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	<title>verständlich</title>
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		<title>SwissDRG schön einfach</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 14:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Pencast]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Kern meiner Arbeit sehe ich darin, Dinge verständlich zu machen. Darum ist es mir immer eine besondere Freude, Komplexes (oder vermeintlich Komplexes) zu verdichten, zu vereinfachen und in der Kommunikation leichter transportierbar zu machen. Eben habe ich mich vor diesem Hintergrund dem neuen Spitalabrechnungs- und -finanzierungsmodell SwissDRG gewidmet. Dieses System ist in der Schweiz [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Kern meiner Arbeit sehe ich darin, Dinge verständlich zu machen.</strong> Darum ist es mir immer eine besondere Freude, Komplexes (oder vermeintlich Komplexes) zu verdichten, zu vereinfachen und in der Kommunikation leichter transportierbar zu machen.</p>
<p>Eben habe ich mich vor diesem Hintergrund dem neuen Spitalabrechnungs- und -finanzierungsmodell SwissDRG gewidmet. Dieses System ist in der Schweiz seit <a title="“Anfang Jahr” oder “anfangs Jahr”?" href="http://verstaendlich.ch/2008/12/05/anfang-jahr-oder-anfangs-jahr/">Anfang 2012</a> in Kraft und sorgt derzeit für einigen Gesprächsstoff. Für das <a href="http://www.gzo.ch" target="_blank">GZO Spital Wetzikon</a> habe ich zum Thema eine doppelseitige Illustration fabriziert, die im aktuellen Jahresbericht (<a title="GZO-Magazin 2012" href="http://www.gzo.ch/fileadmin/Dateien/Unternehmen_GZO/GZO_Magazin/GZO_Magazin_2012_web.pdf" target="_blank">hier</a> als PDF herunterzuladen) erscheint. Meine zeichnende Hand hat&#8217;s sogar aufs Cover geschafft. Bei Models ist das der ganz grosse Durchbruch.</p>
<p>Das Anliegen ist schnell auf den Punkt gebracht: <strong>Wir erklären, wie SwissDRG funktioniert.</strong></p>
<p><strong>Zusätzlich haben wir diese visuelle Erklärung nun noch als Pencast umgesetzt.</strong> (Eine für mich tolle Zusammenarbeit mit Matthias Loeffel von <a href="http://www.camotion.ch" target="_blank">Camotion</a>.) Hier das Ergebnis, das mich – bei aller gebotenen Bescheidenheit – begeistert. Mich fasziniert es, Dinge im Entstehen zu beobachten, und exakt diese Faszination spricht das Format Pencast an.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/w8TMcb7U4lI?rel=0" height="349" width="620" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Und hier noch ein Blick hinter die Kulissen.</p>

<a href='http://verstaendlich.ch/2013/05/02/swissdrg-schon-einfach/sam_1941/' title='SAM_1941'><img width="150" height="150" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/SAM_1941-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="SAM_1941" /></a>
<a href='http://verstaendlich.ch/2013/05/02/swissdrg-schon-einfach/sam_1935/' title='SAM_1935'><img width="150" height="150" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/SAM_1935-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="SAM_1935" /></a>
<a href='http://verstaendlich.ch/2013/05/02/swissdrg-schon-einfach/sam_1944/' title='SAM_1944'><img width="150" height="150" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/SAM_1944-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="SAM_1944" /></a>
<a href='http://verstaendlich.ch/2013/05/02/swissdrg-schon-einfach/sam_1940/' title='SAM_1940'><img width="150" height="150" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/SAM_1940-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="SAM_1940" /></a>

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		<title>Ausflug ins Theater</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2013/03/02/ausflug-ins-theater/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2013 10:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spielereien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn diese Bretter wirklich die Welt bedeuten, dann ist es langsam an der Zeit, dass sie uns jemand erklärt. Keiner wäre dafür geeigneter als Theo Riemann, bietet er in seinen Vorträgen doch weit mehr als nur trockene „Theorie – Mann!“ Ich hatte das übermässig umfangreiche Vergnügen in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit Peter Wild [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-3030 alignnone" alt="Theo macht Theater. Flyer zu Peter Wilds Bünhenprogramm." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Theo-macht-Theater-gross-1024x669.jpg" width="512" height="335" /></p>
<p>Wenn diese Bretter wirklich die Welt bedeuten, dann ist es langsam an der Zeit, dass sie uns jemand erklärt.</p>
<p>Keiner wäre dafür geeigneter als Theo Riemann, bietet er in seinen Vorträgen doch weit mehr als nur trockene „Theorie – Mann!“</p>
<p>Ich hatte das übermässig umfangreiche Vergnügen in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit <a href="http://www.peterwild.ch" target="_blank">Peter Wild</a> an seinem neuen Bühnenprogramm zu arbeiten und Theo einige Wörter und Sätze (mindestens halbe) in den Mund zu legen. (Mein erster Ausflug ins Theater – als Texter.)</p>
<p>Das Ergebnis präsentiert sich als Mischung aus Comedy, Pantomime, Parodie und Poesie und unter dem beinahe monumentalen Titel:</p>
<p><strong>Theo macht Theater. Eine Raserei durch die Geschichte des Schauspiels.</strong></p>
<p>Nächste Woche feiern wir Premiere. Grund genug, hier einen kleinen Werbeblock zu schalten und alle Leserinnen und Leser herzlich einzuladen, am 7. oder 8. März (Donnerstag und Freitag) den Theaterexperten Theo Riemann in Wädenswil am Zürichsee persönlich kennenzulernen.</p>
<p>Und persönlich wird es. Denn auch wenn Theos Expertise in Sachen abendländisches Schauspiel natürlich im Zentrum steht, dringt da doch immer wieder etwas Hinter- oder gar Untergründiges durch. Wie war das mit dem überfahrenen Familienkater der Riemanns? Oder Theos Streifzügen mit seinen Jugendfreunden und dem Sinalco? Und dann die Frauen …</p>
<p>Regie hat der international renommierte spanische Pantomime <a href="http://www.carlosmartinez.es/">Carlos Martínez</a> geführt.</p>
<p>Hier gibt&#8217;sTickets zur <a href="http://www.starticket.ch/0ShowInfo.asp?ShowID=60142&amp;ShowDetails=1&amp;Language=D" target="_blank">Premiere vom 7. März</a> und zur <a href="http://www.starticket.ch/0ShowInfo.asp?ShowID=60143&amp;ShowDetails=1&amp;Language=D" target="_blank">Vorstellung vom 8. März</a>.</p>
<p>Und weitere Informationen auf dem Flyer hier:</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Theo-Mail_gross.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3026" alt="Theo macht Theater. Flyer zu Peter Wilds Bünhenprogramm." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Theo-Mail_gross-150x150.jpg" width="150" height="150" /></a></p>
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		<title>Als Experte nahbar bleiben</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2013/02/15/als-experte-nahbar-bleiben/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2013 07:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Nähe zum Publikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Lernen kann man überall etwas. Aber es gibt Situationen, in denen man etwas lernen sollte. Zum Beispiel Weiterbildungen. In einer solchen sass ich vor zwei Wochen – und lernte viel. Da war einerseits der überaus anregende Inhalt zum Thema „Wirkungsvoll unterrichten“. Daneben aber hatte ich auch die Gelegenheit, den Dozenten zu beobachten und mir einige [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-3019" alt="&quot;Ja&quot; steht für gute Voraussetzungen. ABER wenn dazu AUCH noch die richtigen Entscheidungen kommen, ist das Ergebnis noch besser." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Ja-ABER-auch-300x225.jpg" width="300" height="225" /></p>
<p>Lernen kann man überall etwas. Aber es gibt Situationen, in denen man etwas lernen <em>sollte</em>. Zum Beispiel Weiterbildungen. In einer solchen sass ich vor zwei Wochen – und lernte viel. Da war einerseits der überaus anregende Inhalt zum Thema „Wirkungsvoll unterrichten“. Daneben aber hatte ich auch die <strong>Gelegenheit, den Dozenten zu beobachten</strong> und mir einige Gedanken zu einer Frage zu machen, die mich seit einiger Zeit beschäftigt:</p>
<p><strong>Wie gelingt es einem Redner, sich als Experte zu positionieren und gleichzeitig Nähe zum Publikum aufzubauen</strong> (anstelle der üblichen Experten-Distanz)?</p>
<p>Vor vielen Jahren hat ein Mentor mir den Satz auf den Weg gegeben (das klingt jetzt dramatischer, als es war, aber immerhin: Der Satz ist mir geblieben):</p>
<blockquote><p>Brillanz schafft Distanz.</p></blockquote>
<p>Und da ist etwas dran. Wer als Redner in erster Linie durch eine grossartige Performance beeindrucken will, wird sich von der Chance auf eine Begegnung mit dem Publikum und der Wirkung, die sich daraus ergibt, verabschieden müssen.</p>
<p>Umso schöner war es für mich, im Rahmen dieser Weiterbildung beobachten zu können:<span id="more-3011"></span></p>
<h3>Experte – aber nahe</h3>
<p>Und wenn ich noch etwas näher an diese Lernsituation herantrete, dann beobachte ich:</p>
<h3>Grosses Fachwissen – aber verständlich</h3>
<p>Von den ersten Minuten an war mir klar: Dieser Mann hat zum Thema etwas zu sagen. Doch Begeisterung brach vollends durch, als ich hörte: <strong>Er scheut sich auch nicht, sein Wissen zugänglich zu machen</strong>, ganz und gar verständlich, auch für uns als Laien.</p>
<h3>Gut vorbereitet – aber flexibel</h3>
<p>Der Stoff war auf einige Schwerpunkte zugespitzt, die Veranstaltung auf klare Lernziele hin ausgerichtet. ABER: <strong>Es war Platz für Fragen aus der Praxis und für thematische Nebengeleise,</strong> die plötzlich relevant wurden. Da gab es kein Festklammern am Vorbereiteten.</p>
<h3>Markanter Auftritt – aber aktivierend</h3>
<p>Ein Experte soll und darf Experte sein. Und das Gefälle, dass diese Rolle in der Beziehung zum Publikum mit sich bringt, darf ruhig spürbar sein. Einfach nicht als Distanz. Unser Dozent nahm seine Position im Raum sehr bewusst ein. Auch in seiner Garderobe unterschied er sich von uns Teilnehmern. Und doch: <strong>Er öffnete „seinen Raum“, lud Teilnehmer ein,</strong> wirkliche Teilnehmer zu sein, aktivierte, motivierte.</p>
<h3>Nahe – weil sicher</h3>
<p>Ich bin mir sicher: <strong>Expertendistanz entsteht aus Unsicherheit.</strong> Auch ein Experte kann sich von seinem Publikum bedroht fühlen und sich dann (meist unbewusst) auf Spielchen einlassen, um seinen Status und damit Distanz zu markieren.</p>
<p>Ein sicherer Redner hat das nicht nötig. <strong>Er fühlt sich nicht vom Publikum bedroht, sondern sieht das Publikum als Partner auf einem Lernweg.</strong> Als Partner, dem man nahe sein darf.</p>
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		<title>Lernbereit leben: eine Übung</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2013/01/25/lernbereit-leben-eine-ubung/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jan 2013 08:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwas über drei Wochen ist es her, seit ich hier einen lernbereiten Lebensstil anpries. Gerade rechtzeitig, um sich die Sache zum Neujahrsvorsatz zu machen. Nun ist dieses neue Jahr bereits wieder einige Wochen alt und der eine oder andere Vorsatz vielleicht schon im Begriff, zu verblassen. Deshalb folgt heute eine ganz praktische Anregung zum Einüben [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Ganz-im-Jetzt-Uebung.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3002" alt="Ganz im Jetzt sein. Und dann alle Sinne in diesen Moment rufen." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Ganz-im-Jetzt-Uebung-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a>Etwas über drei Wochen ist es her, seit ich <a title="Lernbereit leben" href="http://verstaendlich.ch/2012/12/31/lernbereit-leben/">hier</a> einen lernbereiten Lebensstil anpries. Gerade rechtzeitig, um sich die Sache zum Neujahrsvorsatz zu machen. Nun ist dieses neue Jahr bereits wieder einige Wochen alt und der eine oder andere Vorsatz vielleicht schon im Begriff, zu verblassen. Deshalb folgt heute eine ganz <strong>praktische Anregung zum Einüben des lernbereiten Lebens.</strong></p>
<p>Die Idee ist gar nicht von mir. Ich habe sie aus einem Buch von Klaus Douglass, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3942208229/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3942208229&amp;linkCode=as2&amp;tag=textmitprof-21" target="_blank"><em>Glück ist jetzt</em></a> (Seite 97). Doch wahrscheinlich ist die Idee auch nicht von ihm. Sie ist so naheliegend und einfach, sie ist wohl von irgendwem oder allen.</p>
<p>Die Übung hilft mir, mich ganz in den Moment zu holen, mit allen Sinnen das Jetzt wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung ist Voraussetzung zum Lernen. Denn <strong>wenn ich nicht sehe, höre, rieche, spüre oder schmecke, was um mich herum ist oder geschieht, dann gibt&#8217;s auch nichts zu lernen.</strong></p>
<p>Was also ist zu tun?<span id="more-2998"></span></p>
<ul>
<li>Halte für eine Minute inne.</li>
<li>Atme einige Male bewusst ein und aus.</li>
<li>Benutze jetzt der Reihe nach alle Sinne, um Deine Umgebung wahrzunehmen.
<ul>
<li>Was siehst Du? (Farben, Formen, Kontraste, Strukturen …)</li>
<li>Was hörst Du?</li>
<li>Was riechst Du?</li>
<li>Was schmeckst Du?</li>
<li>Was fühlst Du?</li>
</ul>
</li>
<li>Staune, freu Dich und sag: &#8220;Danke.&#8221;</li>
</ul>
<p>Und dann wieder an die Arbeit.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Fond&#8221; oder &#8220;Fonds&#8221;?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2013/01/18/fond-oder-fonds/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 07:50:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zweifelsfälle]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den kulinarisch erschöpften Wochen nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen kommt wieder die Zeit, in der vermehrt auch ungeübte Köche den Schritt an den Herd wagen. Auch deswegen könnte es angemessen sein, den Unterschied zwischen Fond und Fonds zu diskutieren. Dass dies überhaupt nötig ist, liegt vor allem an der Aussprache. Nicht, dass sie besonders schwierig [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-2984" alt="Der Fond und der Fonds, Mehrzahl in beiden Fällen: die Fonds. Der Horror für Deutsch Lernende." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/fond-oder-fonds-300x225.jpg" width="300" height="225" /></p>
<p>Mit den kulinarisch erschöpften Wochen nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen kommt wieder die Zeit, in der vermehrt auch ungeübte Köche den Schritt an den Herd wagen. Auch deswegen könnte es angemessen sein, den <strong>Unterschied zwischen <em>Fond</em> und <em>Fonds</em></strong> zu diskutieren.</p>
<p>Dass dies überhaupt nötig ist, liegt vor allem an der Aussprache. Nicht, dass sie besonders schwierig wäre. Der zwischen A und O liegende, nasale Selbstlaut ist uns inzwischen bestens vertraut, zum Beispiel dank vormals fremdländischen Vornamen wie dem französischen Jean. <strong>Das Problem besteht vielmer darin, dass beide Wörter genau gleich ausgesprochen werden.</strong> (Man spricht in einem solchen Fall von <em>Homophonen</em>, also gleichlautenden Wörtern.) Dass beide zudem männlich sind, es also in jedem Fall &#8220;der Fooo&#8221; (schön näseln!) heisst, macht&#8217;s auch nicht leichter.</p>
<p><strong>Denn natürlich bedeuten <em>Fond</em> und <em>Fonds</em> nicht dasselbe.</strong> Ja, sie sind noch nicht einmal in den gleichen Sphären unseres Lebens beheimatet.</p>
<p><strong>Mit Fond ohne S wird meist ein Bratensaft bezeichnet</strong>, der als Grundlage für Saucen dient. Es gibt Kalbsfond, Fischfond, Gemüsefond, Rindsfond und weitere Fonds – eigentlich aus allem Tierischen, das beim Erhitzen Saft abgibt.</p>
<p>&#8220;Weitere Fonds&#8221;? – Ja, ganz schön fies: <strong>Die Mehrzahl der Saucenbasis Fond heisst <em>Fonds</em></strong> – und hat mit dem Fonds doch gar nichts zu tun.<span id="more-2973"></span></p>
<p>Neben der Saucenbasis bezeichnet <em>Fond</em> auch den Rücksitz eines Autos oder im allgemeineren Sinn eine Grundlage, zum Beispiel den Hintergrund eines Bildes.</p>
<p><strong>Der Fonds ist im Gegensatz dazu ganz in der Welt der Finanzen verankert.</strong> Wer vom Fonds redet, meint damit zum Beispiel Geld, das für einen bestimmten Zweck bereitgestellt wird.</p>
<blockquote><p>Alle weiteren Spendengelder fliessen in unseren Fonds zur Unterstützung bedürftiger Staubsaugervertreter.</p></blockquote>
<p>Manchem Leser ist zudem vielleicht der Investmentfonds ein Begriff, und sei’s nur aus der Zeitung und dem Gespräch mit dem Anlageberater. Oder dann der Internationale Währungsfonds.</p>
<p>Lustig ist, dass <strong>der Fonds in seiner Mehrzahl natürlich Fonds bleibt</strong> und damit nicht mehr von der Saucenbasis in ihrer Mehrzahl zu unterscheiden ist. Hat man zwei davon in der Küche stehen (z. B. einen Gemüse- und einen Fischfond), dann sind das genauso die Fonds wie jene, die der Anlageberater einem so nachdrücklich ans Herz legt.</p>
<p>In der Mehrzahl heisst es deshalb also wieder einmal: Der Kontext entscheidet.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Satzbau: zusammen statt entzweit</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2013/01/11/satzbau-zusammen-statt-entzweit/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2013 08:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[stilsicher]]></category>
		<category><![CDATA[Satzbau]]></category>
		<category><![CDATA[Verschachtelungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutsch ist eine schwierige Sprache. Nicht nur für Menschen, die es als Fremdsprache lernen müssen, sondern auch für uns Muttersprachler (sofern man Schweizer überhaupt zu diesen zählen darf, darüber wird gestritten, aber nicht hier und heute). Zum Missgriff verführt Deutsch ist unter anderem auch deshalb schwierig, weil es uns zu Unarten verführt, die wir eigentlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutsch ist eine schwierige Sprache.</strong> Nicht nur für Menschen, die es als Fremdsprache lernen müssen, sondern auch für uns Muttersprachler (sofern man Schweizer überhaupt zu diesen zählen darf, darüber wird gestritten, aber nicht hier und heute).</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-2955" alt="Anstelle verschachtelter Satzkonstruktionen lieber alles schön der Reihe nach." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/zusammen-statt-entzweit-300x225.jpg" width="300" height="225" /></p>
<h3 id="zummissgriffverfhrt">Zum Missgriff verführt</h3>
<p>Deutsch ist unter anderem auch deshalb schwierig, weil es uns <strong>zu Unarten verführt, die wir eigentlich vermeiden sollten.</strong> Es ist wie beim Bäcker, wenn ich ein <strong>Vollkornbrot</strong> kaufen möchte und mich dafür vor den <strong>Crèmeschnitten</strong> anstellen muss.</p>
<p><strong>Welche Unarten sind das?</strong> Zum Beispiel endlos scheinende Aneinanderreihungen von Substantiven (Hauptwörtern), die unsere Alltagssprache zum aufgeblähten Behördenjargon machen. (Doch auch darum geht es heute nicht.) Oder dann die &#8220;Möglichkeit&#8221;, <strong>zusammengehörende Satzbauteile auseinanderzureissen und damit das Lesen oder Zuhören zur Tortur zu machen.</strong></p>
<p>Darum geht es heute.</p>
<h3 id="kaumverheiratetschonentzweit">Kaum verheiratet – schon entzweit</h3>
<p>Vor zwei Wochen erschien in der <em>NZZ am Sonntag</em> ein Quiz über banale Ereignisse des letzten Jahres. Die erste Frage:</p>
<blockquote><p>Wo haben sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die Ärztin Priscilla Chan, die im Mai, einen Tag nach dem Börsengang des sozialen Netzwerks, geheiratet haben, kennengelernt?</p></blockquote>
<p>Furchtbar! Diese an sich simple Frage ist satzbauerisch (oder auch „syntaktisch“) schrecklich umständlich aufgegleist. Wir haben einen Hauptsatz:<span id="more-2954"></span></p>
<blockquote><p>A: Wo haben sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die Ärztin Priscilla Chan kennengelernt?</p></blockquote>
<p>Dann gehört noch ein Relativsatz dazu, der sich auf die beiden Hauptpersonen bezieht:</p>
<blockquote><p>B: die im Mai geheiratet haben</p></blockquote>
<p>Und schliesslich ist da noch die eingeschobene Ergänzung zum Zeitpunkt:</p>
<blockquote><p>C: einen Tag nach dem Börsengang des sozialen Netzwerks</p></blockquote>
<p>Nun kann man das alles ja interessant finden, aber <strong>müssen die Informationen so serviert werden, dass eine der anderen ins Wort fällt?</strong> C unterbricht B, B und C unterbrechen mit vereinten Kräften A. <strong>Das Ergebnis: der Leser muss bis zum letzten Wort warten, um den Inhalt der Frage zu verstehen.</strong></p>
<p>So sieht das schematisch aus:</p>
<p>A Teil 1 – B Teil 1 – C – B Teil 2 – A Teil 2</p>
<p>Warum steht da nicht einfach:</p>
<blockquote><p>Wo haben sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die Ärztin Priscilla Chan kennengelernt, die im Mai geheiratet haben, einen Tag nach dem Börsengang des sozialen Netzwerks?</p></blockquote>
<p>Das wäre dann:</p>
<p>A – B – C</p>
<p>Welche Wohltat, <strong>alles ist auf Anhieb verständlich, weil’s der Reihe nach kommt.</strong> Dabei gestehe ich gerne ein, dass C auch auf der eingeschobenen Position verharren dürfte, das wäre nicht so dramatisch. Aber „kennengelernt“ ans Ende des Satzes zu verbannen, halte ich für einen stilistischen Missgriff.</p>
<h3 id="derzerrissenedeutschesatzbau">Der zerrissene deutsche Satzbau</h3>
<p><strong>Doch das Deutsche legt solche zerrissenen Satzkonstruktionen nahe.</strong> Das hängt wohl damit zusammen, dass ein Objekt und allfällige Ergänzungen zum Verb zwischen Verb und Hilfsverb stehen müssen. Wir sind gezwungen zu schreiben:</p>
<blockquote><p>Ich habe den Schlüssel daheim vergessen.</p></blockquote>
<p>In den meisten normalen Sprachen würde es heissen:</p>
<blockquote><p>Ich habe vergessen den Schlüssel daheim.</p></blockquote>
<p>Alle Sinneinheiten schön portioniert. Das geht auf Deutsch nicht. Und möglicherweise sind wir darum etwas beschädigt und verschachteln Sätze lieber, als dass wir sie aneinanderreihen würden – auch dann, wenn dies möglich wäre.</p>
<p><strong>Erheben wir uns also gegen das Diktat zerrissener Sätze und Nebensätze!</strong> Es geht auch anders.</p>
<h3 id="dieantworten">Die Antwort(en) übrigens</h3>
<p>a) Im Internet<br />
b) In einem Computerkurs<br />
c) In der Warteschlange vor dem WC an einer College-Party</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lernbereit leben</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2012/12/31/lernbereit-leben/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Dec 2012 15:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von den Besten lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich passierte mir wieder einmal etwas Schönes. Ich hörte mir einen Podcast aus der Reihe SWR2 Aula an und war richtig begeistert von der klaren und einfachen Sprache der Meeresbiologin Antje Boetius. Das Thema war Expedition zum Meeresgrund: Warum der Mensch die Tiefsee braucht. Die Expertin schaffte es, mich sofort in ihre Welt hineinzuziehen. Eine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-2058 alignright" alt="SWR-Logo" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Picture_1-thumb1.png" width="263" height="95" /></p>
<p>Kürzlich passierte mir wieder einmal etwas Schönes. Ich hörte mir einen Podcast aus der Reihe SWR2 Aula an und war <strong>richtig begeistert von der klaren und einfachen Sprache</strong> der Meeresbiologin Antje Boetius. Das Thema war</p>
<p>Expedition zum Meeresgrund: Warum der Mensch die Tiefsee braucht.</p>
<p>Die Expertin schaffte es, mich sofort in ihre Welt hineinzuziehen. Eine Welt, notabene, von der ich zuvor kaum eine Ahnung gehabt hatte. Der Beitrag dauert knapp 30 Minuten und ist <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/expedition-zum-meeresgrund/-/id=660374/nid=660374/did=10490992/1tqsr0v/index.html" target="_blank">hier</a>  anzuhören oder herunterzuladen.</p>
<h3 id="waspassiertdennda">Was passiert denn da?</h3>
<p>Solche Glückstreffer im Alltag sind mir <strong>sehr willkommene Chancen, etwas dazuzulernen</strong>. Das geht jeweils ganz unkompliziert vonstatten. <strong>Wenn ich etwas sehe, höre oder auf einem anderen Kanal wahrnehme, das meine Aufmerksamkeit weckt, dann halte ich kurz inne und frage: Was passiert denn da?</strong> Beim Podcast von Frau Boetius liess diese Lernfrage sich so zuspitzen:</p>
<p><strong>Warum nimmt diese Sprache mich so ins Thema hinein?</strong></p>
<p>Dann suche ich eine oder zwei oder drei Antworten – oder einfach so viele, wie meine Lernfreude verlangt. <strong>Diese Antworten sind in der Regel unspektakulär, aber dennoch aufschlussreich.</strong></p>
<p>Im Tiefsee-Podcast fiel mir zum Beispiel auf, dass <strong>die Sprecherin ihre eigene Lernfreude zeigte.</strong> <span id="more-2924"></span>Da beschreibt sie zum Beispiel, was Ihr auf dem Meeresgrund am Nordpol begegnete, und ist selbstbewusst genug, diese spektakulären Funde mit der Bemerkung zu ergänzen:</p>
<blockquote><p>Hatte ich vorher auch noch nie gesehen.</p></blockquote>
<p>Viele Experten würden zögern, einen solchen Satz zu äussern, weil er natürlich das Risiko birgt, ihren Expertenstatus zu untergraben. In diesem Referat aber sehe ich gerade darin einen Erfolgsfaktor, weil diese Äusserung Nähe zu mir als Zuhörer erzeugt; Nähe, die diese Referentin offenbar zulassen kann, ohne sich bedroht zu fühlen; Nähe, die sie auch dabei unterstützt, Menschen mit ihrer eigenen Begeisterung für ihr Thema oder ihre Welt anzustecken. Das eine weitere Beobachtung: Man spürt Frau Boetius die Leidenschaft an. <strong>Und wer hört nicht gerne leidenschaftlich referierenden Menschen zu, die zudem noch wissen, wovon sie reden?</strong></p>
<h3 id="lernenmittenimalltag">Lernen mitten im Alltag</h3>
<p>Aber eigentlich geht es ja um etwas anderes. Doch dieses Andere lässt sich am Beispiel des Podcasts gut illustrieren, womit die umständliche Einführung hoffentlich ausreichend begründet wäre.</p>
<p><strong>Unser Alltag ist voll von wertvollen Lektionen in allen Lebensbereichen.</strong> An jeder Ecke lässt sich etwas lernen, und dies nicht nur über die Fachgebiete unseres Lebens (oder neue), sondern auch ganz grundsätzlich über unser menschliches Miteinander.</p>
<p>Für mich ist diese nie versiegende Quelle aus meiner persönlichen Weiterbildung nicht mehr wegzudenken. Natürlich lese ich gerne Bücher über die Dinge, die mich interessieren, aber ein Ersatz für das Lernen im Alltag sind sie nicht.</p>
<p>Zur alltäglichen Lernbereitschaft gehören für mich:</p>
<ul>
<li><strong>Aufmerksamkeit.</strong> Ich höre und schaue hin und bin bereit, Neues zu entdecken.</li>
<li><strong>Die Bereitschaft zu staunen.</strong> Das bedingt, bei aller Betriebsamkeit auch einmal innezuhalten und einen Moment länger hinzusehen.</li>
<li><strong>Die Frage: Was passiert da?</strong> Natürlich hätte ich mich auch einfach so über den gelungenen Tiefsee-Podcast freuen können. Für einen Lernertrag aber braucht es den Wechsel der Betrachtungsebene. Also freue ich mich nicht nur, sondern frage mich: Worüber genau freue ich mich? Was ist hieran gut? Übrigens glaube ich, <strong>dass wir gerade vom „Guten“ viel lernen können. Mehr als vom Brillanten,</strong> das uns ja auch hie und da begegnet. Das Brillante lässt uns zu oft einfach staunen und in Ehrfurcht erstarren. (In der Rhetorik, das so nebenbei, erzeugt Brillanz darum eher Distanz als Nähe.)</li>
<li><strong>Lockerheit. Es genügt, auf die Lernfrage „Was ist hier gelungen?“ eine einfache Antwort zu geben.</strong> Das ist für mich schon ein Lernschritt. Dazu muss ich mich nicht in stundenlange Analysen versenken. Experten dürfen offenbar nicht nur eingestehen, dass sie noch nicht alles wissen, sie können mit diesem Eingeständnis beim Publikum sogar punkten. Wenn das keine ermutigende Lektion ist.</li>
</ul>
<p>Allen meinen Lesern wünsche ich alles Gute und viele belebende Lektionen für 2013!</p>
<p>Herzlich</p>
<p>Cla Gleiser</p>
<p>Nachtrag: Und <a title="Lernbereit leben: eine Übung" href="http://verstaendlich.ch/2013/01/25/lernbereit-leben-eine-ubung/">hier</a> gibt&#8217;s noch eine tolle Anregung zum Einüben eines lernbereiten Lebensstils!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eine gemeinsame Sprache für Redner und Zuhörer</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2012/12/21/eine-gemeinsame-sprache-fur-redner-und-zuhorer/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 07:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reden als Dialog]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinter mir liegt der zweite Halbtag eines Rhetorikseminars. Wieder einmal hatte ich sehr viel Spass dabei, mit einer kleinen Gruppe engagierter und offener Menschen ein Stück Weg zu gehen. Unter anderem sprachen wir darüber, wie wir eine Sprache der Nähe entwickeln können. Eines der rhetorischen Grundanliegen ist es, Nähe zum Publikum zu erzeugen, um so [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hinter mir liegt der zweite Halbtag eines Rhetorikseminars. Wieder einmal hatte ich sehr viel Spass dabei, mit einer kleinen Gruppe engagierter und offener Menschen ein Stück Weg zu gehen. Unter anderem sprachen wir darüber, wie wir eine Sprache der Nähe entwickeln können.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-2898" alt="Die Sprachrepertoires von Redner und Zuhörern haben einen Schnittbereich. Dort muss der Redner sich bewegen." src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/gemeinsame-sprache-300x225.jpg" width="300" height="225" /></p>
<p><strong>Eines der rhetorischen Grundanliegen ist es, Nähe zum Publikum zu erzeugen,</strong> um so eine echte Begegnung zu fördern. <strong>Ich spreche daher gerne von „Dialog“ – auch beim klassischen rhetorischen Setting, in dem einer redet und die anderen zuhören.</strong> Ich bin fest davon überzeugt – und erlebe es immer wieder – dass auch ein solcher Rahmen sich als Dialog gestalten lässt. Eines der Werkzeuge, die dabei zum Einsatz kommen, ist die Sprache.</p>
<p>Natürlich ging es dabei gestern auch um ganz praktische Anregungen: Eine Sprache der Nähe muss einfach sein, verständlich, zugänglich, dabei auch bildhaft, sinnlich (die Sinne ansprechend), präzise und so weiter. Doch es geht um noch mehr. Illustriert habe ich die „richtige“ Sprache an der Flipchart mit zwei Sprechblasen.</p>
<h3>Meine Sprache – Deine Sprache – Unsere Sprache?</h3>
<p><strong>Die linke Sprechblase steht für meine Sprache,</strong> das Repertoire, das mir als Redner zur Verfügung steht. So kann ich mich ausdrücken, so ist mir der Schnabel gewachsen. Es ist die Sprache, die Peter Heigl meint, wenn er empfiehlt: „Gestatten Sie sich, so zu reden, wie es Ihnen angstfrei über die Lippen kommt“ (Zitat aus <em>30 Minuten für gute Rhetorik</em>).</p>
<p><strong>Die rechte Sprechblase steht für die Sprache des Publikums,</strong> für ihr Repertoire. So reden sie. Das verstehen sie.</p>
<p>Meine Herausforderung in der Vorbereitung und der Ausführung einer Rede besteht nun darin, <strong>eine Sprache zu wählen, die im Schnittbereich der beiden Sprachen liegt.</strong> Ich wähle also eine Sprache, die<span id="more-2897"></span></p>
<ul>
<li><strong>meine Sprache ist.</strong> Damit fühle ich mich wohl, hier fühle ich mich sicher.</li>
<li><strong>ihre Sprache ist.</strong> Diese Sprache verstehen meine Zuhörer, ohne sich das Hirn verbiegen zu müssen. Hier fühlen sie sich sprachlich zuhause.</li>
</ul>
<h3>Ausrutscher und ihre Folgen</h3>
<p><strong>Die Spracharbeit auf diesem „gemeinsamen Boden“ ist entscheidend.</strong> Wenn ich in meiner Rolle als Redner in den linken oder rechten unschraffierten Bereich flüchte, entstehen Probleme:</p>
<p><strong>Links rede ich eine Sprache, die meinen Zuhörern nicht mehr einfach so zugänglich ist.</strong> Sie müssen mehr Energie aufwenden, um mich zu verstehen. Nicht alle werden dazu bereit sein. Das Publikum kann sich bevormundet fühlen oder dumm (wenn ich zum Beispiel ihm unbekanntes Fachvokabular verwende). <strong>So oder so entsteht ein Gefühl der Distanz.</strong></p>
<p><strong>Rechts rede ich eine Sprache, die nicht zu meinem natürlichen Sprechen gehört.</strong> Das stört natürlich meine Sicherheit als Redner, habe ich hier doch den sicheren Boden verlassen. Auf das Publikum kann es zudem befremdlich wirken – und damit trotz allem verkrampften Bemühen Distanz statt Nähe erzeugen. Zum Beispiel, wenn ein älterer Redner versucht, sich bei einem jüngeren Publikum über Jugendslang anzubiedern.</p>
<p>Die „Flucht“ in die unschraffierten Bereich wird oft mit der Unsicherheit des Redners zu tun haben, über die ich hier schon mehrfach <a href="http://verstaendlich.ch/tag/sicherheit/">geschrieben</a> habe. <strong>Wer sich entschlossen im schraffierten Bereich bewegt (und sich auch so vorbereitet hat), stützt dagegen seine eigene Sicherheit und hilft so auch dem Publikum zu einer authentischen Begegnung und echtem Dialog.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Was hoffen wir?</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2012/11/15/was-hoffen-wir/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 16:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wörter]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Was mich an der Sprache fasziniert – unter anderem – ist ihre Vielseitigkeit. Sie dient nicht nur dem Mathematiker, seine Erkenntnisse in naturwissenschaftlicher Präzision und auf die zehnte Stelle hinter dem Komma genau auf den Punkt zu bringen. Die Sprache hilft uns auch im täglichen Ringen darum, miteinander über Dinge zu sprechen, die sich nicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-2870 alignright" title="Hoffnungstraeger_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/Hoffnungstraeger_web-283x300.jpg" alt="" width="283" height="300" /></p>
<p><strong>Was mich an der Sprache fasziniert – unter anderem – ist ihre Vielseitigkeit.</strong> Sie dient nicht nur dem Mathematiker, seine Erkenntnisse in naturwissenschaftlicher Präzision und auf die zehnte Stelle hinter dem Komma genau auf den Punkt zu bringen. Die Sprache hilft uns auch im täglichen Ringen darum, <strong>miteinander über Dinge zu sprechen, die sich nicht in Formeln packen lassen.</strong> Zum Beispiel:</p>
<p><strong>Hoffnung</strong></p>
<p>Dieser Reiz ist mit ein Grund, weshalb ich mich seit einigen Jahren in einem Projekt engagiere, das derzeit unter dem Titel „<a href="http://www.hoffnung2013.ch" target="_blank">Hoffnung 2013</a>“ läuft. Sein Herz ist eine Online-Umfrage, die zum Beispiel ergründen möchte</p>
<ul>
<li>was Menschen in der Schweiz und in Deutschland hoffen,</li>
<li>auf wen oder was sie ihre Hoffnung setzen,</li>
<li>woraus sie ihre Hoffnung schöpfen.</li>
</ul>
<h3>Hoffnung 2012: einige Ergebnisse</h3>
<p>Die Umfrage des letzten Jahres hat einige anregende Punkte ergeben.</p>
<p><span id="more-2869"></span>So zeigte sich recht deutlich, dass <strong>für viele die wichtigste Hoffnung jene auf das Beziehungsglück ist.</strong> Noch vor der Gesundheit und der Karriere hoffen Menschen auf Glück in Ehe, Familie und Partnerschaft. Gute Beziehungen sind auch der bestimmende <strong>Faktor Nummer 1 dafür, wie hoffnungsvoll ein Mensch sich ganz grundsätzlich fühlt.</strong></p>
<p><strong>Die prominenten Hoffnungsträger der Vorjahre haben an Bedeutung verloren</strong> und mussten sich von „Normalos“ von den Spitzenpositionen der Charts verdrängen lassen. Als Hoffnungsträger hoch im Kurs stehen Menschen aus dem persönlichen Umfeld, Familienmitglieder, Freunde oder Personen, die ihr schweres Schicksal vorbildlich gemeistert haben. (Diesen Punkt nimmt die Illustration oben auf.)</p>
<p>Eher als auf einen fetten Bonus hoffen Menschen darauf, <strong>am Arbeitsplatz eine sinnvolle und zufriedenstellende Aufgabe erfüllen zu können.</strong> Die Überzeugung, in diesem Sinne einen wertvollen Beitrag zu leisten, beeinflusst wiederum das persönliche Gefühl von Hoffnung.</p>
<h3>Illustrierte Hoffnung</h3>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/visualisierung_FES_web.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2871" title="visualisierung_FES_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/visualisierung_FES_web-238x300.jpg" alt="" width="238" height="300" /></a>Ich habe für die Auswertung von Hoffnung 2012 und die laufende Umfrage Hoffnung 2013 einige Illustrationen beigesteuert. Im Frühling hatte ich zudem die Gelegenheit, bei Weiterbildungen für Lehrerinnen und Lehrer (eindeutig mehr als einfach nur <a title="Politisch korrekt neutralisiert" href="http://verstaendlich.ch/2012/09/10/politisch-korrekt-neutralisiert/">Lehrpersonen</a>) Referate von <a href="http://www.weiterdenken.ch/" target="_blank">Dr. Andreas M. Walker</a> und <a href="http://www.logotherapie-basel.ch/index.php/UEber-mich/9/0/" target="_blank">Stefan Schwarz</a> live zu visualisieren. Ein spannendes Abenteuer! Andreas und Stefan präsentierten eine auf diesen besonderen Rahmen ausgerichtete Auswertung der Umfrage, die unter anderem zeigte, <strong>wie wichtig Lehrerinnen und Lehrer als Hoffnungsträger und Hoffnungsmultiplikatoren unserer Gesellschaft sind.</strong> Obwohl ich die meiste Zeit mit dem Rücken zum Publikum zeichnete, konnte ich förmlich spüren, wie Hoffnung sich breit machte. Ich glaube, sie ist ansteckend.</p>
<p>Das Ausfüllen von „<a href="http://www.hoffnung2013.ch" target="_blank">Hoffnung 2013</a>“ dauert rund eine Viertelstunde und am Schluss wird jeder Teilnehmer <strong>mit seinem persönlichen Hoffnungsprofil belohnt.</strong> Um Weihnachten herum werden die Ergebnisse unter anderem in der Zeitung „20 Minuten“ veröffentlicht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der erste Satz entscheidet</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2012/10/05/der-erste-satz-entscheidet/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Oct 2012 12:27:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Redeanfang]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche gab ich hier Anhaltspunkte für den perfekten Redeanfang und hörte mit dem ersten Wort auf. Kurz darauf lag in meinem Posteingang ein E-Mail, das mich durch einen brillanten Eröffnungssatz zuerst bewegte und dann beeindruckte und mich so zurück zu diesem ersten Wort führte. Da hiess es: Guten Tag Cla Gleiser Der Preis für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche gab ich hier <a title="Der perfekte Redeanfang" href="http://verstaendlich.ch/2012/09/28/der-perfekte-redeanfang/">Anhaltspunkte für den perfekten Redeanfang</a> und hörte mit dem ersten Wort auf. Kurz darauf lag in meinem Posteingang ein E-Mail, das mich <strong>durch einen brillanten Eröffnungssatz zuerst bewegte und dann beeindruckte </strong>und mich so zurück zu diesem ersten Wort führte.<strong><br />
</strong></p>
<p>Da hiess es:</p>
<blockquote><p>Guten Tag Cla Gleiser</p>
<p>Der Preis für ein Kilo Brot verdoppelt sich bis Weihnachten .</p></blockquote>
<p>Kaum hatte ich diesen Satz gelesen, fing es in mir bereits an zu rechnen. Und auch Entrüstung machte sich sehr schnell bemerkbar — ich fühlte mich benachteiligt.</p>
<p>Diese Reaktion lief nicht im Kopf ab, sondern im Bauch. Und genau der ist auch das Ziel einer gelungenen Eröffnung. Nachdenken kommt später.</p>
<p>Und vom Bauch gesteuert las ich natürlich weiter:<span id="more-2843"></span></p>
<blockquote><p>Nein, nicht bei uns. Aber zum Beispiel in Mosambik ist dies durchaus wahrscheinlich. Denn wir stehen heute einmal mehr am Beginn einer Nahrungsmittelkrise. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Spekulation mit Nahrungsmitteln.</p>
<p>Heute wird deshalb die Initiative «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln» lanciert. Meine Bitte: Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit, um die Initiative zu unterschreiben. <a href="http://solidar.us4.list-manage2.com/track/click?u=9d7104de18d06756598e7881f&amp;id=4f97e3f895&amp;e=51d0b0c8da">Hier zeigen wir Ihnen, wie das geht.</a></p>
<p>Uns ist <a href="http://solidar.us4.list-manage1.com/track/click?u=9d7104de18d06756598e7881f&amp;id=e8eb8ac729&amp;e=51d0b0c8da">das Anliegen</a> ausserordentlich wichtig. Danke für Ihre Unterstützung!</p>
<p>Mit herzlichem Gruss</p>
<p>Christian Engeli,</p>
<p>Solidar Suisse</p></blockquote>
<p>Da ich nicht jeden Tag E-Mail-Eröffnungen von solcher Qualität zu sehen bekomme, beschloss ich, kurz innezuhalten und mich zu fragen, was denn nun den Erfolg ausmachte. <strong>Warum kam mir dieser erste Satz so unangenehm und wirkungsvoll nahe?</strong></p>
<p>Zwei Faktoren halte ich für entscheiden, einer betrifft den Inhalt, der andere die Form:</p>
<h3>Nähe durch direkten Bezug auf mein tägliches Leben</h3>
<p>Die Aussage bezieht sich ganz direkt auf meinen Alltag, und dies gleich mehrfach.</p>
<p>Ich kaufe Brot regelmässig ein und bezahle dann an der Kasse dafür. Dass der Aspekt &#8220;an der Kasse bezahlen&#8221; entscheidend ist, spürte ich deutlich, als ich <em>Brot</em> durch <em>Wasser</em> ersetzte. Ich benötige zwar viel mehr Wasser als Brot, aber da ich beim Wasser das unmittelbare &#8220;Zahlerlebnis&#8221; fehlt, wirkt der Gedanke auf eine Preiserhöhung dort weit weniger bedrohlich.</p>
<p>Mit <em>bis Weihnachten</em> wird zudem ein Zeitraum abgesteckt, den ich unmittelbar fühle. Es ist Oktober, aber Weihnachten ist bereits ein Thema und als Fixpunkt in der Agenda deutlich spürbar. Das geht mir näher als es zum Beispiel <em>in den nächsten drei Monaten</em> tun würde.</p>
<h3>Nähe durch einfache Sprache</h3>
<p>Kein Nebensatz. Kein Partizip. Kein Fremdwort. Kein Fachbegriff.</p>
<p>Kein Wort mit mehr als 3 Silben. Keine <em>Zuständigkeit</em>, kein <em>beziehungsweise</em> und erst recht kein <em>Verantwortungsgefühl.</em></p>
<p>Dafür haben 7 der 10 Wörter nur eine Silbe, eines 2, zwei 3.</p>
<p><strong>Bitte, bitte, bitte, liebe Phrasendrescher und Sprachbläher: Schreibt es euch hinter die Ohren oder schnitzt es euch ins Brett vor dem Kopf!</strong></p>
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