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	<title>verständlich &#187; Schreiben</title>
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	<description>[mit] Sprache gestalten</description>
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		<title>Paul Auster: Invisible (Unsichtbar)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 10:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Von den Besten lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Invisible]]></category>
		<category><![CDATA[lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Auster]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Story-Telling]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor drei Tagen habe ich den neuen Roman von Paul Auster zu Ende gelesen: Invisible (deutsch Unsichtbar). Die letzten Seiten einer Erzählung sind immer ein besonderes Erlebnis. Was macht der Autor nun aus der Welt, die er erschaffen und gestaltet hat? Wie lässt er sie zurück? Wie wird es den Menschen in dieser Geschichte ergehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/auster-web.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1177" title="Paul Auster" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/auster-web-300x225.jpg" alt="Paul Auster" width="300" height="225" /></a>Vor drei Tagen habe ich den neuen Roman von Paul Auster zu Ende gelesen: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0805090800?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0805090800" target="_blank"><em>Invisible</em></a> (deutsch <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3498000810?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3498000810" target="_blank">Unsichtbar</a></em>).</p>
<p>Die letzten Seiten einer Erzählung sind immer ein besonderes Erlebnis. Was macht der Autor nun aus der Welt, die er erschaffen und gestaltet hat? Wie lässt er sie zurück? Wie wird es den Menschen in dieser Geschichte ergehen, die mir vertraut geworden sind?</p>
<p>Das Buch hat mich begeistert. Einmal mehr ist es mir mit einem Roman von Auster so ergangen.</p>
<p>Dass Schriftsteller über Schriftsteller schreiben ist ja nun beileibe nichts Neues. Doch Auster vermag aus diesem alten Thema heraus eine besondere Nähe zum Leser zu erzeugen. Diese Nähe fördert und fordert. <strong>Das Leseerlebnis wird intensiver und dadurch sowohl schöner (darum geht es ja vor allem) wie auch ertragreicher. </strong>Fast kommt es mir so vor, als würde nicht nur ich den Auster lesen, sondern der Auster auch ein bisschen mich.</p>
<p><span id="more-1176"></span>Mein erstes Buch von Paul Auster erstand ich vor sechs Jahren in Freiburg im Breisgau. Kurz zuvor hatte ich eine Rezension seines aktuellen Romanes <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0571216978?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0571216978" target="_blank">Oracle Night</a></em> (<em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3499239876?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3499239876" target="_blank">Die Nacht des Orakels</a></em>, übrigens mein Favorit unter Austers Erzählungen) gelesen und war neugierig geworden. In den Ferien wollte ich mir <em>Oracle Night</em> besorgen, hatte aber Pech; es war in der Buchhandlung nicht vorrätig. So griff ich halt zum erstbesten, das sich als Ersatz anbot. (In meinem Fall heisst das gewöhnlich: das mit dem ansprechendsten Umschlag.) Ich kaufte also <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/0571200583?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0571200583" target="_blank">The New York Trilogy</a></em> (<em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/349912548X?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=349912548X" target="_blank">Die New York Trilogie</a></em>), eine Sammlung von drei kürzeren Erzählungen.</p>
<p><strong>Das Lesen der ersten dieser Erzählungen (<em>City of Glass, Stadt aus Glas</em>) wurde zum Abenteuer; zu jener Art von Abenteuer, die Lesen eigentlich immer sein sollte. </strong><em>City of Glass</em> veränderte meine Sicht vom Lesen und vom Schreiben und davon, was man mit einer Geschichte machen kann.</p>
<p>Doch eigentlich will ich nicht über <em>City of Glass</em> schreiben, sondern über <em>Invisible</em>.</p>
<p>Auster schreibt oft, sehr oft, über das Schreiben, über die Entstehung von Büchern. Auch bei <em>Invisible</em> steht ein Buch im Zentrum. Die Geschichte wird dabei von drei verschiedenen Erzählern berichtet, wobei sich dabei nicht einfach ein Bericht an den anderen reiht. Die verschiedenen Perspektiven überlagern sich vielmehr. So besteht zum Beispiel ein Teil des Buches aus einem Bericht, den einer der Erzähler aufgrund der Notizen eines anderen verfasst hat.</p>
<p>Paul Austers Stimme als &#8220;eigentlicher&#8221; Autor dieses Buches ist überhaupt nicht zu vernehmen. <strong>Es gibt ihn hier nicht, den klassischen allwissenden Erzähler, der nicht selbst Teil der Geschichte ist.</strong> Auch das ist nichts Besonderes. Besonders ist aber, dass die Sprache von <em>Invisible</em> dies nicht immer offenbar macht. Es gibt wohl Sequenzen, die in der 1. Person erzählt werden, aus der Sicht eines Ich-Erzählers also. In diesen Passagen ist offensichtlich, dass hier eine Figur der Erzählung aus ihrer Sicht beschreibt, mit all den persönlichen Unschärfen, die diese Sicht mit sich bringt. Dann aber wird auch &#8220;klassisch&#8221; in der 3. Person (&#8220;er, sie&#8221;) berichtet &#8211; und auch hier aus der Sicht eines der Erzähler im Buch, nicht aus der eines allwissenden Autors. Und schliesslich gibt es auch einen Bericht in der 2. Person (&#8220;du&#8221;). Das ist höchst gewöhnungsbedürftig, löste in mir aber ganz besondere Reaktionen aus, <strong>weil ich mich als Leser konstant direkt angesprochen fühlte und mich daher ebenso konstant distanzieren musste. Schliesslich war nicht ich gemeint. &#8211; Oder etwa doch?</strong></p>
<p>Kein klassischer allwissender Erzähler. Paul Auster ist in diesem Buch ganz unsichtbar &#8211; invisible. Gut möglich, dass er sich auf diese Weise selbst in den Titel hineingeschrieben hat. (Wie bei Auster üblich ist zwischen dem Titel und der Geschichte kein eindeutiger Zusammenhang erkennbar. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick.)</p>
<p>Dieses gegenseitige Durchdringen von Erzähler- und Erzählungsebenen hat auf mich die Wirkung, dass ich als Leser selbst Teil der Geschichte werde. <strong>Es ist 3-D-Kino in Buchform.</strong> Letztlich ist das Buch, dessen Entstehung im Roman thematisiert wird, das Buch, das ich physisch in Händen halte. (Das erinnerte mich an den genialen Charlie-Kaufman-Film <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00008KJUX?ie=UTF8&amp;tag=textmitprof-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B00008KJUX" target="_blank">Adaption</a></em>, der die Entstehung des eigenen Drehbuchs zum Thema hat und die verschiedenen Ebenen so gekonnt und wild durcheinanderwirbelt, dass einem schwindlig wird.)</p>
<p>Klingt kompliziert und verwickelt?</p>
<p>Dieser (von mir allerdings nur vermutete) Einwand bringt mich zum springenden Punkt:</p>
<p>Paul Auster vermittelt die Zusammenhänge der verschiedenen Erzähl(er)ebenen mit einer solchen Leichtigkeit und in solch schlichter Sprache, dass es eine wahre Freude ist. <strong>Hier ist nicht grosses Kopfzerbrechen angesagt, sondern zuhören. Auster ist ein Geschichtenerzähler, und ein Geschichtenerzähler will verstanden werden. Auster ist daher auch ein genialer Kommunikator.</strong></p>
<p>Ich liebe Geschichten. Dabei habe ich noch nicht einmal überhöhte Ansprüche. Die Geschichte muss einfach in sich wahr sein. Die Figuren müssen sich glaubwürdig verhalten, das heisst, sich selbst und ihren tiefsten Motiven treu sein. Das reicht mir eigentlich schon. Und dann lasse ich mich gerne darauf ein.</p>
<p>Vermutlich bin ich mit diesem Bedürfnis nicht allein. Der Hype, der in den letzten Jahren rund um &#8220;Story-Telling&#8221; entstanden ist, scheint das zu bestätigen. Es werden Bücher geschrieben und Seminare organisiert und besucht.</p>
<p><strong>Lieber als ein Buch über Story-Telling lese ich aber ein Buch mit einer guten Story.</strong> Von den Besten lernen &#8211; warum nicht auf diesem Weg?</p>
<p>So stelle ich sicher, dass ich die Kraft starker Geschichten immer wieder am eigen Leib erfahre.</p>

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		<title>Wörter: explosiv kreativ</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 09:25:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wörter]]></category>
		<category><![CDATA[Free Writing]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenke]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibblockade]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte kürzlich Geburtstag und habe bei dieser Gelegenheit auch einige Geschenke bekommen. Darunter war eine Blechschachtel mit der viel versprechenden Aufschrift &#8220;Wörter für Cla&#8221;. In der Schachtel lagen 40 kreativ gestaltete Karten mit jeweils einem Wort. Wunderschön. Ich habe mir die Karten in der Runde meiner Gäste angesehen und war einmal mehr überrascht und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte kürzlich Geburtstag und habe bei dieser Gelegenheit auch einige Geschenke bekommen. Darunter war eine Blechschachtel mit der viel versprechenden Aufschrift &#8220;Wörter für Cla&#8221;. In der Schachtel lagen 40 kreativ gestaltete Karten mit jeweils einem Wort. Wunderschön.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerterkarten1.jpg"><img class="size-full wp-image-929 aligncenter" title="woerterkarten" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/woerterkarten1.jpg" alt="" width="800" height="576" /></a><span id="more-924"></span>Ich habe mir die Karten in der Runde meiner Gäste angesehen und war einmal mehr überrascht und bewegt von der schöpferischen Kraft, die in einem einzelnen Wort liegt. Die kreative und emotionale Darstellung hat das noch verstärkt. Jede einzelne Karte löste sofort einen Fluss von Ideen und Geschichten aus.</p>
<p style="text-align: left;">So zum Beispiel die <em>Nebensächlichkeit</em>, die sich so überhaupt nicht nebensächlich auf der ganzen Fläche der Karte ausbreitet. Richtig wichtig macht sie sich, ganz in Grossbuchstaben und farbig bis zur Schmerzgrenze. Diese Nebensächlichkeit will sich nicht von den Hauptsachen verdrängen lassen. Sie kämpft um ihren Platz &#8211; und das mit Erfolg. Immerhin habe ich sie ihren 39 Mitbewerbern vorgezogen, um hier über die kreative Wirkung von Wörtern zu schreiben. Ich habe mich von ihr täuschen lassen. Das können Wörter.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/nebensaechlichkeit.jpg"><img class="size-full wp-image-932 aligncenter" title="nebensaechlichkeit" src="http://verstaendlich.ch/wordpress/wp-content/uploads/nebensaechlichkeit.jpg" alt="" width="800" height="566" /></a>Auch die Herzensangelegenheit hat es mir angetan (am oberen rechten Bildrand im ersten Foto). Hier ist nichts mit gestalterischer Kreativität. Ganz nüchtern steht sie da, wenn auch immerhin rot geschrieben. Und erst jetzt, wenn ich mir das Wort so ansehe, wird mir bewusst, welche Spannung es in sich trägt: Das Herz verstehen wir als Sitz der Emotionen. <em>Herz </em>bedeutet schnell einmal <em>Liebe</em>. Die <em>Angelegenheit </em>dagegen ist bürokratisch, technisch, steril. Sie lässt mich an Traktandenlisten denken, an juristische Verfahren und an Diskussionen, in denen man die Dinge nicht beim Namen nennen will. Was hat sich die deutsche Sprache gedacht, als sie eine Wortschöpfung wie <em>Herzensangelegenheit</em> zuliess?</p>
<p style="text-align: left;">Dieses kreative Potenzial der Wörter lässt sich anzapfen: zum Beispiel, wenn die eigenen kreativen Quellen ausgetrocknet scheinen. Sich dann ein Wort vor Augen zu führen, es anzusehen und sich davon anstossen (oder auch abstossen) zu lassen, kann wahrhaft Wunder wirken. Schreibblockaden ade! Eine solche Wörterkarte ist ein starker Startpunkt für <a href="http://verstaendlich.ch/2009/04/04/free-writing-schreiben-im-freien-fall/">Free Writing</a>, und falls mir einmal die Ideen für meine Blogartikel ausgehen sollten, weiss ich auch, was ich zu tun habe. Denn manchmal hängt die verstopfte Leitung ja auch damit zusammen, dass zu viel möglich ist. Da hilft die selbst auferlegte Beschränkung. Irgendetwas zu schreiben ist ungleich schwieriger, als einer engen Vorgabe zu folgen, auch wenn wir sie auf den ersten Blick vielleicht als unüberwindbare Herausforderung empfinden. Die Aufgabe, 1000 Wörter über ein beliebiges Thema zu schreiben, kann viel herausfordernder sein, als 1000 Wörter über die Geschichte der polnischen Eishockey-Nationalliga zu verfassen &#8211; auch wenn ich rein gar nichts von Eishockey verstehe. Deshalb ziehe ich lieber eine Karte aus meiner Schachtel, zum Beispiel <em>Licht</em> (mit Buchstaben, die im Dunkeln leuchten) und lasse daraus einen Sternenhimmel von Ideen wachsen.</p>

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		<title>Der rote Faden: Navigation beim Schreiben</title>
		<link>http://verstaendlich.ch/2008/11/03/der-rote-faden-navigation-beim-schreiben/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 18:55:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cla Gleiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[roter Faden]]></category>
		<category><![CDATA[Kernaussage]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
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		<description><![CDATA[Letzte Woche bekam ich ein Mail, dessen Verfasser Mühe mit dem roten Faden bekundete. Er hatte einen Artikel zu schreiben, in dem er ein Projekt vorstellen sollte. Ich fand die Frage interessant, weil mir scheint, dass wir über den roten Faden meist aus der anderen Richtung nachdenken: Wir suchen ihn, wenn er bereits ausgelegt ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche bekam ich ein Mail, dessen Verfasser Mühe mit dem roten Faden bekundete. Er hatte einen Artikel zu schreiben, in dem er ein Projekt vorstellen sollte. Ich fand die Frage interessant, weil mir scheint, dass wir über den roten Faden meist aus der anderen Richtung nachdenken: Wir suchen ihn, wenn er bereits ausgelegt ist, beim Zuhören oder Lesen. Wenn alles stimmt, bleibt der rote Faden dann meist unbemerkt. Bemerkt wird viel eher seine Abwesenheit, wenn beim Gang durch den Text die Orientierung fehlt und das Hirn laufend damit beschäftigt ist Lücken zu füllen.</p>
<p>Dabei erleichtert die Frage nach dem roten Faden die Arbeit beim Schreiben sehr. Er dient dem Verfasser dann als Kompass, als Navigatoinshilfe an jeder Position im entstehenden Text. Für einen kurzen Text (oder eine kurze Rede) empfiehlt es sich, einen Satz zu formulieren, der die Botschaft auf den Punkt bringt. Dieser Satz, die Kernaussage also, dient dann als Eichmass. Jeder Satz wird daran gemessen.</p>
<p>Gehen wir von der Vorgabe aus, einen Artikel über soziale Netzwerke im Internet zu schreiben, über Angebote wie studivz, myspace, facebook, xing usw. Nun gibt es natürlich 1001 Möglichkeiten, welche Aspekte dieses weiten Themas ich in meinem Text beleuchten könnte: Funktionen sozialer Netzwerke, technische oder juristische Aspekte, statistische Beobachtungen – oder ganz grundlegend: Was macht eine Online-Plattform zum sozialen Netzwerk?  Auch verwandte Themen fallen mir dazu ein: Beinahe-Monopole im Internet, Datenschutz, Imagepflege, Vereinsamung im digitalen Zeitalter. Bei einer solchen Masse von Möglichkeiten und Ideen hilft nur eines: eine radikale Entscheidung. Diese treffe ich nun und formuliere sie in einem eindeutigen Aussagesatz:</p>
<p><i>Der Erfolg der sozialen Netzwerke im Internet zeigt, dass Menschen gerne miteinander kommunizieren.</i></p>
<p>Diese Kernaussage klingt fast zu simpel. Das stört mich aber überhaupt nicht, denn mein Text wird ja viele Facetten dieser Behauptung beleuchten, sie miteinander verknüpfen, Gründe präsentieren und auf diesem Weg solide informieren und überzeugen. Während ich schreibe, habe ich jedoch immer diesen einfachen und klaren Satz vor Augen, der mich daran erinnert, worum es mir geht. Wenn mich der Fluss meiner Gedanken nun in Richtung “technische Aspekte” drängt, dann genügt ein Blick auf den Kompass, der mich daran erinnert, dass diese Sätze meinem Ziel wahrscheinlich nicht dienen und daher den roten Faden stören könnten. So entsteht ein Text, bei dem jeder Gedanke auf dem roten Faden aufgezogen ist wie Perlen auf einer Schnur.</p>

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