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	<title>verständlich&#187; Bildsprache</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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		<title>Bildsprache in der Physiotherapie</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 07:36:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Physiotherapie]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei mir klemmt&#8217;s. Zur Zeit macht mir mein Iliosakralgelenk – kurz &#8220;ISG&#8221; – das Leben etwas schwer. Deshalb gehe ich zweimal in der Woche zur Physiotherapie. Wenn man &#8220;Gelenk&#8221; hört, hat man ja so seine Vorstellungen und Bilder. Ich sehe dann zuerst Pfannen und Kugeln und Gelenkflächen, auf denen es im besten Fall widerstandslos dreht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/ISG-Reliefkarte-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2279" title="ISG und Schweiz gegen Schweiz" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/ISG-Reliefkarte-web-300x225.jpg" alt="Die Lage des Iliosakralgelenks im Becken." width="300" height="225" /></a>Bei mir klemmt&#8217;s.</p>
<p>Zur Zeit macht mir mein Iliosakralgelenk – kurz &#8220;ISG&#8221; – das Leben etwas schwer. Deshalb gehe ich zweimal in der Woche zur Physiotherapie.</p>
<p>Wenn man &#8220;Gelenk&#8221; hört, hat man ja so seine Vorstellungen und Bilder. Ich sehe dann zuerst Pfannen und Kugeln und Gelenkflächen, auf denen es im besten Fall widerstandslos dreht und rutscht.</p>
<p>Doch mit dem ISG, das im Becken Kreuz- und Darmbein verbindet, verhält es sich etwas anders. Das ISG ist ein besonderes Gelenk.</p>
<p>Was für eines denn?</p>
<p>Während Physiotherapeutin Martina letzte Woche mein ISG bearbeitete, erklärte sie mir Folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8220;Du kannst dir das vorstellen wie eine dieser dreidimensionalen Relief-Landkarten.&#8221;</p>
<p>Ich dachte an die <a href="http://www.suchard.ch/suchard/page?siteid=suchard-prd&amp;locale=chde1&amp;PagecRef=592" target="_blank">Geokarte</a> von Suchard, in der unter dem Schweizer Relief Schokolade steckt, und wusste sofort, was sie meinte. (Detailliertere Aufnahmen von Reliefkarten sind <a href="http://hilmar.moches.de/ddc_6_2010/Reliefkarte/Reliefkarte_Std_vom_4-6-2010_6c.htm" target="_blank">hier</a> zu finden.)</p></blockquote>
<p>Erste Anregung für den Einsatz bildhafter Sprache: <span id="more-2273"></span>Verwende <strong>Bilder aus der Welt derer, denen du etwas verständlich machen möchtest</strong>.</p>
<blockquote><p>Martina weiter : &#8220;Das ISG ist wie zwei solche Karten, die gegeneinander liegen und ineinanderpassen. Und bei dir sind diese zwei Karten etwas verschoben.&#8221;</p>
<p>Aua.</p>
<p>Jetzt wusste ich, weshalb es klemmte. Und wenn ich&#8217;s nicht ohnehin schon gespürt hätte, wäre mir diese Vorstellung spätestens jetzt durch alle Glieder gefahren.</p></blockquote>
<p>Zweite Anregung für den Einsatz bildhafter Sprache: Verwende <strong>Bilder, die Emotionen auslösen</strong> und das Gesagte fühlbar machen.</p>
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		<title>Wie man eine starke Bildsprache entwickelt.</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2010/09/15/wie-man-eine-starke-bildsprache-entwickelt/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 12:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sucker V-21]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit diesem Artikel nehme ich den Faden auf, den ich vor rund 2 Wochen hier niedergelegt habe. Wir erinnern uns: Die Geschäftsleitung eines fiktiven Reinigungsunternehmens hat in die Anschaffung einer neuen Staubsaugerflotte des Modells &#8220;Sucker V-21&#8243; (mit Pollen- und Milbenfilter und kosmischer Saugleistung) investiert. Im Jahresbericht will sie ihre mutige Orientierung nach vorn unterstreichen. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Artikel nehme ich den Faden auf, den ich vor rund 2 Wochen <a href="http://verstaendlich.ch/2010/09/03/wie-man-eine-kraftlose-bildsprache-entwickelt/">hier</a> niedergelegt habe.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/starke-bildsprache-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1586" title="Starke Bildsprache" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/starke-bildsprache-web-300x225.jpg" alt="Starke Bildsprache" width="300" height="225" /></a>Wir erinnern uns: Die Geschäftsleitung eines fiktiven Reinigungsunternehmens hat in die Anschaffung einer neuen Staubsaugerflotte des Modells &#8220;Sucker V-21&#8243; (mit Pollen- und Milbenfilter und kosmischer Saugleistung) investiert. Im Jahresbericht will sie ihre mutige Orientierung nach vorn unterstreichen. Die gewählte Formulierung lässt aber keine so recht dynamische Stimmung aufkommen.</p>
<p>Was könnte die Geschäftsleitung besser machen?</p>
<p>Zum Beispiel eine konsequente Bildsprache. Das statische Bild des Grundsteins und das dynamische des Weges passen nicht zusammen. <strong>Und wenn die Geschäftsleitung Dynamik kommunizieren will, dann sollte sie sich für durchgängig dynamische Sprachbilder entscheiden.</strong> Das könnte dann heissen:</p>
<blockquote><p>Die Geschäftsleitung ist überzeugt, mit dieser Entscheidung den Weg zur Nummer 1 unter den Schweizer  Reinigungsunternehmen eingeschlagen zu haben.</p></blockquote>
<p>Die Änderung ist minimal, die Wirkung jedoch beträchtlich: Anstatt einen Grundstein zu legen, wird nun einfach ein Weg eingeschlagen. Das hat Richtung. Das zeigt Bewegung.</p>
<p>Natürlich wäre auch die andere Variante denkbar:<span id="more-1546"></span></p>
<blockquote><p>Die Geschäftsleitung ist überzeugt, mit dieser Entscheidung den  Grundstein für einen festen Platz als Nummer 1 unter den Schweizer  Reinigungsunternehmen gelegt zu haben.</p></blockquote>
<p>Hier musste der Weg dran glauben. Das Resultat ist ebenfalls stark, weil die verwendeten Wörter durchgehend das Bild von Stabilität untermauern: Grundstein legen, fest, Platz.</p>
<p><strong>Bevor ich überprüfen kann, ob meine Sprachbilder zusammenarbeiten (gewissermassen am gleichen Strick ziehen), muss ich allerdings entscheiden, was sie denn bewirken sollen.</strong> Die beiden Varianten des Geschäftsberichtes  stehen für Dynamik oder Stabilität. Für welche Möglichkeit die Geschäftsführung sich entscheidet, hängt davon ab, wie sie ihr Unternehmen sieht und wie sie es darstellen möchte. Das ist zum Beispiel in der Formulierung von Leitbildern entscheidend. Zur Aufgabe solcher Texte gehört es ja, Werte zu kommunizieren, und das geschieht nicht nur über den Kopf. Ein Leitbildtext muss daher ansteckend sein. Ein Wert wird nicht nur beschrieben, er muss für den Leser oder Hörer spürbar werden, er muss überspringen.</p>
<p><strong>Eine weitere wichtige Rolle bei der Wahl der Bildsprache spielt der Leser oder Hörer.</strong> Er muss das Bild in seine Welt integrieren können, es muss für ihn Sinn ergeben. Wenn das nicht funktioniert, wird die Wirkung der Botschaft empfindlich gebremst.</p>
<p>Am 13. September druckte die <em>Neue Zürcher Zeitung</em> ein <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/ich_werde_nicht_den_schulmeister_spielen_1.7536582.html" target="_blank">Interview</a> mit alt Bundesrat Joseph Deiss, der diese Woche das Präsidium der Uno-Generalversammlung übernommen hat. Seiner Meinung nach sei es auch für die Schweiz möglich, sich als souveräner Staat in der Uno zu engagieren, ohne die Identität zu verlieren. (Eine Sicht, die in der Schweiz ja alles andere als unumstritten ist.) Es sei zudem der Akteur, der souverän sei, nicht der Abwesende. (Einfach gesagt: Wer mitmacht, bestimmt auch mit.) Und dann verwendet Deiss dieses Bild:</p>
<blockquote><p>Wir beschränken unsere Freiheit, wenn wir darauf verzichten, unsere  Meinung zum Klimaproblem oder zur globalen Finanzordnung zu äussern. Wir  sollten uns nicht wie Zuschauer beim Jassen verhalten, die immer besser  wissen, wann man das Nell* hätte spielen sollen. Wir müssen das Nell  haben und damit stechen.</p></blockquote>
<p><strong>Deiss verwendet ein typisches Schweizer Bild, um ein Anliegen zu unterstreichen, das gerade bei vielen umstritten ist, die sich als besonders schweizerisch sehen. </strong>Es vermittelt zudem unumstritten positive Inhalte: Initiative, Kontrolle und nicht zuletzt – Sieg. Geradezu raffiniert finde ich das. Mindestens ein Lächeln dürfte der Vergleich auch einem eingefleischten Uno-Gegner entlocken, wenigstens dann, wenn er gleichzeitig ein Jasser ist.</p>
<p>Und wer sein Publikum zum Lächeln bringt, hat schon halb gewonnen.</p>
<p>Unsere Sprache ist bildhaft, und es sind nicht nur die ausdrücklichen Vergleiche wie das Jassgleichnis von Deiss, die Bilder projizieren. <strong>Auch viele Wörter, die wir nicht (mehr) bewusst als bildhaft wahrnehmen, tragen  Bilder in sich;</strong> Bilder, die sich gegenseitig unterstreichen oder widersprechen und damit unser Anliegen stärken oder schwächen können.</p>
<p><strong>Unsere Sprache ist voller Bilder</strong>, die nur darauf warten, in unserem Reden und Schreiben neu und stark zum Zug zu kommen:</p>
<p>entspannen, festhalten (im Sinne von notieren), begreifen, zerpflücken, auf etwas bestehen, erklären, sich mit etwas befassen, begeistern, entschlacken, erstarren, unterkühlt, ausgebrannt, überwältigt, erschüttert, verklemmt, aalglatt,  spannend, ermutigt, begründet . . .</p>
<p>* Das Nell ist eine hohe Karte beim Jassen, dem verbreiteten Schweizer Kartenspiel, das zu lernen ich mich mein Leben lang erfolgreich geweigert habe.</p>
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		<title>Wie man eine kraftlose Bildsprache entwickelt.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 10:04:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sucker V-21]]></category>
		<category><![CDATA[Widerspruch]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine grosse, klaffende, rot-schwarze Wunde, aus der binnen Sekunden das Leben herausgesickert sein musste. Was stimmt an dieser Beschreibung (aus dem Hörbuch &#8220;Die Anstalt&#8221; von John Katzenbach) nicht? – Dasselbe wie an diesem Bild: Ein grünes Verbotsschild? Das geht doch nicht! Der (man würde denken offensichtliche) Widerspruch zwischen Grün und Durchgestrichen sabotiert die Wirkung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Eine grosse, klaffende, rot-schwarze Wunde, aus der binnen Sekunden das Leben herausgesickert sein musste.</p></blockquote>
<p>Was stimmt an dieser Beschreibung (aus dem Hörbuch &#8220;Die Anstalt&#8221; von John Katzenbach) nicht? – Dasselbe wie an diesem Bild:</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/gruenes-rauchverbot.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1479" title="Rauchverbot in Grün" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/gruenes-rauchverbot-300x235.jpg" alt="Rauchverbot in Grün" width="300" height="235" /></a>Ein grünes Verbotsschild? Das geht doch nicht! <strong>Der (man würde denken offensichtliche) Widerspruch zwischen Grün und Durchgestrichen sabotiert die Wirkung des Schildes</strong>, welches statt Gehorsam eher Verwirrung stiften dürfte. (Man könnte sich zum Beispiel fragen, ob es vielleicht darum geht, dass Nichtrauchen erlaubt ist?) <strong>Das Resultat: Die Nachricht kommt nur über Umwege ans Ziel.</strong> Wen wundert es da, dass mit dem roten Aufkleber die Unsicherheit  beseitigt werden musste, damit auch jeder versteht: Es ist tatsächlich  ein Verbot!</p>
<p>Auch der eingangs zitierte Text enthält einen solchen <strong>inneren Widerspruch, der die Wirkung der an sich drastischen Beschreibung bremst. </strong><span id="more-1478"></span>Da ist zunächst von einer &#8220;grossen, klaffenden&#8221; Wunde (im Hals übrigens) die Rede, aus der das Blut und damit das Leben nur so heraus– ja, was jetzt? <em>Sickert</em> jedenfalls sicher nicht. Denn sickern geht langsam. Langsam ist ein fester Bestandteil der Bedeutung von <em>sickern</em>. Ein weiterer wäre (jedenfalls meinem Sprachempfinden nach), dass eine Flüssigkeit sich beim Sickern einen Weg sucht, der eigentlich nicht direkt frei ist. Wasser sickert zum Beispiel durch den Boden des Badezimmers ins Wohnzimmer des Nachbarn unter mir. Oder die nicht über alle Zweifel erhabene Substanz aus den nur notdürftig verscharrten und durchgerosteten Fässern sickert ins Grundwasser. Aber ganz bestimmt würde kein Fluss der Welt durch sein Bett sickern. Auch ein Wasserfall sickert nie und nimmer in die Tiefe, genauso wenig wie aus einem angezapften Fass Bier oder sonst etwas sickert. Eine Flüssigkeit sickert dann, wenn sie einen Weg findet, wo eigentlich keiner ist. Im Bild, das hier in üppiger (und nach meinem Geschmack etwas schwülstiger) Sprache heraufbeschworen wird, geht es aber genau ums Gegenteil: Die Wunde bedeutet freie Bahn für das Blut! Das sprudelt dann nur so. Oder spritzt. Oder strömt. Sicher aber sickert es nicht.</p>
<p>Sich bildhaft auszudrücken, ist eine der grössten sprachlichen Tugenden. Eine bildhafte Sprache macht das Lesen oder Zuhören viel interessanter und auch fruchtbarer: Es bleibt einfach viel mehr im Gedächtnis haften als bei abstrakten Formulierungen. <strong>Wer bildhaft redet, hat zudem die Chance, seine Botschaft bei Lesern und Zuhörern richtig tief zu verankern.</strong> Das hat dann nicht mehr in erster Linie mit Denken und Argumenten zu tun, sondern mit Bildern, die ich platziere und die im Kopf oder im Bauch ihre Wirkung entfalten.</p>
<p>Ein Beispiel aus dem fiktiven Jahresbericht einer fiktiven Reinigungsfirma, die in eine Flotte des Staubsaugers &#8220;Sucker V-21&#8243; (mit Pollen- und Milbenfilter und kosmischer Saugleistung) investiert hat:</p>
<blockquote><p>Die Geschäftsleitung ist überzeugt, mit dieser Entscheidung den Grundstein für den Weg zur Nummer 1 unter den Schweizer Reinigungsunternehmen gelegt zu haben.</p></blockquote>
<p>Diesen Satz kann man so zur Kenntnis nehmen, ohne sich an irgendetwas zu stören. Und doch: eine vertane Chance. Denn dynamisch ist das nicht. Das Bild vom Weg zur Nummer 1, das Bewegung bedeutet und die Dynamik des Unternehmens unterstreichen soll, wird sabotiert vom Bild des Grundsteins. Der Grundstein nämlich ist der Inbegriff von Stabilität. Er <em>darf</em> sich nicht bewegen, alle anderen Steine, die auf ihm liegen, verlassen sich darauf! Deshalb vermittelt der Grundstein das Gegenteil von Dynamik und ist hier vor allem einmal Klotz am Fuss dessen, was eigentlich kommuniziert werden will: Wir bewegen uns!</p>
<p><strong>Eine kraftlose Bildsprache entwickelt man am einfachsten, indem man Bilder kombiniert, die sich widersprechen.</strong> Je massiver der Widerspruch, desto gründlicher die Neutralisierung. Solche Bilder zu kombinieren ist noch nicht einmal aufwändig. In der Regel geht das von ganz alleine, wenn man einen Text mit den erstbesten bildhaften Begriffen anreichert.</p>
<p><strong>Wesentlich aufwändiger ist es, eine starke Bildsprache zu entwickeln und zu pflegen.</strong> Die Geschäftsleitung unseres Reinigungsunternehmens ist herausgefordert, ihre Gedanken über Zukunft, Entwicklung, Vorangehen und Wachstum konsequent mit dynamischen Begriffen zu unterstreichen und so das Bild zu vermitteln, das sie vermitteln will:</p>
<p>Wir gehen voran!</p>
<p>Mehr dazu demnächst (und zwar <a href="http://verstaendlich.ch/2010/09/15/wie-man-eine-starke-bildsprache-entwickelt/">hier</a>).</p>
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		<title>Grönemeyer: Ein verblüffender Nachtrag</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/01/15/gronemeyer-ein-verbluffender-nachtrag/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 11:37:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Bildsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Grönemeyer]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus gegebenem Anlass habe ich gestern begonnen, die Grönemeyer-Biografie von Ulrich Hoffmann zu lesen. Und da stosse ich auf Seite 9 auf Folgendes: Wahrgenommen wird er in Deutschland vor allem durch seine Texte. Doch sie sind nicht der Mittelpunkt des Werkes: Grönemeyer selbst könnte auch gut auf sie verzichten, ihm genügen die Songs als solche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus <a title="Grönemeyer: Die Kraft der Bilder" href="http://verstaendlich.ch/2009/01/14/grnemeyer-die-kraft-der-bilder/" target="_blank">gegebenem Anlass</a> habe ich gestern begonnen, die Grönemeyer-Biografie von Ulrich Hoffmann zu lesen. Und da stosse ich auf Seite 9 auf Folgendes:</p>
<blockquote><p>Wahrgenommen wird er in Deutschland vor allem durch seine Texte. Doch sie sind nicht der Mittelpunkt des Werkes: Grönemeyer selbst könnte auch gut auf sie verzichten, ihm genügen die Songs als solche. Entsprechend entstehen seine Stücke: Erst komponiert er die Musik, dann spielt er sie mit der Band vollständig ein (wobei er englische Unsinntexte singt), und ganz am Schluss – unter Abgabedruck – schreibt er mehrere Texte pro Song, entscheidet sich schliesslich für einen.</p></blockquote>
<p>Wenn das wirklich stimmt, dann möchte ich gerne mal in Grönemeyers Papierkorb wühlen. Die Rezensionen auf <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3455094406?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3455094406">amazon.de</a> werfen zwar einige Fragen auf, was die Zuverlässigkeit des Buches betrifft, aber ich nehme mal an, dass der Autor sich diesen Abschnitt nicht einfach aus den Fingern gesaugt hat. Klären könnte das, wer schon einmal mit Grönemeyer gearbeitet hat – oder natürlich Herr Grönemeyer persönlich. Kommentare aus dieser Ecke sind besonders willkommen!</p>
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		<title>Grönemeyer: Die Kraft der Bilder</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2009/01/14/grnemeyer-die-kraft-der-bilder/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 07:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Von den Besten lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildsprache]]></category>
		<category><![CDATA[Grönemeyer]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil eine unserer Töchter krank wurde, verbrachten wir Silvester anders als geplant, nämlich zu Hause. Dadurch bot sich immerhin die Gelegenheit, das eben auf DVD erhaltene Grönemeyer-Konzert anzusehen. Die Energie der Darbietung war beeindruckend, und zudem bot die Scheibe Untertitel, die mir erlaubten, die Texte lückenlos mitzuverfolgen. Denn ich muss zugeben: Wenn Herbert ins Mikro [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil eine unserer Töchter krank wurde, verbrachten wir Silvester anders als geplant, nämlich zu Hause. Dadurch bot sich immerhin die Gelegenheit, das eben auf DVD erhaltene <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B0000E39MZ?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B0000E39MZ" target="_blank">Grönemeyer-Konzert</a> anzusehen. Die Energie der Darbietung war beeindruckend, und zudem bot die Scheibe Untertitel, die mir erlaubten, die Texte lückenlos mitzuverfolgen. Denn ich muss zugeben: Wenn Herbert ins Mikro bellt, dann reisst bei mir manchmal der Faden. Nicht der Geduldsfaden, sondern der rote, an dem ich mich durch den Text führen lasse. Ich versteh einfach nicht alles. Aber was ich verstehe, zeugt von solcher “Sprachlust und Virtuosität” (so hat das Mike <a href="http://lifenavigator.typepad.com/lifenavigator/2007/03/nicht_von_diese.html" target="_blank">gesagt</a>, und ich bin ganz einverstanden), dass es mich tief packt.</p>
<p>Einer meiner derzeitig liebsten Grönemeyer-Songs ist “<a href="http://www.youtube.com/watch?v=PMK76UPYmEc" target="_blank">Lache, wenn’s nicht zum Weinen reicht</a>.” Hier zeigen sich deutlich die Qualitäten, die ich an Grönemeyers Texten so schätze. Gleich zur Eröffnung heisst es:</p>
<blockquote><p>Tausend Haare in der Suppe<br />
Und dein Löffel hat ein Loch<br />
Es fällt keine Sternschnuppe<br />
Deine Kerze hat keinen Docht</p></blockquote>
<p>Diesen Bildern des ewigen Verlierers kann man sich kaum entziehen. Sie haben eine überwältigende Kommunikationskraft und transportieren Gefühlte, ohne direkt von ihnen zu sprechen. Zum Beispiel die Kerze ohne Docht. Das ist schlimmer, als einfach <em>keine</em> Kerze zu haben. Hier steckt mehr Verlust und mehr Enttäuschung drin – ohne dass diese direkt und kompliziert benannt werden müssen. Später dann:</p>
<blockquote><p>Es steckt kein Geist mehr in der Flasche<br />
Fürs Paradies fehlt die Fantasie<br />
Die falschen Wünsche in Erfüllung<br />
Keine Liebe, keine Poesie</p></blockquote>
<p>Die falschen Wünsche in Erfüllung? – Jeder hat ja mal Glück, jedem wird mal ein Wunsch erfüllt. Das weiss man. Deshalb ist es viel schlimmer, den <em>falschen </em>Wunsch erfüllt zu sehen. Die Chance, dass der wichtigste Wunsch auch noch wahr wird, schrumpft dadurch auf ein Nichts zusammen. Wer auf der Strasse ein leeres Portemonnaie findet, wird kaum davon ausgehen, dass es sich dabei nur um die Vorstufe eines ergiebigeren Fundes handelt, der demnächst zu erwarten ist. (Ich weiss schon: Das Beispiel hinkt. Selbstverständlich würden wir alle ein Portemonnaie auf dem Fundbüro abgeben. Aber immerhin ist der Finderlohn bei sehr viel Geld höher als bei leer.)</p>
<p>Ich will diese Texte nicht mit Deutungen überfrachten. Es geht mir nicht um die Interpretation und schon gar nicht darum, Einfaches kompliziert zu machen. Vielmehr möchte ich die Kraft solch einfacher Bildsprache unterstreichen. In der Regel steht hinter so treffenden Bildern sehr viel Arbeit; ich vermute, das ist auch bei Herbert Grönemeyer nicht anders. Es klingt verspielt und leicht, aber der Weg dahin kann weit sein. Am Anfang steht ein Gefühl, das transportiert werden soll und am Ende ein schlichtes Bild, das dieses Gefühl klarer und kraftvoller auf den Punkt bringt, als tausend Sätze es könnten. – Und jetzt die gute Nachricht: Die Kraft dieser Bilder ist nicht der dichterischen Sprache vorbehalten. Warum sollte sie das sein? Sie darf in unserem alltäglichen Reden ihren Platz finden. Dieser Gedanke läuft in zwei Richtungen:</p>
<p>Wer öffentlich kommuniziert, Reden und Referate hält, wer Menschen ansprechen und überzeugen will, tut gut daran, hier nicht an Aufwand zu sparen. Treffende Bilder zu finden erscheint unverhältnismässig aufwändig. Schliesslich macht es den Eindruck, als würden sie dem Inhalt nichts mehr hinzufügen, sondern diesen nur noch dekorieren. Aber eine treffende Bildsprache ist viel mehr als Dekoration und kann dem Anliegen des Redners zum Durchbruch beim Publikum verhelfen.</p>
<p>Auch im Alltag hat das Bilderreden seine Berechtigung. Zunächst einmal macht es die Kommunikation einfach farbiger und schöner, was eigentlich schon Grund genug ist. Dann aber kann es auch als Übungsfeld dienen. Hier hat man keine Zeit für grosse Vorbereitungen, aber wenn wir uns angewöhnen, unsere Worte durch Bilder lebendiger zu machen, dann bringt das wertvolle Erfahrungen für das Referieren mit Bildern. Mit der Zeit wird diese Art, Dinge auf den bildhaften Punkt zu bringen, zu einem Teil unseres normalen Redens und Schreibens. Es wird leichter, wirklich passende Bilder zu finden, weil wir die Welt um und in uns anders, bildhafter eben, wahrnehmen.</p>
<p>Eine weitere gute Übungsmöglichkeit: Grönemeyer hören. Ich empfehle “<a href="http://www.youtube.com/watch?v=PMK76UPYmEc" target="_blank">Lache, wenn’s nicht zum Weinen reicht</a>” und “<a href="http://www.youtube.com/watch?v=l35i-QQfcJ4" target="_blank">Unbewohnt</a>”. Zum Einstieg.</p>
<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/groenemeyer-web.jpg" target="_blank"><img style="border: 0pt none; display: block; margin-left: auto; margin-right: auto;" title="groenemeyer_web" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/groenemeyer-web-thumb.jpg" border="0" alt="groenemeyer_web" width="454" height="341" /></a></p>
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