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	<title>verständlich</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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  <title>verständlich</title>
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		<title>Sprache gestalten &#8211; auf allen Ebenen</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/03/05/sprache-gestalten-auf-allen-ebenen/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 16:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgestaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist mir ein Satz begegnet, der mir zu denken gegeben hat:
Er schafft aus Chaos Ordnung.
Aufgefallen ist mir die Reihenfolge der Wörter. Reden und Schreiben sind Gestaltungsvorgänge. Wir gestalten mit den Wörtern, die wir verwenden. Doch kommt es nicht nur auf die Wahl der Wörter an, sondern auch auf ihre Reihenfolge.
Er schafft aus Chaos Ordnung.
Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerter_reihenfolge_web.jpg"><img class="size-medium wp-image-1106 alignright" style="width: 300px; height: 225px;" title="woerter_reihenfolge_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerter_reihenfolge_web-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Heute ist mir ein Satz begegnet, der mir zu denken gegeben hat:</p>
<blockquote><p>Er schafft aus Chaos Ordnung.</p></blockquote>
<p>Aufgefallen ist mir die Reihenfolge der Wörter. <strong>Reden und Schreiben sind Gestaltungsvorgänge. </strong>Wir gestalten mit den Wörtern, die wir verwenden. Doch kommt es nicht nur auf die Wahl der Wörter an, sondern auch auf ihre Reihenfolge.</p>
<blockquote><p>Er schafft aus Chaos Ordnung.</p>
<p>Er schafft Ordnung aus Chaos.</p></blockquote>
<p>Beide Sätze sagen auf den ersten Blick dasselbe aus. Auf den zweiten Blick jedoch nicht mehr. Je nachdem, wo ich meinen Akzent setzen möchte, wähle ich die eine oder die andere Wortfolge.<span id="more-1105"></span></p>
<p>Die erste Aussage, die ich in Variante A wahrnehme, lautet:</p>
<blockquote><p>Er schafft Ordnung.</p></blockquote>
<p><em>Ordnung schaffen</em> wird so zum Kern meiner Aussage. Und genau darum wird es in vielen Fällen gehen, in denen dieser Satz erscheint.</p>
<p>Anders in Variante B:</p>
<blockquote><p>Er schafft aus Chaos Ordnung.</p></blockquote>
<p>Hier geht der <em>Ordnung </em>das <em>Chaos </em>voran &#8211; was dem zeitlichen Ablauf des Satzinhaltes entspricht: erst Chaos, dann Ordnung. Sollte dieser zeitliche Ablauf wichtig sein, wäre diese Formulierung angemessener. Andererseits lässt sich auch argumentieren, dass die zweite Variante <em>Ordnung </em>ans Ende stellt und ihr somit eine prominente Position einräumt. Was von diesem Satz nachhallt &#8211; falls er alleine steht oder ihm eine angemessene Pause folgt &#8211; ist diese Ordnung.</p>
<p>Der Hörer oder Leser nimmt solche Nuancen natürlich nicht bewusst wahr. Eine Wirkung haben sie dennoch. <strong>Die Gestaltung von Sprache umfasst eine riesige Palette an kreativen Möglichkeiten, deren Wirkung sich unter der Oberfläche unseres Denkens entfalten.</strong> Eine mitreissender Text verdankt seine Qualität mindestens im gleichen Mass dieser Wirkung wie seinem interessanten Inhalt.</p>
<p>Bei solchen Gestaltungsmöglichkeiten und -entscheidungen geht es nicht um die grundsätzliche Frage nach richtig oder falsch. Vor dem Hintergrund des Anliegens eines Schreibers oder Redners kann eine gewählte Formulierung jedoch durchaus richtig oder falsch sein; richtig dann, wenn sie meine Botschaft verstärkt, falsch, wenn sie das nicht tut oder ihr sogar widerspricht.</p>
<p>Wenn ich also den Prozess vom Chaos zur Ordnung mit Wörtern ausmahlen will, dann werde ich eher sagen</p>
<blockquote><p>Er schafft aus Chaos Ordnung</p></blockquote>
<p>als</p>
<blockquote><p>Der Ordnung geht das Chaos voran. (Wie ich es weiter oben formuliert habe. Der Satz widerspricht sich selbst, weil er genau das Gegenteil von dem tut, was er sagt.)</p></blockquote>
<p><strong>Sprache gestalten bedeutet nicht nur, die richtigen Worte zu finden. </strong>Es kann auch bedeuten, sie in die beste Reihenfolge zu setzen. Auf jeden Fall aber bedeutet es,<strong> sorgfältig vorzugehen und alle Register zu ziehen, um meiner Botschaft auf allen Ebenen zum Durchbruch zu verhelfen.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Kontext entscheidet</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/02/26/der-kontext-entscheidet-4/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 13:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Kontext]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Freund Heinz hat ein gutes Auge für die Skurrilitäten des Alltags &#8211; gerade auch für sprachliche. Und solange er noch keinen eigenen Blog betreibt, profitiere ich gerne davon. &#8211; Danke, Heinz!

Ob die wissen, dass Papier nur sehr unzuverlässig gegen die Übertragung von HIV schützt? (Das gilt sogar für Tüten von Tally Weijl.)

(Der Text noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Freund Heinz hat ein gutes Auge für die Skurrilitäten des Alltags &#8211; gerade auch für sprachliche. Und solange er noch keinen eigenen Blog betreibt, profitiere ich gerne davon. &#8211; Danke, Heinz!</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/plastik-papiertuete-aids_1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1096" title="plastik-papiertuete-aids_1" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/plastik-papiertuete-aids_1.jpg" alt="" width="680" height="449" /></a></p>
<p>Ob die wissen, dass Papier nur sehr unzuverlässig gegen die Übertragung von HIV schützt? (Das gilt sogar für Tüten von Tally Weijl.)</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1092" title="plastik-papiertuete-aids_2" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/plastik-papiertuete-aids_2.jpg" alt="... und gemeinsam gegen AIDS." width="448" height="163" /></p>
<p>(Der Text noch etwas leserlicher: Schluss mit Plastik! &#8211; Ja zur Papiertüte &#8230; &#8211; &#8230; und gemeinsam gegen AIDS!)</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Sprache der Schwäche &#8211; Sprache der Stärke</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/02/20/sprache-der-schwache-sprache-der-starke/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 17:21:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[positive Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Anstatt uns damit abzumühen, Schwächen auszubügeln (oder es mindestens zu versuchen), sollten wir in unsere vorhandenen Talente investieren und dann abheben. Das jedenfalls finden Marcus Buckingham und Donald O. Clifton in ihrem Buch Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt! Sie wollen dem Leser helfen, seinen besten Seiten auf die Spur zu kommen und sie weiterzuentwickeln. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anstatt uns damit abzumühen, Schwächen auszubügeln (oder es mindestens zu versuchen), sollten wir in unsere vorhandenen Talente investieren und dann abheben. Das jedenfalls finden Marcus Buckingham und Donald O. Clifton in ihrem Buch <strong><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593383888?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593383888" target="_blank"><em>Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!</em></a> </strong>Sie wollen dem Leser helfen, seinen besten Seiten auf die Spur zu kommen und sie weiterzuentwickeln. Mit diesem Ziel vor Augen präsentierten sie drei Werkzeuge, darunter &#8220;eine gemeinsame Sprache zur Beschreibung ihrer Talente&#8221;. Das sei nötig, <strong>weil unsere Sprache armselig sei, wenn es darum geht, von menschlichen Stärken zu sprechen</strong>. Ausdrucksstark sei sie hingegen beim Betrachten und Beschreiben von Schwächen und Mängeln.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sprache_der_staerke_web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1071" title="sprache_der_staerke_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sprache_der_staerke_web-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Das hat mich an das Gefühl erinnert, das mich immer wieder beim Beurteilen von Studentenarbeiten beschleicht: Unser Benotungssystem orientiert sich in erster Linie an Mängeln. In der Schule habe ich das so kennengelernt, dass der Lehrer die Fehler zählte und dann die Note von der maximalen 6 absteigend berechnete. Das Gefühl, das bleibt: Je weniger ich falsch mache, desto besser bin ich. Und: Je mehr ich falsch mache, desto schlechter bin ich.</p>
<p><strong>Interessiert sich denn keiner für das, was stimmt?</strong></p>
<p>In einem solchen Rahmen ist es schwierig, sich an dem zu orientieren, was gut ist &#8211; und dann auch davon zu reden.</p>
<p><span id="more-1068"></span>Das beschäftigt mich schon länger, und folgende Ausführungen von Buckingham und Clifton haben mich angeregt, weiter darüber nachzudenken:</p>
<blockquote><p><strong>Die Sprache der menschlichen Schwäche ist reich und vielfältig.</strong> Es gibt bedeutungsvolle Unterschiede in den Ausdrücken Neurose, Psychose, Depression, Manie, Hysterie, Panikattacken und Schizophrenie. Ein Fachmann für geistige Krankheit ist sich dieser Unterschiede genau bewusst und berücksichtigt sie beim Erstellen einer Diagnose und der Bestimmung der Behandlung. Tatsächlich ist diese Sprache der Schwäche so weit verbreitet, dass die meisten von uns Laien sie wahrscheinlich ziemlich genau anwenden.<strong></strong></p>
<p><strong>Demgegenüber ist die Sprache der menschlichen Stärke arm.</strong> Wenn Sie wissen wollen, wie arm, hören Sie ein paar Personalfachleuten zu, die die Vorzüge von drei Kandidaten für eine Stelle beschreiben. Sie werden wahrscheinlich eine Anzahl von Verallgemeinerungen wie &#8220;Mir gefiel ihre Menschenkenntnis&#8221; oder &#8220;Er erschien mir selbstmotiviert&#8221; hören, aber dann wird das Gespräch wieder auf den Vergleich von Tatsachen, wie der Ausbildung und Berufserfahrung der einzelnen Kandidaten zurückkehren. Wir wollen nicht nur die Personalfachleute kritisieren. Wenn Sie führenden Managern beim Gespräch über dieselben drei Kandidaten zuhören, werden Sie wahrscheinlich eine ähnliche Unterhaltung hören. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Kandidaten bei der Beschreibung ihrer eigenen Stärken dieselben Verallgemeinerungen hervorholen und sich dann in die komfortable Sicherheit ihrer Ausbildung und Berufserfahrung zurückziehen werden.</p>
<p>Die traurige Wahrheit ist, dass die zur Verfügung stehende Sprache, die Sprache der menschlichen Stärken, bestenfalls noch immer rudimentär ist. Nehmen Sie zum Beispiel den Ausdruck &#8220;Menschenkenntnis&#8221;. Wenn Sie sagen, dass zwei Leute &#8220;Menschenkenntnis&#8221; haben, was sagt Ihnen das dann über die beiden? Es sagt Ihnen, dass sie beide anscheinend gut mit Menschen auskommen, aber wahrscheinlich nicht mehr. Es sagt Ihnen zum Beispiel nicht, ob einer von ihnen nach dem ersten Kennenlernen schnell das Vertrauen anderer Menschen erwerben kann, während der andere beim Herstellen des Kontakts glänzt. Beide Fähigkeiten haben mit Menschen zu tun, aber sie sind offensichtlich nicht dasselbe. (S. 40-41)</p></blockquote>
<p>Wenn das stimmt, dann sind wir sprachlich tatsächlich arm dran. Und da unsere Sprache unsere Wahrnehmung und unser Denken prägt, kann diese Armut bedrückende Konsequenzen haben.<strong> Sind wir tatsächlich mehr an Schwächen und Mängeln orientiert als an Möglichkeiten und Potenzialen, die in uns schlummern?</strong> Und was sagt das über unsere Sicht des Lebens?</p>
<p>Doch glücklicherweise können wir <strong>unsere Sprache gestalten &#8211; und über unsere Sprache auch unsere Sicht der Welt</strong>. Was hindert uns also daran, gerade im Reden über das Gute und Schöne neu aus dem Vollen zu schöpfen und kreativ, präzise und verständlich von dem zu reden, was uns an anderen (und an uns selbst) begeistert?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>2 Sargnägel für die Redeangst</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/02/09/2-sargnagel-fur-die-redeangst/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 09:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Lampenfieber]]></category>
		<category><![CDATA[Redeangst]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nächte vor meinen Geschichtsreferaten am Gymnasium verbrachte ich schlaflos. Schon der gewöhnliche Unterricht war der Horror, aber die Aussicht, vor versammelter Klasse und meinem Lehrer alleine dazustehen, lähmte mich vollends. Und leider wiederholte sich das Szenario jedes Semester, bis er in Pension ging.
Heute kann ich wenigstes sagen, dass ich weiss, wovon ich spreche, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nächte vor meinen Geschichtsreferaten am Gymnasium verbrachte ich schlaflos. Schon der gewöhnliche Unterricht war der Horror, aber die Aussicht, vor versammelter Klasse und meinem Lehrer alleine dazustehen, lähmte mich vollends. Und leider wiederholte sich das Szenario jedes Semester, bis er in Pension ging.</p>
<p>Heute kann ich wenigstes sagen, dass ich weiss, wovon ich spreche, wenn ich das Wort &#8220;Redeangst&#8221; in den Mund nehme.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/redeangst_web.jpg"><img class="size-full wp-image-1035 alignright" title="Sargnaegel fuer die Redeangst" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/redeangst_web.jpg" alt="" width="454" height="341" /></a>Natürlich tat ich alles, um mich so gut es ging abzusichern. Meine Referate lernte ich im Wortlaut auswendig und versuchte mich davon zu überzeugen, dass so ja eigentlich nichts mehr schief gehen konnte. Doch die Angst blieb.</p>
<p>Es dauerte lange, bis ich die ersten positiven Erfahrungen mit dem Reden vor Publikum machte. Heute habe ich meine Ängste hinter mir gelassen und Spass daran, vor Menschen zu reden.</p>
<p>Was ist passiert?</p>
<p>Äusserlich hat sich kaum etwas geändert: Einer redet, die anderen hören zu. Aber innerlich ist alles anders geworden.</p>
<p>&#8220;Alles&#8221; erkläre ich in zwei Punkten. Es sind zwei Sargnägel, die die Redeangst dorthin bannen, wo sie hingehört:</p>
<p><span id="more-1033"></span></p>
<h2>1. Ich liebe mein Publikum</h2>
<p>Irgendwann begriff ich, dass mein Geschichtslehrer einen Defekt bei mir hinterlassen hatte. Wie eine Beule im Auto. (Ich unterstelle ihm dabei keine böse Absicht, aber Tatsache ist nun einmal, dass ich verbeult aus dem Geschichtsunterricht kam.) Während ich darum kämpfte, lebendig durch mein Referat zu kommen, sass er in der Klasse und machte sich Notizen zu meiner Leistung. Eigentlich redete ich ja nur für ihn.</p>
<p>Und <strong>eigentlich redete ich <em>gegen </em>ihn.</strong></p>
<p>Reden war ein Kampf, den ich zu gewinnen hatte &#8211; oder mindestens zu überleben. Und irgendwann sah ich das ganze Publikum so und jeder Auftritt vor der Klasse war eine Kriegserklärung.</p>
<p>Mit dieser Einstellung konnte ich natürlich nicht frei reden, weil ich nicht frei war.</p>
<p>Die Rhetorik ist in erster Linie aber nicht auf Kampfreden angelegt. In ihren Genen steckt die Demokratie, deren Entstehung eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden ist. Rhetorik war dazu da, Gedanken klar und überzeugend auszudrücken und zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen.</p>
<p>Kurz: Rhetorik war dazu da, miteinander zu reden.</p>
<p>Diese Einsicht hat meine Perspektive als Redner radikal verändert. Ich muss gegen niemanden anreden. Im Gegenteil. <strong>Die Rede &#8211; auch die Rede vor Publikum &#8211; ist ihrem Wesen nach ein Dialog. </strong>Auch dann, wenn das Publikum nichts sagt.</p>
<p>Es war, als hätte einer einen Schalter in meinem Kopf gedrückt. Ich begann, nicht mehr <em>zu </em>Menschen zu sprechen, sondern <em>mit </em>ihnen. Eine Rede wurde immer weniger Kampf und immer mehr gemeinsames Wegstück. Eine kurze Reise, auf die ich mich mit meinen Zuhörern begab und immer wieder begebe. Bis heute hat sich daran nichts geändert.</p>
<p>Wie hat Morrissey gesungen?</p>
<p>Such a little thing<br />
Such a little thing<br />
But the difference it made was grave.</p>
<h2>2. Ich schaue dem Albtraum in die Augen</h2>
<p>Redeangst ist meistens diffus. Das ist ihre Stärke, denn so ist sie kaum fassbar. Es ist aber auch ihre Schwäche, denn <strong>wenn wir genau hinsehen, bleibt in der Regel nicht viel von ihr übrig.</strong> Sie verflüchtigt sich wie ein Hauch Mundgeruch.</p>
<p>Wenn ich vor einer Rede eine unangemessene Anspannung spüre, dann frage ich mich: &#8220;Was ist denn nun das Schlimmste, das mir passieren kann? Was wäre heute der absolute Albtraum?&#8221;</p>
<ul>
<li>Dass ich den Faden verliere?</li>
<li>Dass ich mich verhasple?</li>
<li>Dass die Zuhörer sich langweilen?</li>
<li>Dass einer dazwischenruft?</li>
<li>Dass einer mich erschiesst?</li>
<li>Dass das Mikro defekt ist?</li>
<li>Dass ich von der Bühne falle?</li>
<li>Dass mir die Hose herunterfällt?</li>
<li>Dass die Zuhörer mich nicht mögen?</li>
</ul>
<p>Dann schaue ich mir jede einzelne Angst an und denke sie weiter &#8211; bis zum bitteren Ende: Was geschieht denn nun, wenn ich den Faden verliere?</p>
<p>Ich nehme einen Schluck aus dem Wasserglas und gebe meinen Gedanken die Möglichkeit, wieder zu meinem Mund aufzuschliessen. Und wenn das nicht reicht, dann sage ich: &#8220;Jetzt habe ich doch glatt den Faden verloren. Da sind meine Gedanken wieder einmal mit mir durchgegangen.&#8221; Und dann schaue ich in meine Notizen und mache weiter.</p>
<p>Werde ich dafür verachtet werden? Eher nicht. In der Regel fördern solche Zwischenspiele sogar die Sympathie zum Redner.</p>
<p>Dasselbe gilt für Versprecher.</p>
<p>Und die gelangweilten Zuhörer? Sie sind eine Realität. Man begegnet ihnen in jedem Publikum. Das liegt manchmal an langweiligen Rednern. Manchmal aber auch daran, dass solche Menschen mit zur Schau getragener Langeweile signalisieren wollen: &#8220;Ich weiss schon alles.&#8221; Solche Langweiler belasten mich nicht.</p>
<p>Der Umgang mit Zwischenrufen ist nicht immer einfach. Aber zuerst darf ich mir die Frage stellen: Wie realistisch ist es, dass in diesem Publikum tatsächlich jemand den Mut aufbringt (denn den braucht es), seinen Mund aufzumachen? Und wenn auch: Möglicherweise ist es ja ein konstruktiver Gedanke, der mein Reden sogar noch fördert. Meine Zuhörer sind meine Freunde, nicht meine Gegner.</p>
<p><strong>Dass ich erschossen werde, ist wenig wahrscheinlich,</strong> genauso wie der Sturz von der Bühne. Diesen Ängsten in die Augen zu schauen, reicht bereits, um sie sich verflüchtigen zu lassen.</p>
<p>Wenn das Mikro kapputtgeht, kriege ich wahrscheinlich ein anderes und rede sonst ohne weiter.</p>
<p>Für den extrem unwahrscheinlichen Fall, dass an meiner Hose tatsächlich Gürtel und Knöpfe gleichzeitig versagen und so quasi &#8220;alle Stricke&#8221; reissen: Dann halte ich meine Hose mit einer Hand fest, informiere mein Publikum über meine missliche Lage und bin zu 100% sicher, dass der Bericht über meine Rede so weite Kreise ziehen wird, wie bei keinem früheren Auftritt.</p>
<p>Die Angst, dass die Zuhörer mich nicht mögen, steckt vermutlich im Kern jeder Redeangst. Wir wollen geschätzt und geliebt werden. Daran ist doch nichts falsch. Der erste Schritt zur Verwirklichung dieses Traumes ist, was ich oben beschrieben habe: Ich muss mein Publikum lieben.</p>
<p>Ich glaube wirklich: Dann kommt auch Liebe zurück. Und des Weiteren gilt: Man kann es einfach nicht allen Recht machen. Wenn ich mich klar äussere und klar Position beziehe, dann ist ebenso klar, dass einige nicht einverstanden sein werden. Vielleicht auch viele.</p>
<p><strong>Der bedrohlichste Redner-Albtraum verblasst, wenn wir ihn zu Ende denken. </strong>Kein Missgeschick, das mir vor Publikum passieren könnte, kann mich mehr davon abhalten, mich hinzustellen und mit diesen Menschen auf eine Reise zu begeben.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Werbung zum Verblöden</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/02/05/werbung-zum-verbloden/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:12:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Blähsprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Mir ist ein Müsterchen eines offenbar extrem guten Sportlergels in die Finger gekommen. Weshalb ich das weiss, ohne das Produkt ausprobiert zu haben?
Ganz einfach:
Es enthält Glykosaminoglykane!
Wahnsinn!
Nein, ich weiss auch nicht, was Glykosaminoglykane sind, aber da dieser Bestandteil als einziger den Weg auf die Tube gefunden hat, muss es sich um etwas Hochspektakuläres handeln.
Entweder das &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/axa_nova.jpg"><img class="size-medium wp-image-1023 alignright" title="axa_nova" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/axa_nova-216x300.jpg" alt="" width="216" height="300" /></a>Mir ist ein Müsterchen eines offenbar extrem guten Sportlergels in die Finger gekommen. Weshalb ich das weiss, ohne das Produkt ausprobiert zu haben?</p>
<p>Ganz einfach:</p>
<p>Es enthält Glykosaminoglykane!</p>
<p>Wahnsinn!</p>
<p>Nein, ich weiss auch nicht, was Glykosaminoglykane sind, aber da dieser Bestandteil als einziger den Weg auf die Tube gefunden hat, muss es sich um etwas Hochspektakuläres handeln.</p>
<p>Entweder das &#8211; oder:</p>
<p>Die Hersteller und Vertreiber von Axa Nova haben sich gedacht: &#8220;Lasst uns die Leute blenden, indem wir einen absolut unverständlichen und auf den ersten Blick sogar unlesbaren Begriff auf die Tube schreiben. So erwecken wir den Eindruck, als sei unser Präparat der grösste medizinische Fortschritt seit der Entdeckung des Penizillins.&#8221;</p>
<p>Das Perfide an dieser Strategie: Viele Menschen scheinen zu denken, dass etwas, das sie nicht kennen, automatisch gut sein muss. Sie halten sich also für blöd. Nur so lässt sich in meinen Augen auch erklären, wie vor rund 10 Jahren aus &#8220;Frühstücksflocken&#8221; &#8220;Früchstückscerealien&#8221; wurden &#8211; ohne dass sich an den Produkten etwas geändert hätte.</p>
<p>Wollen wir für dumm verkauft werden? &#8211; Machmal habe ich fast den Eindruck.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/axa_nova_closeup.jpg"><img class="size-full wp-image-1022 alignnone" title="axa_nova_closeup" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/axa_nova_closeup.jpg" alt="" width="454" height="284" /></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>SarcMark: eine sagenhafte Idee!</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/01/28/sarcmark-eine-sagenhafte-idee/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 08:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[SarcMark]]></category>
		<category><![CDATA[Sarkasmus]]></category>

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		<description><![CDATA[Missverständnisse gehören zur Kommunikation wie die übergekochte Milch in die Küche. Es kommt einfach vor. Manchmal haben solche Verdrehungen damit zu tun, dass einer besonders originell sein will und nicht sagt, was er meint, sondern das Gegenteil davon. So zum Beispiel:
Vielen Dank, dass du mir das Dossier &#8220;Kundenzufriedenheit&#8221; herübergeschoben hast. Da ich chronisch zu wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sarcmark_web.jpg"><img class="size-full wp-image-1004 alignright" title="sarcmark" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/sarcmark_web.jpg" alt="sarcmark" width="454" height="341" /></a>Missverständnisse gehören zur Kommunikation wie die übergekochte Milch in die Küche. Es kommt einfach vor. Manchmal haben solche Verdrehungen damit zu tun, dass einer besonders originell sein will und nicht sagt, was er meint, sondern das Gegenteil davon. So zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Vielen Dank, dass du mir das Dossier &#8220;Kundenzufriedenheit&#8221; herübergeschoben hast. Da ich chronisch zu wenig Arbeit habe, macht mich diese zusätzliche Herausforderung richtig glücklich.</p></blockquote>
<p>Wenn der Empfänger dieser Nachricht den Biss nicht spürt, freut er sich womöglich aufrichtig mit seinem Kollegen und legt bereits die nächsten Dossiers in die Pipeline, um dessen Euphorie noch zu steigern.</p>
<p>Aus dieser grossen Not heraus wurde das <a href="http://02d9656.netsoljsp.com/SarcMark/modules/user/commonfiles/loadhome.do" target="_blank">SarcMark</a> entwickelt. Es ist ein unansehnlicher Kringel mit einem Punkt in der Mitte und soll dazu dienen, sarkastische Äusserungen in E-Mails unmissverständlich als sarkastisch zu kennzeichnen.</p>
<p>Echt?</p>
<p>Genau das habe ich mich auch gefragt. Und jetzt muss ich anfügen: ja, ganz echt.</p>
<p>Bestimmt ist das die blödeste Idee, die mir in diesem (immerhin noch jungen) Jahr über den Weg geraten ist. Wozu, bitte schön, soll denn so etwas gut sein?</p>
<p><span id="more-1000"></span>Eine erste Antwort ist einfach: Der frustrierte (weil ständig missverstandene) Spötter kann sich das SarcMark herunterladen und in den Zeichensatz seines Systems integrieren. Es kostet $ 1.99. Diese 1.99 sind die erste Antwort, wozu das Ding gut sein soll. (Es kommt halt darauf an, aus welcher Warte man die Lage beurteilt.)</p>
<p>Ansonsten sage ich ganz frei von Sarkasmus: &#8220;Unnötig&#8221; ist der harmloseste Kommentar, der mir dazu einfällt. Oder dann: eine grandiose Idee! Weshalb ist nicht schon längst jemand darauf gekommen? Ich, zum Beispiel? (Am Ende dieses Satzes könnte ich nun das SarcMark setzen, damit auch wirklich jeder merkt &#8230;)</p>
<p>Sarkasmus ist eine besonders spitze Form der Ironie. Und darüber, dass Ironie tückisch sein kann, habe ich hier ja schon wiederholt geschrieben. (Ein Klick auf den Ironie-Tag unten führt zu den Artikeln.) Ironie ist ein rhetorisches Stilmittel, das effektvoll sein kann, dessen Einsatz aber ein beträchtliches Risiko mit sich bringt. Es ist das grösste Risiko überhaupt für jeden, der etwas mitteilen will: das Risiko, nicht verstanden zu werden.</p>
<p>Dasselbe gilt für den Sarkasmus. Ironie und Sarkasmus sind daher elitäre Kommunikationsmittel. Wer sie einsetzt, nimmt in Kauf, dass ein Teil seiner Zuhörer oder Leser die verdrehte Aussage nicht entschlüsselt und ihn daher (in dieser Teilaussage) nicht versteht. Das muss für die Gesamtbotschaft nicht tragisch sein, da sie den Gehalt einer ironischen Äusserung in der Regel auch unverschlüsselt enthält. Die wichtigsten Inhalte meiner Botschaft sage ich ja wiederholt.</p>
<p>Wer sich ironisch oder sarkastisch äussert, geht ein Risiko ein. Dieses Risiko ist Teil der Verwendung dieser Stilmittel &#8211; und ihre Wirkung hängt mit diesem Risiko zusammen. Eine sarkastische Äusserung, die mit einem speziellen Zeichen als sarkastisch markiert wird, verliert deshalb einen beträchtlichen Teil ihrer Wirkung. Wer also das Risiko scheut, falsch verstanden zu werden, sollte sich einfach bemühen, so zu reden und zu schreiben, dass dieses Risiko möglichst klein bleibt. Das bedeutet dann aber den Verzicht auf Ironie und Sarkasmus.</p>
<p>Das Leben ist schon hart.</p>
<p>Dieser Verzicht kann durchaus angemessen sein. Die leidige SarcMark-Geschichte wurde ja angeblich durch E-Mail-Missverständnisse ausgelöst. (Ich glaube eher, dass jemand Geld verdienen will, ohne zu arbeiten.) Und in einem E-Mail haben Ironie und Sarkasmus in der Regel tatsächlich nichts verloren. Das Risiko falsch verstanden zu werden scheint mir unverhältnismässig gross, weil ich keine Ahnung habe, wie mein Gegenüber reagiert. Ironische Bemerkungen in E-Mails kommen für mich daher nur bei einer kleinen Schar von Kontakten in Frage. Das sind Menschen, die mich gut genug kennen, um den Code zu entschlüsseln oder bei denen ich immerhin weiss, dass sie nachfragen, wenn sie bei einer Formulierung unsicher sind. In jedem Fall gilt: Die Verantwortung für eine Kommunikation, die wegen Ironie oder Sarkasmus fehlgeleitet wurde, liegt zu 100% beim Sender und zu 0% beim Leser oder Hörer. Wer das Risiko eingeht, hat auch die Konsequenzen zu tragen.</p>
<p>Angemessener können Ironie und Sarkasmus dort sein, wo sich Dialogpartner direkt gegenüberstehen; in einem persönlichen Gespräch also &#8211; oder in einer klassischen Redesituation. Der Redner beobachtet sein Publikum ja ganz genau und ist damit auch fähig, Verunsicherung wahrzunehmen und darauf zu reagieren, indem er eine ironische Äusserung ausdrücklich entschlüsselt. Das macht dann zwar einen Teil des Effektes kaputt, aber die Gefahr des Missverständnisses ist immerhin gebannt &#8211; Ähnlich wie mit dem SarcMark. Und ich kann mir durchaus Szenarien vorstellen, in denen dieser in Watte gepackte Sarkasmus zum Einsatz kommen dürfte. Doch brauchen wir dazu das SarcMark? Smileys und Anführungszeichen erfüllen denselben Zweck absolut zuverlässig.</p>
<p>Auch auf meinem Blog würde ich Ironie und Sarkasmus übrigens niemals einsetzen. Dafür sind meine Leser einfach zu einfältig.</p>
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		<title>&#8220;Man&#8221; sagt nicht, was ich meine.</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 13:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Blähsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Distanz]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem E-Mail hat Ändu mir eine Frage gestellt, die ich hier gerne aufnehme:
Wenn ich sage: „Me muess luege, dass eim keini Fähler passiere“, dann ist das zwar korrektes Berndeutsch, doch will ich das schriftlich festhalten, kommt es mir sehr „undeutsch“ vor, wenn ich schreibe „man muss schauen, dass einem keine Fehler passieren“. Wie weit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem E-Mail hat <a href="http://aendustories.blogspot.com" target="_blank">Ändu</a> mir eine Frage gestellt, die ich hier gerne aufnehme:</p>
<blockquote><p>Wenn ich sage: „Me muess luege, dass eim keini Fähler passiere“, dann ist das zwar korrektes Berndeutsch, doch will ich das schriftlich festhalten, kommt es mir sehr „undeutsch“ vor, wenn ich schreibe „man muss schauen, dass einem keine Fehler passieren“. Wie weit kann diese Redensart ins Schriftdeutsche übertragen werden? Gibt es sie da überhaupt, oder ist diese Satzzusammenstellung nur in der gesprochenen Sprache anwendbar? Was gibt es für Möglichkeiten, diese Formulierung zu vermeiden? In meinem Beispiel wäre es ja möglich zu schreiben „Man muss schauen, dass man keine Fehler macht“, oder „&#8230;keine Fehler zu machen“; aber manchmal ist es nicht ganz so einfach.</p></blockquote>
<p>Ich lasse da zunächst einmal mein Sprachgefühl antworten: &#8220;Man muss schauen&#8221; wird sicher verstanden, ist aber ebenso sicher kein besonders gediegenes Deutsch. Eine elegantere Variante wäre: &#8220;Man sollte darauf achten, keine Fehler zu machen.&#8221;* Doch was heisst bei einem solchen Satz schon &#8220;elegant&#8221;? Da stimmt nämlich noch anderes nicht. Ändu schreibt weiter:</p>
<blockquote><p><span id="more-976"></span>Was ich daran besonders interessant finde ist, dass mir dieses Problem häufig beim Schreiben schriftlicher Arbeiten begegnet. [Ändu ist Theologiestudent] Irgendwie ist es hilfreich, die „man“-Form zu gebrauchen, um verallgemeinerte Glaubensaussagen zu formulieren. Aber auch, um persönliche Aufforderungen unpersönlich zu verpacken (z. B.: „Man muss beten, damit Gott einem begegnen kann“). Leider wird dadurch aber meistens der Inhalt abgeschwächt, weil man ja nicht recht weiss, wer „man“ eigentlich ist, und ob Gott, wenn er „einem“ begegnet, auch „mir“ persönlich begegnen will&#8230;</p></blockquote>
<p><em>Man </em>ist ein Problem. Die Verlockung, Aussagen an einem unpersönlichen <em>Man</em> aufzuhängen, ist einfach zu gross. Es geht einem viel leichter von den Lippen oder von der Tastatur als ein <em>Du</em>, ein <em>Wir </em>oder gar ein <em>Ich</em>. <em>Man </em>ist damit ein klassischer sprachlicher Distanzerzeuger, der den bewegendsten Appell zu einer sterilen Feststellung degradieren kann. Am besten wäre es darum, wenn man ganz auf <em>man </em>verzichten würde. Das heisst: <em>Sie </em>sollten darauf verzichten, <em>Du </em>solltest darauf verzichten, <em>ich </em>sowieso und auch Ändu ist gut beraten, das unpersönliche <em>Man </em>in Zukunft zu ersetzen. Denn wie er ganz richtig schreibt, erweist es uns einen Bärendienst: Es lässt sich einerseits leicht schreiben oder sagen, schwächt den Inhalt aber ins Bedeutungslose ab, weil sich keiner mehr betroffen fühlen muss. Und zu Recht: Wer will denn schon <em>man </em>sein? &#8211; Ich bin ich. Und wenn du mich meinst, dann kannst du das auch sagen. Und wenn du dich selbst meinst, dann gefälligst auch.</p>
<p>Womit <em>man</em> zu ersetzen ist, hängt natürlich vom Kontext ab; davon, wer angesprochen ist; davon, auf wen eine Aussage sich bezieht. Zurück zum einleitenden Satz des Anstosses: Wer soll denn nun schauen, dass er keine Fehler macht? Diese Information muss natürlich Teil der Aussage sein. Der Autor, der sich hier zum Weg des geringsten sprachlichen Widerstandes und damit zu einem unpräzisen <em>Man </em>hinreissen lässt, hat womöglich seine Hausaufgaben nicht gemacht und stellt nun fest, dass er selbst nicht weiss, wen er eigentlich meint.</p>
<p>* Ich würde mich freuen, wenn meine deutschen Leser sich in den Kommentaren zu dieser Frage äussern würden.</p>
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		<title>Zahlen, die einschlagen</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 07:28:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[konkrete Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Zahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere ältere Tochter (4 Jahre) stand gestern das erste Mal auf den Skiern. Im Garten zwar, aber immerhin. Beim Mittagessen kamen wir auf die Skischule zu sprechen. Ich vermutete, dass Skischule etwa 2 Stunden Programm pro Tag bedeutet. Unsere Tochter darauf: &#8220;Wie lange ist zwei Stunden?&#8221;
Mein erster Impuls für eine Antwort war: &#8220;Das ist wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere ältere Tochter (4 Jahre) stand gestern das erste Mal auf den Skiern. Im Garten zwar, aber immerhin. Beim Mittagessen kamen wir auf die Skischule zu sprechen. Ich vermutete, dass Skischule etwa 2 Stunden Programm pro Tag bedeutet. Unsere Tochter darauf: &#8220;Wie lange ist zwei Stunden?&#8221;</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/zahlen_die_einschlagen_web.jpg"><img class="size-full wp-image-951 alignright" title="Zahlen, die einschlagen" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/zahlen_die_einschlagen_web.jpg" alt="Zahlen, die einschlagen" width="454" height="341" /></a>Mein erster Impuls für eine Antwort war: &#8220;Das ist wie zwei Mittagspausen hintereinander.&#8221; Das schien mir dann aber doch zu abstrakt. Meine Frau war gewandter: &#8220;Das ist so lange, wie wir brauchen, um zu Nona und Eni (meine Eltern im Bündnerland) zu fahren. &#8211; Oder so lange, wie ich brauche, wenn ich mit euch einkaufen gehe.&#8221; Dann schaute sie mich an und meinte: &#8220;Eigentlich krass.&#8221;</p>
<p><span id="more-946"></span>Die abstrakte Vorstellung von 2 Stunden war plötzlich fassbar geworden &#8211; und durch die Gegenüberstellung einer Fahrt nach Graubünden und einer einfachen Einkaufstour hoch emotional. Der Vergleich macht fassbar, wie lange so ein Einkauf wirklich dauert. In dieser Zeit kann ich auch gemütlich ins Bündnerland fahren.</p>
<p>Genau darum geht es, wenn wir so kommunizieren wollen, dass Menschen betroffen sind: Unser Reden und Schreiben muss fassbar sein, es muss einschlagen. Keinesfalls dürfen wir uns darauf verlassen, dass &#8220;die anderen das dann schon einordnen können, schon merken, wie viel (oder wenig) das ist.&#8221; Diese Arbeit kann und will der Leser oder Hörer nicht leisten. Und er sollte es auch nicht müssen. Das ist nämlich Aufgabe dessen, der etwas mitzuteilen hat.</p>
<p>Ein gutes Beispiel dafür, wie man Zahlen fassbar machen kann, bot der Kandidat für die US-Präsidentschaft, John Kerry, 2004 in einer Debatte gegen George W. Bush. Thema war der Krieg im Irak, und Bush betonte die starke Koalition, die hinter der Offensive stand. Kerry erwiderte:</p>
<blockquote><p>Mr President, Länder verlassen die Koalition, sie schliessen sich ihr nicht an. Wenn Missouri &#8211; und ich meine nur die Anzahl Menschen aus Missouri, die drüben Militärdienst leisten &#8211; ein Land wäre, wäre es das drittgrösste Land in der Koalition, nach Grossbritannien und den Vereinigten Staaten. Das ist keine grosse Koalition. 90% der Gefallenen sind Amerikaner, 90% der Kosten kommen aus Ihrer Tasche [zeigt auf das Publikum].</p>
<p>(Mr President, countries are leaving the coalition, not joining. Eight countries have left it. If Missouri &#8211; just given the number of people from Missouri who are in the military over there today &#8211; were a country, it would be the third largest country in the coalition, behind Great Britain and the United States. That&#8217;s not a grand coalition. 90% of the casualties are American, 90% of the costs are coming out of your pockets.)</p></blockquote>
<p>Kerrys Vorgehen ist ausgesprochen clever. Dem Publikum wird drastisch vor Augen geführt, wie klein der Beitrag der von Bush so gerühmten Koalitionspartner ist.  Die Soldaten aus Missouri allein sind mehr als die aller anderen Koalitionspartner mit Ausnahme der Briten. Und wo fand die Debatte statt? In Missouri natürlich. Dieser raffinierte Vergleich muss ihnen die Verhältnisse drastisch vor Augen geführt haben. (Leider sabotierte Kerry sich mit einer schludrigen Präsentation dieser Gedankenkette selbst. Seine Intonation war ohne Akzente und zudem redete er viel zu schnell, so dass man mit Denken kaum nachkam. Der Berater, der diesen grossartigen Einfall hatte, muss sich grün und blau geärgert haben.)</p>
<p>So werden Zahlen spürbar. Wer jemandem davon abraten will, Kinder zu haben, sollte in Zukunft also nicht mehr sagen: &#8220;Wenn man Kinder hat, dauern auch die Kleinigkeiten des Alltags plötzlich viel, viel länger.&#8221; Besser wäre: &#8220;Wenn du mit Kindern einkaufen gehst, dann dauert das so lange wie eine Fahrt in die Berge.&#8221; Das sitzt. Wichtig zu beachten ist dabei, dass der Vergleichswert etwas mit dem Leben des Lesers oder Hörers zu tun hat. Der Bündnerland-Vergleich hinterlässt bei mir deshalb einen solchen Eindruck, weil wir diese Fahrt öfter machen. Kerrys Missouri-Vergleich hat die stärkste Wirkung natürlich in Missouri.</p>
<p>Unsere Gefühle können mit Zahlen wenig anfangen. Gerade die Gefühle sind aber ein wichtiger Ansprechpartner. Wenn sie unbeteiligt und unbewegt bleiben, werde ich kaum Eindruck hinterlassen mit dem, was ich sage. Dazu kommt: Wenn ich mich bemühe, eine Zahl (oder einen anderen abstrakten Inhalt) fassbar zu machen, rutsche ich selbst ja auch näher an meine Botschaft heran. Dass das Einkaufen mit Kindern länger dauert als ohne, war mir immer schon klar. Aber gleich lange wie eine Fahrt in die Berge? Wahnsinn!</p>
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		<title>Wörter: explosiv kreativ</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 09:25:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wörter]]></category>
		<category><![CDATA[Free Writing]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenke]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibblockade]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte kürzlich Geburtstag und habe bei dieser Gelegenheit auch einige Geschenke bekommen. Darunter war eine Blechschachtel mit der viel versprechenden Aufschrift &#8220;Wörter für Cla&#8221;. In der Schachtel lagen 40 kreativ gestaltete Karten mit jeweils einem Wort. Wunderschön.
Ich habe mir die Karten in der Runde meiner Gäste angesehen und war einmal mehr überrascht und bewegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte kürzlich Geburtstag und habe bei dieser Gelegenheit auch einige Geschenke bekommen. Darunter war eine Blechschachtel mit der viel versprechenden Aufschrift &#8220;Wörter für Cla&#8221;. In der Schachtel lagen 40 kreativ gestaltete Karten mit jeweils einem Wort. Wunderschön.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerterkarten1.jpg"><img class="size-full wp-image-929 aligncenter" title="woerterkarten" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerterkarten1.jpg" alt="" width="800" height="576" /></a><span id="more-924"></span>Ich habe mir die Karten in der Runde meiner Gäste angesehen und war einmal mehr überrascht und bewegt von der schöpferischen Kraft, die in einem einzelnen Wort liegt. Die kreative und emotionale Darstellung hat das noch verstärkt. Jede einzelne Karte löste sofort einen Fluss von Ideen und Geschichten aus.</p>
<p style="text-align: left;">So zum Beispiel die <em>Nebensächlichkeit</em>, die sich so überhaupt nicht nebensächlich auf der ganzen Fläche der Karte ausbreitet. Richtig wichtig macht sie sich, ganz in Grossbuchstaben und farbig bis zur Schmerzgrenze. Diese Nebensächlichkeit will sich nicht von den Hauptsachen verdrängen lassen. Sie kämpft um ihren Platz &#8211; und das mit Erfolg. Immerhin habe ich sie ihren 39 Mitbewerbern vorgezogen, um hier über die kreative Wirkung von Wörtern zu schreiben. Ich habe mich von ihr täuschen lassen. Das können Wörter.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/nebensaechlichkeit.jpg"><img class="size-full wp-image-932 aligncenter" title="nebensaechlichkeit" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/nebensaechlichkeit.jpg" alt="" width="800" height="566" /></a>Auch die Herzensangelegenheit hat es mir angetan (am oberen rechten Bildrand im ersten Foto). Hier ist nichts mit gestalterischer Kreativität. Ganz nüchtern steht sie da, wenn auch immerhin rot geschrieben. Und erst jetzt, wenn ich mir das Wort so ansehe, wird mir bewusst, welche Spannung es in sich trägt: Das Herz verstehen wir als Sitz der Emotionen. <em>Herz </em>bedeutet schnell einmal <em>Liebe</em>. Die <em>Angelegenheit </em>dagegen ist bürokratisch, technisch, steril. Sie lässt mich an Traktandenlisten denken, an juristische Verfahren und an Diskussionen, in denen man die Dinge nicht beim Namen nennen will. Was hat sich die deutsche Sprache gedacht, als sie eine Wortschöpfung wie <em>Herzensangelegenheit</em> zuliess?</p>
<p style="text-align: left;">Dieses kreative Potenzial der Wörter lässt sich anzapfen: zum Beispiel, wenn die eigenen kreativen Quellen ausgetrocknet scheinen. Sich dann ein Wort vor Augen zu führen, es anzusehen und sich davon anstossen (oder auch abstossen) zu lassen, kann wahrhaft Wunder wirken. Schreibblockaden ade! Eine solche Wörterkarte ist ein starker Startpunkt für <a href="http://verstaendlich.ch/2009/04/04/free-writing-schreiben-im-freien-fall/">Free Writing</a>, und falls mir einmal die Ideen für meine Blogartikel ausgehen sollten, weiss ich auch, was ich zu tun habe. Denn manchmal hängt die verstopfte Leitung ja auch damit zusammen, dass zu viel möglich ist. Da hilft die selbst auferlegte Beschränkung. Irgendetwas zu schreiben ist ungleich schwieriger, als einer engen Vorgabe zu folgen, auch wenn wir sie auf den ersten Blick vielleicht als unüberwindbare Herausforderung empfinden. Die Aufgabe, 1000 Wörter über ein beliebiges Thema zu schreiben, kann viel herausfordernder sein, als 1000 Wörter über die Geschichte der polnischen Eishockey-Nationalliga zu verfassen &#8211; auch wenn ich rein gar nichts von Eishockey verstehe. Deshalb ziehe ich lieber eine Karte aus meiner Schachtel, zum Beispiel <em>Licht</em> (mit Buchstaben, die im Dunkeln leuchten) und lasse daraus einen Sternenhimmel von Ideen wachsen.</p>
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		<title>&#8220;Sprachzauber&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 17:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundsachen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles Gute für 2010! Ich hoffe, das Jahr hat rundum gut angefangen.
Ich bin gerade noch zu einem kurzen Neujahrsaufenthalt in den schönen Bündner Bergen. Beim Lesen des Tages-Anzeigers vom 30. 12. 09 bin ich auf einen Beitrag in der Rubrik &#8220;Leser fragen&#8221; gestossen, der mich unterhalten und angeregt hat. Er findet daher auch hier seinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles Gute für 2010! Ich hoffe, das Jahr hat rundum gut angefangen.</p>
<p>Ich bin gerade noch zu einem kurzen Neujahrsaufenthalt in den schönen Bündner Bergen. Beim Lesen des Tages-Anzeigers vom 30. 12. 09 bin ich auf einen Beitrag in der Rubrik &#8220;Leser fragen&#8221; gestossen, der mich unterhalten und angeregt hat. Er findet daher auch hier seinen Platz.</p>
<p>In &#8220;Leser fragen&#8221; beantwortet der Psychoanalytiker Peter Schneider wöchentlich &#8220;Fragen zur Philosophie und Psychoanalyse des Alltagslebens&#8221;. Und ausgerechnet, wenn ich einmal den Tagi durchblättere, geht&#8217;s auch um Sprachliches:</p>
<blockquote><p>Warum nennt man einen erfolgreichen, eingebürgerten Schweizer &#8220;Secondo&#8221; und einen sozial auffälligen, eingebürgerten Schweizer &#8220;Schweizer mit Migrationshintergrund&#8221;? F. K.</p>
<p>Liebe Frau K.<br />
Weil es im richtigen Leben leider nicht so zu- und hergeht wie in Western, wo man die Guten und die Bösen ganz ohne jedweden Sprachzauber und schon von weitem einfach an der Farbe ihrer Hüte unterscheiden kann.</p></blockquote>
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