Es geht doch nichts über die Eröffnung eines Auftrittes mit einer Entschuldigung: “Es tut mir leid, dass ich mich nicht besser vorbereiten konnte.” Mancher versucht es auch auf die weniger explizite Weise: “Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.” Auch ein solcher Satz ist eine Art von Entschuldigung, wenn auch eine indirekte. Er enthält die [...] Weiterlesen:
2 Sargnägel für die Redeangst

Die Nächte vor meinen Geschichtsreferaten am Gymnasium verbrachte ich schlaflos. Schon der gewöhnliche Unterricht war der Horror, aber die Aussicht, vor versammelter Klasse und meinem Lehrer alleine dazustehen, lähmte mich vollends. Und leider wiederholte sich das Szenario jedes Semester, bis er in Pension ging. Heute kann ich wenigstes sagen, dass ich weiss, wovon ich spreche, [...] Weiterlesen:
Eine Rede bauen 5: actio
Actio klingt nach Action. Und jetzt geht’s tatsächlich los. Wer bei den vier vorangehenden Arbeitsschritten bei der Sache war, darf jetzt die Früchte seiner Mühe ernten. Die antike Rhetorik ist in ihren Kommentaren zur Ausführung einer Rede sehr zurückhaltend. Fast könnte man den Eindruck bekommen, dass in dieser letzten Phase nichts Entscheidendes mehr passiert. Doch [...] Weiterlesen:
Eine Rede bauen 4: memoria
Meine erste Rede ohne Skript oder Stichwortkarten hielt ich unfreiwillig. Genauer gesagt: Die Rede hielt ich freiwillig, doch hatte ich geplant, mich wie üblich an einem Mindmap auf Papier zu orientieren, und dieser Plan ging nicht auf. Ich vergass, gleich zu Beginn das Konzept aus der Brusttasche meines Hemdes zu ziehen. Als ich das bemerkte, [...] Weiterlesen:
Eine Rede bauen 3: elocutio
Vom Redner her betrachtet ist nach Schritt 2 (dispositio) der schwerste Teil der Arbeit geschafft. Von aussen gesehen sieht es anders aus: Jetzt (erst) kommt das Wesentliche, wenn die geplanten Gedanken Gestalt annehmen – in der Form von Wörtern, Sätzen, Abschnitten. Und natürlich ist das wesentlich, auch wenn es “nur noch” darum geht, dem ausgelegten [...] Weiterlesen:
Eine Rede bauen 2: dispositio
Nachdem ich nun viel Material gesammelt habe, besteht die Herausforderung darin, es in eine sinnvolle Ordnung zu bringen. Dieser zweite Arbeitsschritt auf dem Weg zur Rede wird klassisch dispositio genannt, und da klingt natürlich unsere Disposition an. Da ich über die Gliederung der Gedanken vor einigen Monaten bereits eine Artikelreihe veröffentlicht habe, möchte ich mich [...] Weiterlesen: