusst gemacht werden kann, dass sie mich nicht zur Selbstsabotage zwingt.</p>
<p>Nachtrag: Inwischen sind alle Artikel der Reihe online :</p>
<ul>
<li><a href="http://verstaendlich.ch/2010/11/26/selbstsabotage-durch-imponiergehabe/">Selbstsabotage durch Imponiergehabe</a></li>
<li><a href="http://verstaendlich.ch/2010/12/22/selbstsabotage-durch-sprachliche-unarten/">Selbstsabotage durch sprachliche Unarten</a></li>
<li><a href="http://verstaendlich.ch/2011/01/07/selbstsabotage-durch-korperliche-unarten/">Selbstsabotage durch körperliche Unarten</a></li>
<li><a href="http://verstaendlich.ch/2011/01/14/der-anfang-vom-ende-der-unsicherheit/">Der Anfang vom Ende der Unsicherheit</a></li>
</ul>
<p>* Ausdrücklich zu erwähnen, wovon man <em>nicht</em> sprechen will, ist ein sehr wirksames Stilmittel (in der klassischen Rhetorik <em>Paralipse</em> genannt). Es erzeugt eine Art paradoxen Effekt, indem es gerade durch den ausdrücklichen Verzicht eine Aussage oder ein Stichwort für einen kurzen Moment in den Mittelpunkt stellt und so die Aufmerksamkeit des Publikums bündelt. – Unbedingt ausprobieren!</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Publikumswirksame Selbstsabotage</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/05/07/publikumswirksame-selbstsabotage/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 08:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstsabotage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://verstaendlich.ch/?p=1189</guid>
		<description><![CDATA[Es geht doch nichts über die Eröffnung eines Auftrittes mit einer Entschuldigung: &#8220;Es tut mir leid, dass ich mich nicht besser vorbereiten konnte.&#8221; Mancher versucht es auch auf die weniger explizite Weise: &#8220;Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.&#8221; Auch ein solcher Satz ist eine Art von Entschuldigung, wenn auch eine indirekte. Er enthält die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht doch nichts über die Eröffnung eines Auftrittes mit einer Entschuldigung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es tut mir leid, dass ich mich nicht besser vorbereiten konnte.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mancher versucht es auch auf die weniger explizite Weise:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch ein solcher Satz ist eine Art von Entschuldigung, wenn auch eine indirekte. Er enthält die unausgesprochene Botschaft: &#8220;Was ich zu sagen habe, ist es eigentlich nicht wert, Ihre Zeit in Anspruch zu nehmen.&#8221; <strong>Mit einem solchen Ausdruck des Bedauerns (einer Entschuldigung eben) sägt ein Redner nicht nur an dem Ast, auf dem er sitzt.</strong></p>
<p>Er fällt den Baum.</p>
<p>Nein, er fällt den Wald.</p>
<p><span id="more-1189"></span>Als ich mir kürzlich wieder einmal den Film &#8220;Love Actually&#8221; ansah, stiess ich auch dort auf eine solche Entschuldigung. Die Szene: Ein Schulkonzert wurde eingeübt und steht nun vor der Aufführung. Bevor die Show losgeht, begrüsst einer der Lehrer das Publikum im überfüllten Saal und schliesst mit den Worten: &#8220;Some of the staff have decided to help out. And for this, I apologise.&#8221; (&#8220;Einige der Lehrer haben sich entschieden mitzuhelfen, und dafür entschuldige ich mich.&#8221;) Im Gegensatz zu meiner sonstigen Abneigung gegen Entschuldigungen in ähnlichen Situationen fand ich das absolut gelungen und witzig. Wohl aus dem einfachen Grund, dass die &#8220;Entschuldigung&#8221; mit einem Augenzwinkern (natürlich kein wirkliches Augenzwinkern, meine Güte!) daherkam. Ein gelungener, witziger Moment.</p>
<p>Im Gegensatz zu <strong>alltäglichen Bühnenentschuldigungen</strong> &#8211; ganz ohne Augenzwinkern.</p>
<blockquote><p>Ich weiss, dass es schon spät ist, aber ich &#8230;</p>
<p>Natürlich bin ich kein so guter Redner wie &#8230; Trotzdem möchte ich &#8230;</p>
<p>Wir hatten nicht so viel Zeit zum Üben: Entschuldigen Sie, dass nicht alle alle Töne treffen.</p>
<p>Ich hoffe, dass es nicht zu langweilig war.</p>
<p>Ich hoffe, dass das verständlich war.</p></blockquote>
<p><strong>Solche Aussagen sind Selbstsabotagen und einem Publikum nicht zuzumuten. </strong>In den meisten Fällen verraten sie, dass der Redner nicht dort sein will, wo er ist. Deshalb geht er davon aus, dass auch das Publikum nicht dort sein will, wo es ist. (Und vermutlich liegt er damit auch richtig. Spätestens nach einer solchen Einleitung.)</p>
<p>Eine kleine <strong>Übersetzunghilfe für Bühenentschuldigungen:</strong></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<th align="left">Aussage</th>
<th align="left">Bedeutung</th>
<th align="left">angemessenes Verhalten</th>
</tr>
<tr>
<td>&#8220;Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.&#8221;</td>
<td>Ich habe nichts Interessantes zu sagen.</td>
<td>Nichts sagen.</td>
</tr>
<tr>
<td>&#8220;Ich hoffe, dass ich das jetzt klar rüberbringen kann.&#8221;</td>
<td>Ich habe mich zu wenig vorbereitet</td>
<td>Besser vorbereiten.</td>
</tr>
<tr>
<td>&#8220;Wir hatten nicht so viel Zeit zum Üben. Aber wir geben unser Bestes.&#8221;</td>
<td>Wir bezweifeln, dass Sie uns überhaupt sehen oder hören wollen.</td>
<td>Selbstbewusster werden.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Natürlich geht es mir nicht um den genauen Wortlaut der vorgeschlagenen Bedeutung. Doch eine Aussage in der Art, wie ich sie in der linken Spalte aufgeführt habe, transportiert weit mehr, als ich eigentlich ausdrücken möchte. Sie wirkt auf den ersten Blick vielleicht bescheiden und dient ja vor allem dem Selbstschutz, aber <strong>kein Mensch im Publikum ist daran interessiert, dass ich mich kurz halte, wenn ich mich gut vorbereitet habe und mein Stoff interessant ist.</strong> (Von einigen wenigen vielleicht einmal abgesehen, denen man es ohnehin nie Recht machen kann. Und vielleicht haben die ja auch nur vergessen, zuhause die Kerzen auszublasen.)</p>
<p>Wer sich vor sein Publikum stellt, muss mutig sein. <strong>Menschen hören gerne mutigen Menschen zu. </strong>(Ich meine <em>mutig</em>, nicht arrogant und eitel.) Sie wollen sicher sein, dass hier einer steht, der</p>
<ul>
<li>etwas zu sagen hat.</li>
<li>gerne über seinen Stoff redet.</li>
<li>sich in seiner Rolle sicher und wohl fühlt.</li>
<li>sich gründlich vorbereitet hat.</li>
<li>sich auf die Begegnung mit dem Publikum freut.</li>
</ul>
<p><strong>Wer sich für seinen Auftritt direkt oder indirekt entschuldigt, beschädigt diesen Eindruck nachhaltig.</strong></p>
<p>Natürlich werden Entschuldigungen dieser Art nicht vorbereitet. Sie rutschen einem in der Regel einfach heraus. Sie sind daher oft eine Folge ungenügender Vorbereitung, ein Ausdruck von Unsicherheit.</p>
<p>(Und bevor jemand einwendet: &#8220;Dann sind sie ja auch angebracht!&#8221; kontere ich ganz schnell: Das ist ja gar nicht der Punkt! Auch ein langweiliger und schlecht vorbereiteter Redner darf gerne darauf verzichten, sich auf diese Weise noch weiter zu demütigen &#8211; und sein Publikum zusätzlich zu quälen.)</p>
<p>Die gute Kehrseite: <strong>Diese rhetorische Unart lässt sich durch ernsthafte Vorbereitung vermeiden.</strong> Wenn ich mir die für unangebrachte Spontanentschuldigungen besonders anfälligen ersten Sätze meines Auftrittes genau zurechtlege und mir die Situation möglichst detailliert vorstelle, dann wird mir kein &#8220;Ich werde mich kurz fassen&#8221; einen Strich durch die Rechnung machen.</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>2 Sargnägel für die Redeangst</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/02/09/2-sargnagel-fur-die-redeangst/</link>
		<comments>http://verstaendlich.ch/2010/02/09/2-sargnagel-fur-die-redeangst/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Lampenfieber]]></category>
		<category><![CDATA[Redeangst]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nächte vor meinen Geschichtsreferaten am Gymnasium verbrachte ich schlaflos. Schon der gewöhnliche Unterricht war der Horror, aber die Aussicht, vor versammelter Klasse und meinem Lehrer alleine dazustehen, lähmte mich vollends. Und leider wiederholte sich das Szenario jedes Semester, bis er in Pension ging. Heute kann ich wenigstes sagen, dass ich weiss, wovon ich spreche, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nächte vor meinen Geschichtsreferaten am Gymnasium verbrachte ich schlaflos. Schon der gewöhnliche Unterricht war der Horror, aber die Aussicht, vor versammelter Klasse und meinem Lehrer alleine dazustehen, lähmte mich vollends. Und leider wiederholte sich das Szenario jedes Semester, bis er in Pension ging.</p>
<p>Heute kann ich wenigstes sagen, dass ich weiss, wovon ich spreche, wenn ich das Wort &#8220;Redeangst&#8221; in den Mund nehme.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/redeangst_web.jpg"><img class="size-full wp-image-1035 alignright" title="Sargnaegel fuer die Redeangst" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/redeangst_web.jpg" alt="" width="454" height="341" /></a>Natürlich tat ich alles, um mich so gut es ging abzusichern. Meine Referate lernte ich im Wortlaut auswendig und versuchte mich davon zu überzeugen, dass so ja eigentlich nichts mehr schief gehen konnte. Doch die Angst blieb.</p>
<p>Es dauerte lange, bis ich die ersten positiven Erfahrungen mit dem Reden vor Publikum machte. Heute habe ich meine Ängste hinter mir gelassen und Spass daran, vor Menschen zu reden.</p>
<p>Was ist passiert?</p>
<p>Äusserlich hat sich kaum etwas geändert: Einer redet, die anderen hören zu. Aber innerlich ist alles anders geworden.</p>
<p>&#8220;Alles&#8221; erkläre ich in zwei Punkten. Es sind zwei Sargnägel, die die Redeangst dorthin bannen, wo sie hingehört:</p>
<p><span id="more-1033"></span></p>
<h2>1. Ich liebe mein Publikum</h2>
<p>Irgendwann begriff ich, dass mein Geschichtslehrer einen Defekt bei mir hinterlassen hatte. Wie eine Beule im Auto. (Ich unterstelle ihm dabei keine böse Absicht, aber Tatsache ist nun einmal, dass ich verbeult aus dem Geschichtsunterricht kam.) Während ich darum kämpfte, lebendig durch mein Referat zu kommen, sass er in der Klasse und machte sich Notizen zu meiner Leistung. Eigentlich redete ich ja nur für ihn.</p>
<p>Und <strong>eigentlich redete ich <em>gegen </em>ihn.</strong></p>
<p>Reden war ein Kampf, den ich zu gewinnen hatte &#8211; oder mindestens zu überleben. Und irgendwann sah ich das ganze Publikum so und jeder Auftritt vor der Klasse war eine Kriegserklärung.</p>
<p>Mit dieser Einstellung konnte ich natürlich nicht frei reden, weil ich nicht frei war.</p>
<p>Die Rhetorik ist in erster Linie aber nicht auf Kampfreden angelegt. In ihren Genen steckt die Demokratie, deren Entstehung eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden ist. Rhetorik war dazu da, Gedanken klar und überzeugend auszudrücken und zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen.</p>
<p>Kurz: Rhetorik war dazu da, miteinander zu reden.</p>
<p>Diese Einsicht hat meine Perspektive als Redner radikal verändert. Ich muss gegen niemanden anreden. Im Gegenteil. <strong>Die Rede &#8211; auch die Rede vor Publikum &#8211; ist ihrem Wesen nach ein Dialog. </strong>Auch dann, wenn das Publikum nichts sagt.</p>
<p>Es war, als hätte einer einen Schalter in meinem Kopf gedrückt. Ich begann, nicht mehr <em>zu </em>Menschen zu sprechen, sondern <em>mit </em>ihnen. Eine Rede wurde immer weniger Kampf und immer mehr gemeinsames Wegstück. Eine kurze Reise, auf die ich mich mit meinen Zuhörern begab und immer wieder begebe. Bis heute hat sich daran nichts geändert.</p>
<p>Wie hat Morrissey gesungen?</p>
<p>Such a little thing<br />
Such a little thing<br />
But the difference it made was grave.</p>
<h2>2. Ich schaue dem Albtraum in die Augen</h2>
<p>Redeangst ist meistens diffus. Das ist ihre Stärke, denn so ist sie kaum fassbar. Es ist aber auch ihre Schwäche, denn <strong>wenn wir genau hinsehen, bleibt in der Regel nicht viel von ihr übrig.</strong> Sie verflüchtigt sich wie ein Hauch Mundgeruch.</p>
<p>Wenn ich vor einer Rede eine unangemessene Anspannung spüre, dann frage ich mich: &#8220;Was ist denn nun das Schlimmste, das mir passieren kann? Was wäre heute der absolute Albtraum?&#8221;</p>
<ul>
<li>Dass ich den Faden verliere?</li>
<li>Dass ich mich verhasple?</li>
<li>Dass die Zuhörer sich langweilen?</li>
<li>Dass einer dazwischenruft?</li>
<li>Dass einer mich erschiesst?</li>
<li>Dass das Mikro defekt ist?</li>
<li>Dass ich von der Bühne falle?</li>
<li>Dass mir die Hose herunterfällt?</li>
<li>Dass die Zuhörer mich nicht mögen?</li>
</ul>
<p>Dann schaue ich mir jede einzelne Angst an und denke sie weiter &#8211; bis zum bitteren Ende: Was geschieht denn nun, wenn ich den Faden verliere?</p>
<p>Ich nehme einen Schluck aus dem Wasserglas und gebe meinen Gedanken die Möglichkeit, wieder zu meinem Mund aufzuschliessen. Und wenn das nicht reicht, dann sage ich: &#8220;Jetzt habe ich doch glatt den Faden verloren. Da sind meine Gedanken wieder einmal mit mir durchgegangen.&#8221; Und dann schaue ich in meine Notizen und mache weiter.</p>
<p>Werde ich dafür verachtet werden? Eher nicht. In der Regel fördern solche Zwischenspiele sogar die Sympathie zum Redner.</p>
<p>Dasselbe gilt für Versprecher.</p>
<p>Und die gelangweilten Zuhörer? Sie sind eine Realität. Man begegnet ihnen in jedem Publikum. Das liegt manchmal an langweiligen Rednern. Manchmal aber auch daran, dass solche Menschen mit zur Schau getragener Langeweile signalisieren wollen: &#8220;Ich weiss schon alles.&#8221; Solche Langweiler belasten mich nicht.</p>
<p>Der Umgang mit Zwischenrufen ist nicht immer einfach. Aber zuerst darf ich mir die Frage stellen: Wie realistisch ist es, dass in diesem Publikum tatsächlich jemand den Mut aufbringt (denn den braucht es), seinen Mund aufzumachen? Und wenn auch: Möglicherweise ist es ja ein konstruktiver Gedanke, der mein Reden sogar noch fördert. Meine Zuhörer sind meine Freunde, nicht meine Gegner.</p>
<p><strong>Dass ich erschossen werde, ist wenig wahrscheinlich,</strong> genauso wie der Sturz von der Bühne. Diesen Ängsten in die Augen zu schauen, reicht bereits, um sie sich verflüchtigen zu lassen.</p>
<p>Wenn das Mikro kapputtgeht, kriege ich wahrscheinlich ein anderes und rede sonst ohne weiter.</p>
<p>Für den extrem unwahrscheinlichen Fall, dass an meiner Hose tatsächlich Gürtel und Knöpfe gleichzeitig versagen und so quasi &#8220;alle Stricke&#8221; reissen: Dann halte ich meine Hose mit einer Hand fest, informiere mein Publikum über meine missliche Lage und bin zu 100% sicher, dass der Bericht über meine Rede so weite Kreise ziehen wird, wie bei keinem früheren Auftritt.</p>
<p>Die Angst, dass die Zuhörer mich nicht mögen, steckt vermutlich im Kern jeder Redeangst. Wir wollen geschätzt und geliebt werden. Daran ist doch nichts falsch. Der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Traumes ist, was ich oben beschrieben habe: Ich muss mein Publikum lieben.</p>
<p>Ich glaube wirklich: Dann kommt auch Liebe zurück. Und des Weiteren gilt: Man kann es einfach nicht allen Recht machen. Wenn ich mich klar äussere und klar Position beziehe, dann ist ebenso klar, dass einige nicht einverstanden sein werden. Vielleicht auch viele.</p>
<p><strong>Der bedrohlichste Redner-Albtraum verblasst, wenn wir ihn zu Ende denken. </strong>Kein Missgeschick, das mir vor Publikum passieren könnte, kann mich mehr davon abhalten, mich hinzustellen und mit diesen Menschen auf eine Reise zu begeben.</p>
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