Blochers Kürze

In den Ständerat gewählt wurde er nicht. Aber vorletzte Woche (NZZ vom 16. Nov. 2011)  hatte Christoph Blocher Gelegenheit, neben den anderen beiden Zürcher Ständeratskandidaten Verena Diener und Felix Gutzwiller zu einer Reihe von Fragen Stellung zu beziehen. Und diese Gelegenheit hat er genützt. So deutlich, dass schon der schnelle Blick auf die Seite für einen Eindruck reicht. Lesen muss man dazu noch gar nichts.Diener, Gutzwiller und Blocher antworten auf die gleichen Fragen.

In der ersten Spalte stehen die Fragen. Blochers Antworten sind ganz rechts.

Ich bin ehrlich beeindruckt von dieser Kürze. Sie verlangt ja auch Mut; und wirft ein besonderes Licht auf die ausführlicheren Antworten der Gegner, die als solide Textblöcke daneben recht unzugänglich wirken.

Welche Passagen ziehen das Leserauge wohl als erste auf sich?

Und woran erinnert sich der Leser nach der Lektüre? Welches Bild bleibt?

Missverständnis aneinandergereiht Wörter

Aufschrift auf einem Erdnussbutterglas: Oel pflanzlich gehaertetEin Wort kann sehr viel aussagen. Und manchmal mindestens ebenso klar, wie  das ein ganzer Satz könnte:

Halt!

Toll!

Vielleicht ist diese Kraft des einzelnen Wortes ja der Grund, weshalb ich mitten im Alltag immer häufiger auf Aneinanderreihungen unverbundener Wörter stosse. Womöglich verlassen wir uns manchmal zu schnell darauf, dass “das schon klar ist”. So reihen wir Substantive (Hauptwörter) aneinander, ohne irgendwelche Bindewörter zu bemühen; Präpositionen, Konjunktionen, Adjektive, sie alle glänzen durch Abwesenheit. Von Verben ganz zu schweigen.

Zusammenhänge ohne Zusammenhang

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Notvolle Kommunikation

Beschriftung "Notauf" auf einem SchalterBeim Anblick dieser Beschriftung auf einem (Licht-? Strom-? Wasser-? Falltürauslöse-?) Schalter kann ich nur hoffen, dass nie ein Notfall eintritt.

Mindestens ich persönlich wäre in erheblicher Gefahr, entscheidende Sekunden verstreichen zu lassen und darüber zu brüten, was hier gemeint sein könnte.

Notaufnahme? – Kaum, der Schalter befindet sich im Gang eines Hotels.

Notaufgang? – Doch nach oben geht es nirgends. Ausserdem will ich in akuter Not ohnehin eher nach unten und draussen.

Vielleicht ist “Notauf” die einzige auf den Schalter passende Kurzform für “Notöffnung”. In diesem Fall hätte ich dann aber eher auf Verständlichkeit gesetzt und die Ästhetik des Schalters mit einem diagonal aufgeklebten Schriftzug geopfert. Die Frage bliebe: Was öffnet sich in der Not? Weiterlesen:

Kommunikation ist Wertschätzung

Beispiel 1: Sonnenschutzshampoo

Hin und wieder treffe ich mich mit einem Freund, Peter, über Mittag zu einem gemeinsamen Essen. Inzwischen lässt es das Wetter wieder zu, dass wir draussen sitzen. Ich suche mir dabei gerne einen Schattenplatz, weil eine Mittagspause durchaus reicht, mir mein von Haar ungeschütztes Haupt zu verbrennen.

Als ich mich letzten Mittwoch mit Peter traf, informierte er mich, dass auch seine 1-cm-Frisur dagegen nur ungenügenden Schutz biete und er mir gegenüber den Nachteil habe, sich nicht einfach Sonnencrème auf den Kopf schmieren zu können. (Zur Information: Wir hatten danach auch noch andere Themen.)

„Shampoo mit Sonnenschutzfaktor – das müsste man einem Hersteller mal vorschlagen“, erwiderte ich.

Er: „Ich hab schon ein Mail geschrieben.“

Ich: „Echt? Cool! Und wie haben sie reagiert?“

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anhang.pdf: Dateien sinnvoll benennen

Einer der grossen Vorteile von E-Mail ist der einfache Versand elektronischer Dateien. Man nennt solches Zubehör “Anhänge” oder noch etwas moderner “Attachments”.

Auch ich erhalte gelegentlich elektronische Post mit Beilagen.

Natürlich nicht.

Ich werde vielmehr täglich eingedeckt mit Dateien, die meist zu wenig wichtig sind, dass ich sie sofort bearbeiten würde und zu wenig unwichtig, dass ich sie sofort löschen könnte.

Ich gehe daher regelmässig den Kompromiss ein, solches Datenmaterial irgendwo in den Tiefen meiner Festplatte abzulegen. Und eigentlich bemühe ich mich darum, das in einer Weise zu erledigen, dass ich die Informationen bei Bedarf auch wieder finden kann. Ein wichtiges Werkezug dabei ist ein aussagekräftiger Dateiname.

Einen sinnvollen und hilfreichen Dateinamen zu finden und anzuwenden ist die Aufgabe dessen, der eine Datei erstellt und des Absenders eines E-Mails in dessen Anhang ich die Datei dann vorfinde.

Das scheint sich jedoch noch nicht so recht herumgesprochen zu haben. Diese Woche nämlich erhielt ich per E-Mail eine angeforderte Krankenkassenofferte, die einem kurzen E-Mail als Anhang angefügt war.

Und wie war die Datei benannt?

Sie hiess “anhang.pdf”.

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