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	<title>verständlich&#187; Zweifelsfälle</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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		<title>&#8220;Hobbies&#8221; oder &#8220;Hobbys&#8221;?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 10:11:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Fremdsprachen kann, ist im Vorteil. Das merkt man spätestens beim Bestellen im Restaurant fern der Heimat, wo man durch entsprechende Kenntnisse das Risiko minimieren kann, ein Gericht vorgesetzt zu bekommen, das zur kulinarischen oder gesundheitlichen Grenzerfahrung wird. Die Fähigkeit, in der Sprache eines Landes, das man bereist, mindestens einige Sätze herauszubringen, sehe ich ausserdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Fremdsprachen kann, ist im Vorteil. Das merkt man spätestens beim Bestellen im Restaurant fern der Heimat, wo man durch entsprechende Kenntnisse das Risiko minimieren kann, ein Gericht vorgesetzt zu bekommen, das zur kulinarischen oder gesundheitlichen Grenzerfahrung wird. Die Fähigkeit, in der Sprache eines Landes, das man bereist, mindestens einige Sätze herauszubringen, sehe ich ausserdem als Ausdruck des Respekts und<a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/hobby-hobbies-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1711" title="Hobbies oder Hobbys" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/hobby-hobbies-web-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a> der Wertschätzung gegenüber den Menschen dieser Gegend und ihrer Kultur.</p>
<p>Und doch: <strong>Hin und wieder können die Fremdsprachenkenntnisse einem auch in die Quere kommen.</strong> In die deutsche Quere.</p>
<p>Wer zum Beispiel des Englischen kundig ist, wird sich versucht fühlen, Wörter, die auf einen Konsonanten (einen Mitlaut) und dann auf ein Y enden, in einen eleganten englischen Plural auf <em>-ies</em> zu setzen. Aus <em>Hobby</em> werden so <em>Hobbies</em>, aus <em>Baby Babies</em> und aus <em>Handy Handies</em>.</p>
<p>Nur: Leider ist das im Deutschen falsch.</p>
<p><span id="more-1700"></span>Und eigentlich ist das ja auch gut so, denn nicht jeder kann Englisch, und es wäre nun wirklich alles andere als fair, wenn mangelhafte Englischkenntnisse auch noch die Kompetenz in der deutschen Muttersprache absägen würden. Vielleicht ist es daher eine höhere Gerechtigkeit, die dazu führt, dass <strong>diese Englischen Fremdwörter mit einer verbreiteten und einfachen deutschen Strategie in die Mehrzahl gesetzt werden: der Endung <em>-s</em>.</strong></p>
<ul>
<li>Wer mehr als ein Hobby hat (was sehr zu empfehlen ist), hat daher Hobbys.</li>
<li>Eine Kleinkindergruppe setzt sich zusammen aus Babys.</li>
<li>Und wer mit einer einzigen Linie nicht mehr klar kommt, benutzt parallel mehrere Handys.</li>
</ul>
<p>Nun würde ich meinen Lesern natürlich gerne noch eine verlässliche Regel liefern, die ohne Ausnahme festlegt, dass fremdsprachige Begriffe immer nach diesem oder zumindest ähnlichem deutschem Muster in die Mehrzahl gesetzt werden. Doch leider gibt es eine solche Regel nicht (was zumindest jene nicht überraschen wird, die Deutsch als Fremdsprache lernen durften).</p>
<p>Stattdessen gibt es <strong>Fremdwörter, die eine deutsche Pluralendung bekommen</strong>, wie beispielsweise <em>Museen, Praxen</em> oder <em>Spitäler</em>.</p>
<p>Andere behalten ihre <strong>ursprüngliche und für unsere Ohren oft eher fremd klingende Mehrzahlform</strong> wie <em>Indizes</em> (Mehrzahl von <em>Index</em>) oder <em>Patres</em> (von <em>Pater</em>).</p>
<p>Und bei wieder anderen haben wir <strong>die Wahl</strong>: zwischen <em>Themen</em> und <em>Themata</em>, zwischen <em>Pizze</em> (in Deutschland <em>Pizzen</em>) und <em>Pizzas</em> oder zwischen <em>Ballons</em> und <em>Ballonen</em>.</p>
<p>Leider jedoch nicht zwischen <em>Hobbys</em> und <em>Hobbies</em>.</p>
<p>Warum?</p>
<p>Keine Ahnung.</p>
<p>Die Sprache lebt – und ist unberechenbar. Vielleicht könnten wir einen Ausweg schaffen, wenn wir uns <a href="http://verstaendlich.ch/2010/10/16/rebellische-sprachgestaltung/">wie die Indianer am Flussufer zusammensetzen</a>, über den Sprachgebrauch abstimmen und uns dann hartnäckig den Gepflogenheiten unserer Umgebung widersetzen würden – oder einfach mit niemandem mehr reden.</p>
<p><strong>Die einzige Regel, die ich anbieten kann,</strong> ist daher: Die Mehrzahlform englischer Fremdwörter, an deren Ende ein Konsonant und dann ein Y stehen, endet im Deutschen auf <em>-ys.</em></p>
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		<title>&#8220;Das Gehalt&#8221; oder &#8220;der Gehalt&#8221;?</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:27:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Gehalt]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatisches Geschlecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist wieder einmal Zeit für einen gehaltvollen Artikel. Und damit bin ich schon mitten im Thema. Gehaltvoll bezeichnet ja etwas, das voll ist. Doch voll wovon? Voll von Gehalt. Doch welche Art von Gehalt? Es gibt davon zwei Sorten: das Gehalt und den Gehalt. In der Coopzeitung stand letzte Woche über den mit Salz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/der-gehalt-das-gehalt.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1261" title="&quot;Das  Gehalt&quot; oder &quot;der Gehalt&quot;?" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/der-gehalt-das-gehalt-187x300.jpg" alt="" width="187" height="300" /></a>Es ist wieder einmal <strong>Zeit für einen gehaltvollen Artikel.</strong></p>
<p>Und damit bin ich schon mitten im Thema. <em>Gehaltvoll</em> bezeichnet ja etwas, das voll ist.</p>
<p>Doch voll wovon?</p>
<p>Voll von Gehalt.</p>
<p>Doch welche Art von Gehalt?</p>
<p>Es gibt davon zwei Sorten: <em>das Gehalt</em> und <em>den Gehalt</em>.</p>
<p>In der Coopzeitung stand letzte Woche über den mit Salz konservierten portugiesischen Stockfisch Bacalhau, dass er vor der Zubereitung gewässert werden müsse:</p>
<blockquote><p>„Dabei gewinnt er in der Regel mehr als das Doppelte an Gewicht und verliert sein hohes Gehalt an Salz.“</p></blockquote>
<p><span id="more-1260"></span>Wenn das stimmt, dann wurde der Fisch bis zum Zeitpunkt seiner Wässerung mit Salz bezahlt. <strong><em>Das Gehalt</em> bezeichnet nämlich nichts anderes als den Lohn.</strong></p>
<p>Und daher passt es auch nicht so ganz zum Fisch, der natürlich nicht seinen Lohn verliert, sondern* das Salz, das in ihm steckt.</p>
<p><em>Der Gehalt</em> trifft daher besser. <strong><em>Der Gehalt</em> steht für das, was drin ist.</strong> Man kann also von „Salzgehalt“ sprechen oder vom „Eisengehalt im Blut“. Oder vom „Gehalt an gehaltvoller Kommunikation im Party-Smalltalk“.</p>
<p>Es ist auch dieser Gehalt, der in <em>gehaltvoll</em> steckt, denn <strong>genau das will <em>gehaltvoll</em> ja sagen: Es steckt etwas drin.</strong> Ein Gegenteil von <em>gehaltvoll</em> wäre daher etwa <em>leer</em>.</p>
<p>Wie leeres Geschwätz.</p>
<p>Das Eigenschaftswort <em>gehaltvoll</em> trägt zudem eine positive Bewertung des Inhalts in sich, auf den es sich bezieht. Ein gehaltvolles Gespräch ist nicht einfach ein Gespräch mit viel Inhalt, sondern eines mit viel gutem Inhalt.</p>
<p>Würde in <em>gehaltvoll</em> nicht <em>der Gehalt</em> sondern <em>das Gehalt</em> stecken, dann könnte ich allenfalls mein Konto Ende Monat so bezeichnen.</p>
<p>Sowohl <em>der Gehalt</em> wie auch <em>das Gehalt</em> lassen sich nun <strong>leider auch noch in die Mehrzahl</strong> setzen. Das ist natürlich nötig. Wie sonst sollten wir zum Beispiel über die Löhne auf den Chefetagen diskutieren? Dann sprechen wir von „<strong>den Gehältern“</strong>.</p>
<p>Geht es jedoch um den Inhalt (ober besser: um die Inhalte) also um die Mehrzahl von <em>der Gehalt</em>, dann heisst es „<strong>die Gehalte“</strong>.</p>
<p>Immerhin ähnlich wie <em>Inhalte</em>, so weit kommt uns die deutsche Sprache doch entgegen.</p>
<p>* <em>Sondern</em> ist eines meiner Lieblingswörter. Es ist nicht nur ein klarer Hinweis darauf, dass es jetzt spannend wird, weil ein Gegensatz kommt. Es trägt auch immer ein Komma mit sich herum. Ja, so einfach kann die deutsche Zeichensetzung sein: Vor <em>sondern</em> steht immer ein Komma.</p>
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		<title>&#8220;indem&#8221; oder &#8220;in dem&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/05/14/indem-oder-in-dem/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 06:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[indem]]></category>
		<category><![CDATA[Relativsatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch im schönen Bündner Oberland ist man vor sprachlich Anregendem nicht sicher. Bei einem Kinderspielpatz im Wald stiess ich auf diesen Hinweis: Zusammen mit weiteren Aufforderungen ähnlicher Art stand dieser Satz auf einer Tafel unter der Überschrift “Grill-Ordnung”. Da ich immer wieder einmal auf Verwechslungen um indem und in dem stosse, packte ich den Fotoapparat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch im schönen Bündner Oberland ist man vor sprachlich Anregendem nicht sicher. Bei einem Kinderspielpatz im Wald stiess ich auf diesen Hinweis:</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/grill-ordnung-indem.jpg"><img class="size-full wp-image-1212 alignnone" title="grill-ordnung indem" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/grill-ordnung-indem.jpg" alt="" width="600" height="138" /></a></p>
<p>Zusammen mit weiteren Aufforderungen ähnlicher Art stand dieser Satz auf einer Tafel unter der Überschrift “Grill-Ordnung”. Da ich immer wieder einmal auf Verwechslungen um <em>indem</em> und <em>in dem</em> stosse, packte ich den Fotoapparat und die Gelegenheit beim Schopf.</p>
<p>In dieser Aufforderung ist <em>indem</em> fehl am Platz. Es müsste <em>in dem</em> heissen. Weshalb?</p>
<p><em><span id="more-1210"></span>In dem</em> leitet einen Relativsatz ein. Dabei ist das entscheidende Element in dieser Wortkombination aus 2 Bauteilen das Relativpronomen <em>dem</em>. Davor steht die Präposition <em>in</em>. Es könnte aber auch irgendeine andere sein &#8211; oder gar keine.</p>
<blockquote><p>Wir besuchten auch wieder das Restaurant, in dem wir schon im Jahr zuvor oft gegessen hatten.</p>
<p>Das Auto, mit dem wir heute früh zur Arbeit gefahren sind und das du gerade zu Schrott gefahren hast, gehört meinem Chef.</p>
<p>Die Torte, die wir soeben verspeist haben, war frischemässig wohl nicht mehr über alle Zweifel erhaben.</p></blockquote>
<p>Drei Beispiele für Relativsätze, bei denen das Pronomen (in diesem Fall <em>dem, das</em> oder <em>die</em>) eine Information zum zuvor genannten Substantiv einleitet.</p>
<p>Zurück zur Grill-Ordnung: Auch hier haben wir es mit einem Relativsatz zu tun. Dieser macht klar, um welchen Zustand es im ersten Teil (dem Hauptsatz) geht: den nämlich, in dem ich die Anlage selbst vorfinden möchte. Korrekt heisst es also:</p>
<blockquote><p>Bitte verlassen Sie diese Anlage in dem Zustand (auf das etwas überelegante E würde ich verzichten), in dem Sie sie bei Ihrem nächsten Besuch antreffen möchten.</p></blockquote>
<p>(Vergessen ging auf der Tafel das Komma, das beruhigenderweise sowohl bei <em>in dem</em> wie auch bei <em>indem</em> nicht fehlen sollte.)</p>
<p>Das Wörtchen <em>indem</em> tut etwas anderes als ein Relativpronomen: Es leitet zwar ebenso einen Nebensatz ein, jedoch einen mit einem klar definierten Auftrag: Ein solcher Nebensatz beschreibt, <em>wie</em> etwas geschieht. Es geht um die Art und Weise. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Ein Knoblauchzehe schäle ich, indem ich mit einer breiten Messerklinge flach daraufschlage. (Wenn schon Beispiele, dann können sie ja auch nützlich sein.)</p>
<p>Indem du ihm die Türe vor der Nase zuschlägst, zeigst du ihm, was du von ihm hältst.</p>
<p>Dr. Frankenstein schuf sich einen künstlichen Menschen, indem er Teile von Leichen zusammennähte.</p></blockquote>
<p>Und um den Unterschied zwischen <em>in dem</em> und <em>indem</em> ganz deutlich zu machen (und weil Spielereien Spass machen):</p>
<blockquote><p>Bitte tragen Sie Sorge zu dieser Anlage, indem Sie sie in dem Zustand hinterlassen, in dem Sie sie bei Ihrem nächsten Besuch vorfinden möchten.</p></blockquote>
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		<title>&#8220;infisziert&#8221; oder &#8220;infiziert&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/11/10/infisziert-oder-infiziert/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 14:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdwörter]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Frage aus aktuellem Anlass. Und die Antwort kurz und schmerzlos: Infiziert! Warum auch nicht? Schliesslich heisst es ebenso elektrifiziert, glorifiziert oder ratifiziert. Und was hätten die alten Pharaonen dazu gesagt, wenn man sich daran gemacht hätte, sie zu mumifiszieren? – “Nur über meine Leiche!” In all diesen Begriffen steckt übrigens das lateinische facere, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frage aus aktuellem Anlass. Und die Antwort kurz und schmerzlos:</p>
<p>Infiziert!</p>
<p>Warum auch nicht? Schliesslich heisst es ebenso <em>elektrifiziert</em>, <em>glorifiziert </em>oder <em>ratifiziert. </em>Und was hätten die alten Pharaonen dazu gesagt, wenn man sich daran gemacht hätte, sie zu <em>mumifiszieren</em>? – “Nur über meine Leiche!”</p>
<p>In all diesen Begriffen steckt übrigens das lateinische <em>facere</em>, das &#8220;machen&#8221; bedeutet. Und für den Fall, dass jemand sich Sorgen machen sollte: Ich habe keine Grippe.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;Der Virus&#8221; oder &#8220;das Virus&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/07/15/der-virus-oder-das-virus/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 14:09:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Virus]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ob Viren an sich nicht schon mühsam genug wären! Auch in der Rechtschreibung machen sie uns das Leben schwer &#8211; oder doch zumindest unsicher. Heisst es nun der oder das Virus? Männlich oder sächlich? Beides ist zu lesen und zu hören, so dass man sich auf das eigene Sprachgefühl kaum verlassen kann. Da erstaunt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ob Viren an sich nicht schon mühsam genug wären! Auch in der Rechtschreibung machen sie uns das Leben schwer &#8211; oder doch zumindest unsicher. Heisst es nun <em>der</em> oder <em>das Virus</em>? Männlich oder sächlich? Beides ist zu lesen und zu hören, so dass man sich auf das eigene Sprachgefühl kaum verlassen kann. Da erstaunt es auch wenig, dass die Lösung nicht ganz eindeutig ist und einigen Spielraum zulässt.</p>
<p><em>Virus</em> stammt aus dem Lateinischen, wo es “Schleim” oder “Gift” bedeutet und sächliches Geschlecht hat. <em>Das Virus</em> ist also die ältere Variante, die heute vor allem noch in der medizinischen Fachsprache zum Zug kommt. So wird man kaum einen Arzt über <em>den</em> Schweinegrippevirus sprechen hören. Hier heisst es standardmässig und konsequent nach wie vor <em>das Virus</em>. Die männliche Variante <em>der Virus </em>hingegen scheint mir mit dem Aufkommen der Computerviren in Mode gekommen zu sein und erobert von dort die Umgangssprache in allen Bereichen. So ist es inzwischen auch überhaupt nicht aussergewöhnlich, wenn ein medizinischer Laie “der Grippevirus” sagt.</p>
<p>Meine Prognose: In wenigen Jahren werden normale Menschen erstaunt die Augenbrauen heben, wenn sie hören, wie Mediziner und eigenwillige Sprachpuristen <em>Virus</em> mit einem sächlichen Artikel verwenden. Sie werden dann fragen: “Wie bitte?” und die letzten Widerständler dazu zwingen, um der erfolgreichen Kommunikation willen gegen ihr Gewissen zu handeln und einzugestehen, dass sie natürlich “den Virus” gemeint haben.</p>
<p><img style="border: 0px none; display: block; float: none; margin-left: auto; width: 436px; margin-right: auto;" title="virus_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/virus_web_thumb.jpg" border="0" alt="virus_web" width="454" height="339" /></p>
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		</item>
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		<title>&#8220;überzeugt&#8221; oder &#8220;überzogen&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/05/12/uberzeugt-oder-uberzogen/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 14:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[überzeugt]]></category>
		<category><![CDATA[überzogen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das gibt es wohl nur in der Schweiz. Nur hierzulande haben Menschen eine so starke Meinung, dass sie von einer Sache richtiggehend überzogen sind. Andernorts gibt man sich damit zufrieden, überzeugt zu sein. Leider ist überzogen in diesem Zusammenhang falsch, aber immerhin handelt es sich um einen Fehler mit Charme. Wenn ein Schweizer voller Leidenschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das gibt es wohl nur in der Schweiz. Nur hierzulande haben Menschen eine so starke Meinung, dass sie von einer Sache richtiggehend <em>überzogen</em> sind. Andernorts gibt man sich damit zufrieden, <em>überzeugt</em> zu sein. Leider ist überzogen in diesem Zusammenhang falsch, aber immerhin handelt es sich um einen Fehler mit Charme. Wenn ein Schweizer voller Leidenschaft von einer Sache erzählt, von der er überzogen sei, dann sehe ich ihn vor meinem inneren Auge stets ganz eingehüllt vom Objekt seiner unumstösslichen Meinung. Eigentlich ein passendes Bild. Der Grammatik tut es aber Gewalt an.</p>
<p>Wieder einmal ist es recht einfach: Das Partizip (das ist die Form, von der wir hier sprechen) von <em>überzeugen</em> ist <em>überzeugt</em>, während <em>überzogen</em> von <em>überziehen</em> abgeleitet wird. Dass das falsche <em>überzogen</em> im Schweizer Hochdeutsch doch ab und zu zu hören ist, hängt sicher damit zusammen, dass die schweizerdeutschen Dialekte sich grosser grammatischer Freiheit erfreuen. Dort ist <em>überzogen</em> vielerorts gang und gäbe. (Leider weiss ich nicht genau, wo. Wenn meine geschätzten Leser einen Kommentar hinterlassen möchten, auf dem sie die von ihnen bevorzugte Variante zusammen mit dem Ort nennen, an dem sie aufgewachsen sind, dann können wir gemeinsam eine Dialektkarte erstellen.) So ist es ja nicht verwunderlich, dass es auch im Schweizer Hochdeutsch immer wieder einmal auftaucht. Falsch bleibt es aber trotzdem. Überzogen sind Polstermöbel, überzeugt sind Menschen.</p>
<p>Ich gebe noch kurz dem Drang nach, mich zu rechtfertigen: Nachdem mein Artikelchen über <a href="http://verstaendlich.ch/2008/12/05/anfang-jahr-oder-anfangs-jahr/" target="_blank">“Anfang Jahr” oder “anfangs Jahr”</a> der mit Abstand am häufigsten gelesene Post ist, fühle ich mich ermutigt, meinem Empfinden für Recht und Ordnung hier ungehemmter Ausdruck zu verleihen. Ich werde also öfter mal sagen, was falsch ist.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;zusammen schreiben&#8221; oder &#8220;zusammenschreiben&#8221;</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/01/20/zusammen-schreiben-oder-zusammenschreiben/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 06:21:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Getrenntschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammenschreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Menschen zusammen schreiben, ist das erfreulich. Der Mensch ist nämlich ein Gemeinschaftswesen und spricht gut auf gemeinsame Aktivitäten an. Zusammen zu schreiben, entspricht daher einem Grundbedürfnis. Etwas anders sieht es beim Zusammenschreiben aus. Hier scheint kein Grundbedürfnis vorzuliegen, im Gegenteil. Oft werden Wörter brutal auseinandergerissen, die in einer festen Beziehung miteinander verbunden sind; die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen zusammen schreiben, ist das erfreulich. Der Mensch ist nämlich ein Gemeinschaftswesen und spricht gut auf gemeinsame Aktivitäten an. Zusammen zu schreiben, entspricht daher einem Grundbedürfnis. Etwas anders sieht es beim Zusammenschreiben aus. Hier scheint kein Grundbedürfnis vorzuliegen, im Gegenteil. Oft werden Wörter brutal auseinandergerissen, die in einer festen Beziehung miteinander verbunden sind; die untrennbar zusammengehören.</p>
<ul>
<li>Zusammen schreiben: Hier ist <em>zusammen</em> gleichbedeutend mit <em>gemeinsam</em>. Es geht also um Gruppenschreiben – wobei die Vorstellung des gemeinsamen Schreibens vielen womöglich gar nicht so angenehm ist. Leichter fällt es uns wahrscheinlich, zusammen zu essen und zu trinken und natürlich zusammen zu lachen. In jedem Fall wird das Adverb <em>zusammen</em> getrennt vom Verb geschrieben. Es erfüllt seine normale Funktion als Adverb und ergänzt die Aussage des Verbs mit einem Hinweis darauf, <em>wie</em> die genannte Tätigkeit geschieht. <em>Zusammen</em> nämlich.</li>
<li>Zusammenschreiben: Hier ist das Adverb <em>zusammen</em> eine feste Verbindung mit dem Verb <em>schreiben</em> eingegangen und bildet mit ihm ein neues Wort mit einer neuen Bedeutung. Bei <em>zusammendrücken</em> ist dasselbe passiert, und niemand wird behaupten, eine leere PET-Flasche zusammenzudrücken sei dasselbe, wie zusammen eine leere PET-Flasche zu drücken. Oder einen Schrank zusammenzubauen dasselbe, wie zusammen einen Schrank zu bauen.</li>
</ul>
<p>Um zu entscheiden, ob nun Getrennt- oder Zusammenschreibung richtig ist, kann die Betonung eines Wortes Hilfe bieten. Ist der erste Teil des zweiteiligen Ausdrucks betont, wird in der Regel zusammengeschrieben. So zum Beispiel <em>zus<span style="text-decoration: underline;">a</span>mmenbauen</em> oder <em>g<span style="text-decoration: underline;">u</span>tschreiben</em> – und natürlich <em>zus<span style="text-decoration: underline;">a</span>mmenschreiben</em>. Werden hingegen beide Wörter betont, ist wahrscheinlich Getrenntschreibung angebracht: <em>zus<span style="text-decoration: underline;">a</span>mmen b<span style="text-decoration: underline;">au</span>en</em> oder <em>g<span style="text-decoration: underline;">u</span>t schr<span style="text-decoration: underline;">ei</span>ben</em> oder <em>zus<span style="text-decoration: underline;">a</span>mmen schr<span style="text-decoration: underline;">ei</span>ben</em>. Aber (leider) Achtung: Diese Regel gilt nicht immer.</p>
<p>Schön ist aber immerhin, dass eine Grundform (ein Infinitiv), die aus <em>einem </em>Wort besteht, auch dann am Stück geschrieben wird, wenn sie als Infinitiv mit <em>zu</em> erscheint. Wenn man sich einmal fürs Zusammenschreiben entschieden hat, darf man also dabei bleiben:</p>
<blockquote><p>Es lohnt sich, zusammenzuschreiben, was zusammengehört.</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Anfang Jahr&#8221; oder &#8220;anfangs Jahr&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2008/12/05/anfang-jahr-oder-anfangs-jahr/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 15:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Anfang]]></category>
		<category><![CDATA[anfangs]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibung]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche im Radio: “Anfangs Jahr wird der RAF-Terrorist Christian Klar aus der Haft entlassen.” In der Regel liebe ich Grautöne, mein Leben und Denken sind alles andere als schwarzweiss. Aber das ist leider einfach falsch. Und es bleibt falsch, auch wenn der Fehler inzwischen so verbreitet ist, dass schon eher auffällt, wer ihn nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche im Radio: “Anfangs Jahr wird der RAF-Terrorist Christian Klar aus der Haft entlassen.” In der Regel liebe ich Grautöne, mein Leben und Denken sind alles andere als schwarzweiss. Aber das ist leider einfach falsch. Und es bleibt falsch, auch wenn der Fehler inzwischen so verbreitet ist, dass schon eher auffällt, wer ihn nicht macht. – Wo liegt das Problem?</p>
<p>Kompliziert ist es nicht: <em>Anfangs</em> ist ein Adverb wie <em>gestern, heute, abends</em> usw. Es bedeutet “am Anfang” oder “zuerst” und steht ohne Angabe einer Zeitspanne. Beispiel:</p>
<blockquote><p>Im April bezogen wir unser neues Haus. Anfangs fühlte ich mich noch fremd in den unvertrauten Räumen, doch dieses Gefühl liess bald nach.</p></blockquote>
<p>Wenn man sich auf den Anfang einer Zeitspanne bezieht, zum Beispiel den Anfang eines Monats oder eines Jahres, benötigt man dazu kein Adverb, sondern ganz einfach das Substantiv (Hauptwort) <em>Anfang</em>, das dann mit der Zeitangabe kombiniert wird:</p>
<blockquote><p>Anfang Jahr, Anfang September, Anfang der Woche, Anfang des Monats usw.</p></blockquote>
<p>“Anfangs Jahr” ist zwar umgangssprachlich an der Tagesordnung, in der Schriftsprache aber nach wie vor falsch. So einfach ist es manchmal.</p>
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